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Studie zeigt Wachstum Tessiner Wirtschaft ist besser als ihr Ruf

Legende: Audio Das Tessiner Wirtschafts-Wachstums-Wunder abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
2:25 min, aus SRF 4 News aktuell vom 29.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton Tessin macht wirtschaftlich gesehen oft Negativschlagzeilen – mit Lohndumping, hoher Jugendarbeitslosigkeit und Tourismusflauten.
  • Eine aktuelle Studie von BAK Economics zeigt jedoch ein anderes Bild: Der Industriesektor wächst und die Grenzgänger steigern die Produktivität.

Laut Marc Bros de Puechredon vom Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics ist die Wirtschaft im Tessin in den letzten zehn Jahren stärker gewachsen als im Rest der Schweiz. Das Überraschende daran ist: «Die Wahrnehmung des Tessins mit seinen bekannten strukturellen Problemen kommt nicht der Messung der wirtschaftlichen Entwicklung zugute.»

Die Studie zeigt auch, dass sich das Tessin punkto Produktivität gut entwickelt hat. Die Strategie der Regierung trage Früchte, sagt Bros de Puechredon. Die Fokussierung auf einzelne Branchen funktioniere gut: So sei im Tessin der Industriesektor in den letzten zehn Jahren fünfmal stärker gewachsen als im nationalen Durchschnitt.

Man sollte nicht vernachlässigen, dass der Wirtschaftsfaktor der Grenzgänger wichtig ist.
Autor: Luca AlbertoniDirektor der Tessiner Handelskammer

Erfreut über die Ergebnisse ist der Auftraggeber der Studie: Luca Albertoni, Direktor der Tessiner Handelskammer. Er hofft, dass diese Resultate die politische Debatte im Tessin weg bringt von der ständigen Diskussion über Grenzgänger und Dumpinglöhne. «Ich verstehe natürlich gewisse Befürchtungen in der Bevölkerung», so Albertoni. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt sei heute grösser. Dafür habe er Verständnis. «Aber man sollte nicht vernachlässigen, dass der Wirtschaftsfaktor der Grenzgänger wichtig ist und eine Rolle spielt für die Dynamik der Tessiner Wirtschaft.»

Locarnese hinkt etwas hinterher

Im Raum Lugano, wo die meisten Grenzgänger sind, ist die Produktivität am grössten. Am kleinsten ist sie im Locarnese. Diese Region müsse wegkommen vom Bild der Sonnenstube, die auf den Tourismus setzt, sagt Albertoni.

«Im Locarnese ist die Industrie weniger präsent. Das erklärt ein wenig, warum diese Region mehr Schwierigkeiten hat als die anderen.» Es brauche mehr Industriebetriebe, um wirtschaftliche Fortschritte zu erlangen – «weil die Entwicklung des Tourismus im Locarnese ungenügend ist», attestiert Albertoni.

Lichtblick für das Locarnese ist der Ceneri-Basistunnel. Dieser ermöglicht in rund zwei Jahren eine schnelle Anbindung an die dynamischen Kantonsteile.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Hauptaufgabe einer Wirtschaft ist nicht, mit PFZ-Lohndoempern bis zum Dichtestress-GAU zu wachsen, sondern dem bereits vorhandenen Volk und dessen Familiennachzug sowie ein paar wirklich benoetigten und entsprechend Spitze beloehnten Spezialisten volle Beschaeftigung mit pro Kopf wachsenden statt schrumpfenden Realloehnen plus eine angemessene Beteiligung am Produktivitaetsfortschritt pro Kopf auszuwerfen....
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Da sieht man einmal wieviele Argumente der rechten Lega und SVP blosse Angst- und Panikmache sind. Mit welchem Zweck? Schauen wir uns doch mal die Vermögenszugewinne einiger dieser Parteimitglieder in den letzten 20 Jahren an.
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  • Kommentar von Yann Amsler (Trigger Wigger)
    Der Präsident des VR dieses Unternehmens ist ein Italiener, kein Wunder werden die Grenzgänger in dieser "Studie" übermässig Positiv wahrgenommen.
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