Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Global Gender Gap: Die Schweiz hat Nachholbedarf abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 18.12.2018.
Inhalt

Studie zur Gleichstellung Die Schweiz verschwendet ihre weiblichen Talente

Die Gleichstellung von Mann und Frau stagniert weltweit: Das zeigt die Gleichstellungsstudie 2018 des Weltwirtschaftsforums WEF. In der Wirtschaft hat sich die Chancengleichheit in den letzten drei Jahren sogar verschlechtert – auch in der Schweiz.

Zwar besitze die Schweiz viele hochqualifizierte und talentierte Frauen im Arbeitsmarkt, sagt Till Leopold, der beim Weltwirtschaftsforum WEF für den Bereich Gleichstellung verantwortlich ist. Aber: «Bei Frauen in Führungsposition geht es sogar rückwärts. Letztes Jahr waren noch 36 Prozent der Führungskräfte Frauen, dieses Jahr sind es 34 Prozent.»

Mitschuldig daran, dass Frauen ihre Karrieren nicht gleich gut vorwärtstreiben könnten wie Männer, sei das schlechte Angebot an Kinder- und Altenbetreuung. Bei der wirtschaftlichen Gleichberechtigung ist die Schweiz im Vergleich zum Vorjahr denn auch um drei Ränge abgerutscht.

Vergleich Schweiz und Ruanda

Geradezu alarmierend ist laut dem WEF, dass nicht einmal ein Fünftel aller Stellen in Zukunftsbereichen wie der künstlichen Intelligenz und der Automation in unserem Lande von Frauen besetzt sind. «Das ist zum einen ein Problem, weil dann weniger Frauen qualifiziert sind, diese gut bezahlten, neu entstehenden Arbeitsplätze anzunehmen», so Leopold.

Global Gender Gap Report

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Volle Gleichberechtigung gibt es gemäss WEF-Studie nirgends auf der Welt.
  • Am weitesten fortgeschritten ist demnach Island. Das Land liegt vor Norwegen, Schweden, Finnland, Nicaragua und Ruanda.
  • Die Schweiz liegt auf dem 20. Rang – hinter Südafrika und vor Barbados.
  • Westeuropa bleibt die Region mit der höchsten Gleichstellung (75,8 Prozent), Schlusslicht sind der Nahe Osten und Nordafrika (60,2 Prozent).

Es sei aber auch ein Problem für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, wenn der Talentpool für diese Zukunftsberufe so klein sei. Denn der Bedarf an solchen Spezialisten werde riesig sein.

Schweiz liegt auf dem 20. Platz

Insgesamt schafft es die Schweiz im Gleichstellungsranking des WEF auf Rang 20 von 149 Ländern. Das WEF misst die Gleichstellung in vier Bereichen, nämlich Bildung, Gesundheit, Politik und eben Wirtschaft. Und genau dabei hapert es am meisten: Geht es im gleichen Tempo weiter wie bisher, dauere es global noch über 200 Jahre, bis Frauen im Arbeitsmarkt dieselben Chancen, Jobs und Löhne hätten wie ihre Kollegen, rechnet das WEF vor.

Globaler Gleichstellungsindex 2018 *

Rang
Land
1.
Island
2.
Norwegen
3.
Schweden
4.Finnland
5.
Nicaragua
6.
Ruanda
7.
Neuseeland
8.
Philippinen
9.
Irland
10.
Namibia
12.
Frankreich
14.
Deutschland
15.
Grossbritannien
20.
Schweiz
51.
USA
53.
Österreich
70.
Italien

* WEF: Global Gender Gap Report 2018
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

70 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Care-Arbeit,was soll das den?Es würde mir nie in den Sinn kommen Aufwendungen für meine Kinder oder Eltern diesen in Form von Einkommen vorzurechnen.Familien brauchen
    Steuererleichterungen und Hilfen aber nicht indem Frau, Mann oder Kinder der Familie vorrechnet was für Geld für welche Tätigkeiten Eigendlich abverlangt würde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      Sehe ich auch so. Wenn mann/frau beginnt, jede persönliche Zuwendung/Hilfe im Familienkreis als „taxpflichtige“ Arbeit zu erklären, dann gute Nacht. Eine perverse Form der Durchkapitalisierung der menschlichen Beziehungen. Ob wir nur noch fähig sind, mit einem Dollar-Hirn zu denken?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Ebenda)
    Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld keine einzige Frau, die sich über berufliche Diskriminierung beschwert. Das ist wohl der Grund, warum nie eine Geschlechterquote durchsetzbar sein. Gut so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Die Politik schiesst viele kleinere und leider auch zuviele kapitale Boecke. Statt die Ruebli-RS fuer anderweitig ungebildete Frauen zu streichen, haette man sie fuer anderweitig ungebildete Maenner auch obligatorisch machen muessen. Dies haette dann auch mit der Aufhebung der Geschlechterdiskriminierung (oder -privilegierung) bei der Wehrpflicht einhergehen muessen....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen