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Ein wegfallender Bieterkampf bei der Neuvergabe der TV-Rechte könnte die Super League vor Probleme stellen
Aus 10vor10 vom 02.11.2020.
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Super League Wenn die TV-Rechtevergabe über Existenzen entscheidet

Fehlende Zuschauereinnahmen machen die TV-Gelder für die Super League immer wichtiger. Doch es droht ein Preisverfall.

Auch den Schweizer Fussball hat die Coronakrise fest im Griff. Die Lage in der Super League ist angespannt, denn seit mehreren Monaten spielen die Clubs vor nahezu leeren Rängen.

Das kostet die Vereine mehrere Millionen Franken. Ein Schaden, der nur schwer zu reparieren ist. Doch es könnte noch schlimmer kommen.

Ein finanzielles Desaster

Denn ausgerechnet jetzt müssen die Fernsehrechte neu vergeben werden. Bis zum 31. Oktober hatten sämtliche Interessenten Zeit, ihr Angebot bei der Swiss Football League (SFL) einzureichen. Doch aufgrund des fehlenden Bieterkampfs zeichnet sich für den Schweizer Profifussball ein finanzielles Desaster ab.

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Fredy Bickel: «Jetzt ist auch noch die Angst da, dass die Fernsehverträge zurückgehen könnten.»
Aus News-Clip vom 02.11.2020.
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Gesamthaft beträgt das Budget der zehn Super-League-Clubs zwischen 250 und 300 Millionen Franken. Durch die fehlenden Zuschauereinnahmen bricht den Clubs eines von drei Standbeinen weg.

Für den FC Lugano beispielsweise sind die Fernsehgelder deutlich bedeutender als für einen FC Basel, der durch die Uefa noch einiges an Prämien erhält.

Doch ganz allgemein sieht die Situation in der Super League ungefähr wie folgt aus:

Durch Geisterspiele gewinnen jetzt die Fernseheinnahmen immer mehr an Bedeutung. In der Schweiz wurden die TV-Rechte bei der letzten Bieterrunde vor fünf Jahren für 40 Millionen Franken vergeben.

Swisscom siegt nach hartem Bieterkampf

Das Rechtepaket besteht aus zwei Teilen. Der grössere Teil, 30 Millionen Franken, sind die Fernsehrechte für jegliche Super-League- und Challenge-League-Partien. Diese gingen damals an die Swisscom. Der Telekom-Riese setzte sich in dem Bieterwettbewerb gegen UPC durch.

Den zweiten Teil des Pakets, die Vermarktungsrechte, sicherte sich die Ringier-Tochter Ringier Sports für zehn Millionen Franken. Hier geht es um das gesamte Marketing, das von Bandenwerbung im Stadion bis hin zu Sponsoring auf dem Trikot reicht.

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Fredy Bickel: «Die Fernsehstationen kann man nicht mehr gegeneinander ausspielen.»
Aus News-Clip vom 02.11.2020.
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Dieses Mal ist die Swiss Football League (SFL) aber in einer anderen Situation. Sie ist nicht nur verspätet dran mit der Vergabe, ihr fehlt auch ein echter Bieterkampf. Fredy Bickel, bis April dieses Jahres noch Geschäftsführer des Grasshopper Club Zürich, weiss, dass man sich seitens der Fussballliga zu Beginn gar eine Steigerung erhoffte.

Sorgenfalten werden tiefer

Doch die Steigerung wird wohl ausbleiben. Ein Grund dafür ist das Zusammenspiel der eigentlichen Konkurrenten Swisscom und UPC. Bereits heute stellen sich die beiden Anbieter die Übertragungen der Fussball- und Eishockeyspiele gegenseitig zur Verfügung. Und diese Zusammenarbeit könnte jetzt den Preis nach unten drücken.

Das lässt die Sorgenfalten bei den Clubs immer tiefer werden. Dazu äussern will sich aber keiner der Beteiligten. Eine Geheimhaltungsvereinbarung sorgt für Stillschweigen.

Die Swiss Football League hat sich mit den Medienabteilungen der Clubs darauf geeinigt, dass keine Clubvertreter direkt Auskunft geben sollen, sondern die Fragen zentral von der SFL beantwortet werden sollen.
Autor: Lukas TroxlerLeiter Vermarktung FC Luzern

Die SFL verzichtet vorerst auf eine Stellungnahme. Das könnte sich in Kürze aber ändern. Denn noch in diesem Jahr soll bekanntgegeben werden, wer sich die Übertragungsrechte zu welchem Preis gesichert hat.

10vor10, 02.11.2020, 21.50 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Lorenzo Ciliberto  (Lavrentius)
    Unsere Liga ist nicht gut genug um sie zu vermarkten wie die "grossen". Es wird aber so getan, als würde das gehen...
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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Zeit zur Vernuft, Zeit dass Gehälter der Profis mormal werden, Zeit dass Ablösesummen runter kommen. Das alles haben sich die Clubs selber eingebrockt. Preistreiberei, Ablösesummen etc.
    Warum muss ein Fussballer 300tausend oder mehr verdienen? 120tausend genügen ja auch und ist viel mehr als normale Bürger haben. Das is das grosse Problem dieser Clubs die Gehälter und Ablösesummen, nicht Corona ist daran Schuld die Spielwr, Clubs, Berater, Grössenwahnsinnige.
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  • Kommentar von Stephan Locher  (Stephan Locher)
    Weshalb werden die Rechte nicht international vermarktet? Z.B. für dazn sollte dies doch interessant sein.

    "Schaut euch die Spieler an, bevor sie in einer grossen Liga spielen"
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