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Preise für Kaffee gestiegen Teurer Café Crème ist oft zu teuer

Die Schweizer sind bereit, mehr zu bezahlen. Doch die Qualität muss stimmen. Und da gibts Nachholbedarf in der Branche.

Legende: Audio Kaffee trinken - ein teures Vergnügen abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
03:53 min, aus Rendez-vous vom 28.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Café Crème kostet im Schnitt vier Rappen mehr als im Jahr zuvor.
  • Das ist eine Zunahme von fast einem Prozent.
  • Rund 20 Prozent der Verkäufer haben bei der beliebtesten Kaffee-Art aufgeschlagen.
  • Am teuersten ist der Café Crème im Kanton Basel-Stadt, wo er durchschnittlich 4.44 Fr. kostet.
  • Mit durchschnittlich 3.96 Fr. ist der Café Crème im Kanton Bern am günstigsten.

Schweizerinnen und Schweizer trinken im Schnitt vier Tassen Kaffee täglich. Auswärts getrunken, kann das ins Geld gehen, wie die jüngsten Zahlen des Branchenverbands Cafetier-Suisse zeigen.

Eine Tasse Café Crème, der beliebteste Kaffee in der Schweiz, kostet im Schnitt 4.23 Franken. Das sind vier Rappen mehr als im Vorjahr. In Städten wie Zürich oder Basel liegt der Durchschnitt sogar noch 20 Rappen höher und in einigen Lokalen bezahlt man sogar deutlich über 5 Franken.

Löhne und Preisumfeld treiben die Kosten

Diese grossen regionalen Unterschiede sind auf das Preisumfeld am jeweiligen Standort zurückzuführen, wie Cafetier-Suisse-Präsident Hans-Peter Oettli sagt.
Das heisst also: Wo der Kaffee schon immer teuer war, bleibt er teuer.

In einzelnen Betrieben sollte die Kaffeequalität verbessert werden.
Autor: Hans-Peter OettliPräsident Cafetier-Suisse

Grösster Faktor beim Kaffeepreis sind aber die Löhne in der Schweizer Gastronomie. «Preisaufschläge gibt es momentan nur mit der Begründung, dass die Mitarbeiterkosten höher sind. Dementsprechend wird das auf das ganze Sortiment niedergeschlagen», sagt Oettli.

Qualität soll gefördert werden

Eine nicht repräsentative Strassenumfrage von Radio SRF zeigt, viele Kundinnen und Kunden wären bereit, die hohen Preise zu akzeptieren, wenn die Qualität des Kaffees stimmen würde. Das sei nicht überall der Fall, räumt Oettli ein. «Wir sind ebenfalls der Meinung, dass in einzelnen Betrieben die Qualität des Kaffees verbessert werden sollte.»

Der heutige Qualitätsstandart werde durch Kapselmaschinen definiert. Das sei das absolute Minimum von Kaffeequalität, die ein Gastrobetrieb heute anbieten müsse. Der Branchenverband will die Kaffeequalität deshalb nächstes Jahr besonders unter die Lupe nehmen. Er bietet unter anderem eine spezielle Ausbildung für Gastroangestellte an, die für die Kaffee-Zubereitung verantwortlich sind.

Immer mehr Kaffee aus fairem Handel

Immer mehr Kundinnen und Kunden legen laut Oettli Wert auf Kaffee, bei dem die Bauern in den Herkunftsländern fair bezahlt werden. Heute stamme schon ein grosser Teil des Kaffees in der Schweiz aus fairem Handel.

Die Preiserhöhungen seien jedoch nur minim darauf zurückzuführen, da der Bohnenpreis nur noch einen sehr kleinen Teil der Gesamtkosten für eine Tasse Kaffee ausmache. Wie Oettli betont, ist es also möglich, hohe Bohnenpreise für fairen und vor allem guten Kaffee zu bezahlen, ohne dass die Preise für eine Tasse Kaffee stark steigen.

Durchschnittliche Preise für Café Crème

Orte
2015
in Fr.

2016
in Fr.

Entwicklung
in Rp.


Zürich4.384.41+3
Winterthur4.344.34-
Kanton Zürich
4.184.25+7
Kanton Aargau
4.104.20+10
Kanton Basel-Stadt
4.414.44+3
Ostschweiz4.094.09-
Zentralschweiz4.174.18+1
Kanton Bern
3.963.96-
Total4.204.23+3
Quelle:
Umfrage
Cafetier-Suisse

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Es gibt in unserem Land an verschiedenen Orten Restaurants oder "Cafés", die bieten einen Kaffee zum Preis von 3.20-3.50 Fr. an. Resultat: Die Plätze sind stets alle besetzt und die Kaffee-Maschine läuft ohne Unterbruch! Rechne: Wer macht Ende Monat eine gute und positive Rechnung im Kaffee-Ausschank? Eben! Das Gleiche gilt beim Angebot "Speisen". Lieber die Beiz voll mit einem Tagesteller-Preis von 17.50 Fr. als viele leere, unbesetzte Tische, weil das (gleiche) Menü dort 29.50 Fr. kostet!
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Wer Café Creme trinkt ist selber schuld , man könnte meinen , das der Wasserpreis in der Schweiz der größte preisbeeinflussende Faktor ist .
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Komisch , die ganze Zeit hört man , das die Gastronomie zum Niedriglohnnsegment zählt . Ausgerecht hier sollen die Personalkosten für Preiserhöhungen verantwortlich sein ?
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Die Personalkosten zu nenne ist eine Frechheit. Das Grösste Problem sind unsere Immobilienhaie, doch die werden in den Diskussionen Regelmässig geschont. Was dies sich erlauben und keiner tut was dagegen., kann ich nicht verstehen. gegenüber Immobilienhändler sind Banker gerade noch Klosterschüler!
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