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Talfahrt an der Börse Zinssorgen lassen weltweit die Kurse fallen

Legende: Video SMI sackt ab abspielen. Laufzeit 01:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2018.
  • Zunehmende Konjunktur- und Zinssorgen haben die Schweizer Börse unter Druck gesetzt.
  • Der SMI schloss 2,85 Prozent im Minus und sackte auf 8639 Punkte ab.
  • Der Leitindex verbuchte damit den zweithöchsten Kursverlust an einem Tag im laufenden Jahr.

Seit vergangenem Donnerstag hat der SMI um über 500 Punkte nachgegeben. Für den Moment scheint der SMI zwar vorerst einen Boden gefunden zu haben, aus den USA kommt nach dem massiven Einbruch vom Vortag aber noch keine Entwarnung.

Auch die US-Börsen schlossen im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 2,1 Prozent auf 25'052 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank um rund zwei Prozent auf 2728 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,2 Prozent auf 7329 Punkte.

Das sind die Gründe für den Abwärtstrend

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Iwan Lieberherr.

SRF-Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr schätzt den Kurssturz und die weltweiten Folgen ein:

Die Verluste gehen quer durch alle Branchen. Dennoch: Dramatisieren sollte man die Situation nicht. Es gibt verschiedene verständliche Gründe, weshalb sich die Anleger von den Aktienbörsen verabschieden und in Anleihen investieren.

  • Konjunktursorgen machen sich breit. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose leicht nach unten korrigiert. Das macht einige Anleger nervös.
  • Der Handelsstreit zwischen den USA und China schwelt weiter. US-Präsident Donald Trump hat nochmals nachgelegt jetzt vor dem G20-Treffen auf Bali – und mit weiteren Strafzöllen gedroht, sollte China seine Währung abwerten, um sich so Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen.
  • Die Tief-Zins-Phase neigt sich dem Ende zu. In den USA steigen die Zinsen – und steigende Zinsen machen Anleihen auch wieder attraktiver im Vergleich zu Aktien. Anleihen sind sicherer. Umso mehr, als die US-Notenbank Fed die Zinsen schneller und aggressiver anheben könnte, als bislang erwartet. Dahingehend bedeuten die jetzigen Kursverluste vor allem eine Normalisierung. Seit den letzten zehn Jahren wartet man darauf, dass die Zinsen wieder steigen. Das sind positive Nachrichten für Sparer oder für die Pensionskassen.

Am Mittwoch hatte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage in diesem Jahr erlebt. Der Dow Jones Index brach um 3,2 Prozent ein, die technologielastige Nasdaq rauschte gar um über 4 Prozent nach unten. Herbe Verluste gab es auch an Asiens Handelsplätzen.

Legende: Video Nervöse Börsen weltweit abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2018.

Die Gründe für die um sich greifende Verunsicherung seien nicht neu, hiess es im Handel. Hervorgehoben werden der sich ausweitende globale Handelskrieg, das Budget von Italien, die Zunahme von protektionistischen Massnahmen, ein verlangsamtes Wachstum in China, der Brexit oder der Vorgeschmack auf die Wahlen in den USA im November.

Beunruhigt zeigen sich Marktteilnehmer aber weniger wegen des bisherigen Ausmasses der Korrektur an sich, als vielmehr wegen der Frage, ob der seit längerem befürchtete grössere Einbruch nun tatsächlich eingeläutet ist.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wenn das keine Weltreligion mit magisch, kindlichem Vertrauen und Glauben in eine Markt ist, die eigentlich jeden Vatergott vor Neid erblassen lässt?
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wäre die Börse ein Wesen, so könnte es als ein höchst neurotisches bezeichnet werden. Schon erstaunlich wie Menschen sich von solch Unverbindlichkeit, Flatterhaftigkeit vereinnahme lassen. Für mich Zeichen einer abgrundtiefen Desorientierung und Heimatlosigkeit. Denn Kennzeichen eines ultrakapitalen und konservativen Wirtschaften, des Finanzkapitals, respektive der Handvoll Leute, die sich dahinter camouflieren, ist, dass sie Verbindlichkeiten aller Art wie der Teufel das Weihwasser scheuen....
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es braucht anscheinend einen richtigen Chlapf bis die Geldgierigen wieder auf den Boden der Realität gelangen. Irgend Jemand wird für die unglaubliche Verschuldung der Staaten bluten müssen. Wenn das eintrifft " gute Nacht"
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