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Strategischer Entscheid Alpiq will ihre Kohlekraftwerke verkaufen

Der Schweizer Energieriese besitzt zwei Kohlekraftwerke in Tschechien. Nun versucht er zum zweiten Mal, sie loszuwerden.

Legende: Audio Alpiq prüft Kohleausstieg – aus strategischen Gründen abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
01:17 min, aus HeuteMorgen vom 30.10.2018.

Offiziell stellt Alpiq die beiden Kohlekraftwerke in Kladno bei Prag und Zlín im Südosten Tschechiens aus strategischen Gründen zum Verkauf. Der Schweizer Energiekonzern schreibt, man prüfe den Verkauf «mit Blick auf eine zunehmend dekarbonisierte, digitalisierte und dezentrale Energiewelt».

Diese Energiewelt befindet sich derzeit in einem radikalen Wandel und die Stromproduktion aus Kohle steht vor einer schwierigen Zukunft. So hat sich der CO2-Preis in der Europa im Emissionshandel der EU in den letzten Monaten von rund 5 auf 20 Euro knapp vervierfacht.

Alpiq streitet auf Nachfrage den direkten Zusammenhang des Verkaufs mit dieser Entwicklung ab. Und auch zum erwarteten Verkaufspreis gibt das Unternehmen keine Auskunft.

Möglicher Verkaufspreis inzwischen gesunken

Schon Ende 2012 wollte der umsatzstärkste Schweizer Energiekonzern die beiden tschechischen Kohlekraftwerke veräussern. Der Verkauf wurde jedoch abgeblasen, weil Alpiq mit den eingegangenen Offerten unzufrieden war. Damals hat Alpiq für die beiden Werke eine halbe Milliarde Franken einnehmen wollen.

Heute dürfte es auf Grund der veränderten Marktsituation eher weniger sein. Zu einem guten Geschäft wird der Ausstieg aus der Kohle für Alpiq also kaum. Die Konzernspitze dürfte viel eher nach dem Motto «besser spät als nie» handeln.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Vogelsanger (PeterVogelsanger)
    Alpiq wollte schon mal verkaufen, hat dann aber doch drauf verzichtet. Dito Axpo mit den Gaskraftwerken in Italien (http://retropower.ch/axpo-verkauft-gaskraftwerke-nicht). Sich grün gebend, behauptet Repower weiterhin das Gaskraftwerk in Italien verkaufen zu wollen. Läuft das Geschäft mit Strom aus Fossil, wären die Werke etwas wert aber auf die Erträge wollen die Stromunternehmen dann nicht verzichten. Andernfalls gibt der Verkauf nichts her. Also wird gar nicht verkauft, ausser in Not.
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  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    Na Bravo - dann betreibt sie einfach ein anderer weiter. CO2 wird dabei genau gleich viel ausgestossen! Alpiq würde die Kohlenkraftwerke lieber abreissen und durch ökologischere Kraftwerke ersetzen! Leider hat Alpiq - im Gegensatz zu anderen Energielieferanten - keine langfristige Strategie. Deren Fokus liegt einzig auf der kurzfristigen Optimierung des Ergenisses, anstatt in die Zukunft zu investieren!
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Wieso zum Teufel müssen Schweizer Energiekonzerne Kohle- oder andere Kraftwerke im Ausland besitzen?
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    1. Antwort von N Zehner (ZeN)
      Was denken Sie woher der Importstrom kommen soll, wenn die Französischen Lieferverträge bis 2025 ausgelaufen sind, und heute schon absehbar ist, dass diese höchstens zu einem Bruchteil erneuert werden können.
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    2. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Sie glauben wohl, dass der Strom von Tschechien seinen Weg in die Schweiz findet.
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    3. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Obwohl seit bald 60 Jahren von einer Stromlücke gesprochen wird, produziert die Schweiz etwa gleich viel Strom wie sie verbraucht (sie exportiert davon einfach etwa 40% nach Italien und importiert etwa gleich viel aus F, D und A). Deutschland hat im Dezember 2011 3 GW PV installiert. Was Deutschland vor 7 Jahren in einem Monat konnte, kann die Schweiz zukünftig problemlos in einem Jahr. Das sind dann 24 GW PV in 8 Jahren und entspricht etwa der Stromproduktion von 9 AKW Mühleberg.
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    4. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Gerade weil es solche Stromimportverträge gibt, hat die Schweizer Stromlobby verständlicherweise überhaupt kein Interesse daran, dass die Stromerzeugungskapazität ausgebaut wird. Wenn jedes Gebäude beginnen würde seinen Strom selbst zu produzieren, würden die Stromkonzerne offensichtlich auf einem riesigen Stromberg (Kraftwerksüberkapazität) sitzen, welchen sie kaum oder nur zum Spottpreis verkaufen können.
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