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Reiseveranstalter Thomas Cook am Ende
Aus Rendez-vous vom 23.09.2019.
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Thomas Cook in Konkurs So wirkt sich die Pleite auf Schweizer Touristen aus

Thomas Cook ist pleite. Hunderttausende Touristen sind gestrandet. Unter ihnen sind auch Schweizerinnen und Schweizer.

Auch zahlreiche Schweizer Reisebüros verkauften Pauschalreisen von Thomas Cook. Deshalb klingelt das Telefon beim Schweizer Reise-Verband schon seit dem frühen Morgen Sturm. Geschäftsleiter Walter Kunz hört von Kunden, die zum Beispiel in die Badeferien wollten. «Die wären heute um 12 Uhr abgereist und wissen jetzt nicht, ob sie zum Flughafen gehen sollen; ob sie versuchen sollen, die Reise anzutreten.» Das Risiko bereits am Flughafen zu stranden ist gross. Auch Touristen, die aus den Ferien zurückwollen, haben Probleme.

Vom Volumen her sind das so wenige, dass sie mit normalen Linienflügen zurückkehren können.
Autor: Walter KunzSchweizer Reise-Verband (SRV)

In England musste der Staat über Nacht quasi eine eigene Airline mit 40 Fliegern aufstellen, die nun Tausende Britinnen und Briten repatriiert. In der Schweiz sei das Problem überschaubar, meint Kunz: «Vom Volumen her sind das so wenige, dass sie mit normalen Linienflügen zurückkehren können. Die Buchungsstelle ist sicherlich behilflich dabei, die Leute zurückzuholen.»

Schweizer Veranstalter sprechen von Einzelfällen

Wie viele Kunden genau betroffen sind, weiss man derzeit noch nicht. Eine Umfrage bei den Reisebüros zeigt: Es sind Einzelfälle, wie zum Beispiel bei Kuoni. «Wir haben rund ein Dutzend Kunden von Thomas Cook», sagt Sprecher Markus Flick. «Davon befindet sich etwas mehr als die Hälfte derzeit auf der Reise, bei der anderen Hälfte steht die Abreise in den kommenden Wochen noch bevor.» Beim Reisebüro Globetrotter macht man sich Gedanken, wie es mit der Thomas-Cook-Tochter, der Fluggesellschaft Condor weiter geht. Ein definitives Grounding würde grössere Probleme bereiten.

«Sollte die Condor grounden, hätten wir in den nächsten Tagen bis Wochen 50 Kunden, die fliegen wollen, oder gerade unterwegs sind», sagt Globetrotter-Chef Dany Gehrig. Schätzungsweise ein paar Dutzend bis ein paar Hundert Kunden dürften also von der Pleite von Thomas Cook also betroffen sein.

Rückerstattung der Reisekosten ist möglich

Ihre Reise wird wohl ins Wasser fallen. Das Geld sei aber nicht verloren, betont Kunz vom Reiseverband: «Thomas Cook ist verpflichtet, die Kundengelder für den Fall eines Konkurses abzusichern. Diese Versicherung hat das Unternehmen bei der Zürich Versicherung. Das heisst, der Kunde kann seine Ansprüche bei der Zürich Versicherung geltend machen.»

Die Betroffenen können ihr Geld zurückfordern, bestätigt auch der Ombudsmann der Reisebranche gegenüber SRF. Das sei jedoch langwieriger Prozess. Die Pleite von Thomas Cook dürfte also auch in der Schweiz noch länger nachwirken.

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Chaos nach Pleite von Thomas Cook
03:09 min, aus Echo der Zeit vom 23.09.2019.
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8 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Pfyffer  (coruja)
    Von mir aus können alle Reiseveranstalter Pleite gehen. Das wäre ein nützlicher Schritt zur Vermindrung der Klimakatastrophe.
  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Reisende aus der CH, die bei Thomas Cook buchten, sind selber schuld, wenn sie Geld verlieren. Leute von heute buchen Ferienträume mit ein paar Mausklicks im Web. Falls Opa/Opa das nicht schaffen sollten, die Enkel um Hilfe bitten.Oder dann halt bei Pro Senectute vorsprechen, die helfen auch. Reisebüro braucht es nicht mehr. Bin selbst ein AHV-Bezüge, habe mich angepasst, komme mit dem Web gut zurecht.
    1. Antwort von P Gasser  (pasgas)
      Man konnte auch Reisen von Thomas Cook online buchen, das geht bei fast allen grösseren Reiseanbieter ;-)
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Typisch Versicherungs Mentalität, das bezahlen ist immer problemlos, wenn der Kunde aber recht auf sein Geld hat, gibt es eine langwierige Prozesse!
    1. Antwort von Hans Fürer  (Hans F.)
      Dabei handelt es sich aus der Sicht der Kunden doch um einen absolut eindeutigen Fall, der keinerlei Abklärung bedarf und daher nicht der geringste Grund für eine verzögerte Erstattung der Kosten ist.