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Studie von Swissolar Nimmt die Strahlkraft der Solarenergie ab?

Seit Jahren gibt es immer mehr Strom aus Sonnenkraft. Der Trend nimmt jedoch ab, wie die Zahlen von Swissolar zeigen.

Legende: Audio Solarzellen auf grossen Dächern bedingen einer langen Wartezeit abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
02:16 min, aus HeuteMorgen vom 12.07.2018.

Dächer werden immer häufiger zu kleinen Kraftwerken. Alle Solaranlagen in der Schweiz zusammen haben im vergangenen Jahr knapp 1'700 Gigawattstunden Strom produziert. Das ist ein neuer Rekord. Im Vergleich dazu waren es beim Kernkraftwerk Mühleberg im gleichen Zeitraum 3'000 Gigawattstunden. Das zeigt die Untersuchung des Verbands Swissolar, der die Daten für das Bundesamt für Energie (BFE) erhoben hat.

180 Millionen für die Solarförderung

Grundsätzlich sei dies eine positive Entwicklung, sagt Frank Rutschmann. Er leitet den Bereich Erneuerbare Energien beim BFE. «Die grosse Nachfrage ist sehr erfreulich. Allein in diesem Jahr fliessen rund 180 Millionen Franken in die Förderung von Solaranlagen.» Der Bund beteiligt sich einmalig und mit maximal 30 Prozent an einer neuen Solaranlage. Gerade Hausbesitzer von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern machen davon regen Gebrauch. Die Zahl von solch kleineren Anlagen hat jüngst besonders stark zugenommen.

Dach mit Solarzellen
Legende: Auf Dächern von Einfamilienhäusern haben Solarzellen stark zugenommen. Keystone

Etwas anders die Situation bei grösseren Solaranlagen auf Fabriken oder Bauernhöfen. Auch dort sind neue Anlagen hinzugekommen, doch weit weniger als in den Vorjahren. Das dürfte mit den begrenzten finanziellen Mitteln der Einmalvergütung zu tun haben, mutmasst Christian Moll, Leiter Photovoltaik beim Verein Swissolar. «Bei der grossen Einmalvergütung wartet man bis zu sechs Jahre», sagt er. «Wir fordern, dass diese Zeit deutlich verkürzt wird, um mehr Investoren gewinnen zu können.» Bei den kleinen Anlagen beträgt die Wartezeit ein bis zwei Jahre.

Förderanlagen bewusst begrenzt

«Das ist für eine Firma tatsächlich eine lange Zeit, die sie davon abhalten kann, die Anlage zu bauen», muss Frank Rutschmann vom BFE eingestehen. Schneller mehr Anlagen gäbe es allerdings nur mit mehr Mitteln. Doch das Parlament habe die Förderanlagen bewusst begrenzt, gibt Rutschmann zu bedenken.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Stutz (Peter Stutz)
    Das BFE schrieb im Vernehmlassungsbericht vom 1.2.2017 vor der Abstimmung zur ES 2050: "Bereits realisierte PV-Anlagen können an die Spitze der Warteliste springen. Nach der momentanen Planung (Ende 2016) könnten so alle Projektanten mit Anlagen ab 100 kW, die sich bis Ende 2013 für die Einspeisevergütung angemeldet und ihre Anlagen bis Ende 2014 in Betrieb genommen haben, von der Einspeisevergütung profitieren." Das BFE hat das aus eigenem Antrieb gebrochen, das Parlament kann nichts dafür!
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    1. Antwort von Bruno Feurer (Swiss Lover)
      Alles korrekt ausser Ihr letzter Satz. Das BFE hat das nicht aus eigenem Antrieb gemacht sondern weil das so im von Volk und Ständen am 21.Mai 2017 an der Urne angenommenen Gesetz steht. Das Parlament kann sehr wohl etwas dafür denn viele ParlamentarierInnen die sich vor der Abstimmung für das Gesetz einsetzten wollen heute nichts mehr davon wissen. Dies betrifft vorallen die CVP und FDP. Wo sind die damals versprochenen 450 Mio CHF Fördergelder ? Wer damals Ja stimmte darf heute nicht jammern.
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  • Kommentar von Fritz Münz (Fritz Münz)
    Lieber Herr Ochsner, zu ihrem BAZ-Artikel: der Autor Ferrucio Ferroni als Lakaie der Atomwirtschaft ist etwa so glaubwürdig, wie wenn ein Impfleugner über einen Impfstoff schreiben würde.
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  • Kommentar von Markus Vetterli (markusvetterli)
    Schon seltsam: Zu teuer? Wer solches behauptet, ist wohl auf dem Stand vor 20 Jahren stecken geblieben. Photovoltaikstrom vom eigenen Dach für den Eigenverbrauch ist bereits heute ohne Förderung billiger als Hochtarifstrom vom EW zu kaufen. - Das Problem sind lediglich die miserablen Einspeisevergütungen fast aller EWs für den Überschussstrom.
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