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Chef sein im Jobsharing: Wie funktioniert das?
Aus 10 vor 10 vom 12.04.2021.
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Top-Sharing als Arbeitsmodell Den Chefsessel teilen – so funktioniert's

Einen Posten mit zwei Führungskräften besetzen? Ein etwas unübliches, aber keineswegs neues Modell. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Tandem-Führung am Arbeitsplatz.

Was ist Topsharing? Topsharing ist eine Art von Jobsharing für Kaderpositionen. Dabei teilt das Führungsduo nicht nur die gemeinsamen Aufgaben, sondern trägt auch gemeinsam die Verantwortung. Es gibt verschiedene Formen von Topsharing, wie der Verein «Part Time Optimierung» erklärt. Bei einem «reinen» Topsharing ist das Führungstandem mit einem einzigen Vertrag an den Arbeitgeber verbunden. Dies macht die beiden Kaderpersonen bezüglich der Arbeitsaufteilung gänzlich austauschbar. Häufiger ist jedoch das «hybride» Topsharing: Hier handelt es sich um zwei Teilzeitarbeitsverträge, die durch spezielle Abmachungen miteinander verbunden sind.

Zwei Frauen in Anzügen und mit roten Masken sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch liegen Papier und Ordner.
Legende: Michèle Ruf (l) und Patricia Helfenstein (r) teilen sich zusammen eine Führungsposition: Beide sind Leiterin Kundenrechtsdienst bei CAP Rechtsschutz. Ruf und Helfenstein arbeiten je 60 Prozent – immer donnerstags sind sie gemeinsam im Büro. SRF

Wie steht es um Topsharing in der Schweiz? Topsharing ist in der Schweiz ein Nischenphänomen. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) arbeiteten 2016 3.7 Prozent aller Arbeitnehmenden in einem Jobsharing-Modell. Nur ein Bruchteil davon machte Topsharing. «Das hat viel mit Marketing zu tun», sagt Irenka Krone, die Geschäftsführerin des Vereins «Part Time Optimierung». Der Grund dafür sei oft der Mangel an Aufklärung über dieses Modell und dessen Potenzial. Sogar HR und Personalämter hätten wenig Ahnung, wie man Paare im Topsharing rekrutiert.

Was sind die Vorteile von Topsharing? Der Hauptvorteil des Topsharings liegt auf der Hand: Teilzeitarbeitende oder bisherige Vollzeitarbeitende können zum einen in reduzierter Arbeitszeit (weiterhin) Führungsfunktionen besetzen. Zum andern gehen dem Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte, in die es viel Geld investiert hat, nicht verloren. Die Schweizer Kader Organisation (SKO) nennt zudem Vorteile für Arbeitgeber: Die Personen im Führungsduo bringen unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen mit – zwei spezialisierte Führungskräfte zum Preis von einem. Topsharer seien auch produktiver, da die Tandempartner in ihrer Freizeit effizienter abschalten können können.

Und die Nachteile? Topsharing ist kein Selbstläufer. Der Planungs- und Organisationsaufwand ist laut der SKO gross. Ausserdem muss das Führungsduo kompatibel sein. Es braucht anfänglich einen hohen Zeitaufwand bis sich das Tandem untereinander abgestimmt hat. Ausserdem ist grosse Flexibilität gefragt – vor allem, wenn dringende Entscheide getroffen werden müssen. Dann müssen Topsharer auch ausserhalb der Arbeitszeiten anpacken.

Eine Frau mit halblangen Haaren und einer Kette mit rundem Anhänger lacht in die Kamera.
Legende: «Den Wunsch nach Tandemführung äussern auch immer mehr Männer»: Irenka Krone, Geschäftsführerin Verein «Part Time Optimierung». SRF

Für wen ist das Thema Topsharing wichtig? Topsharing bedingt die Möglichkeit zur Teilzeitbeschäftigung. Und Teilzeitarbeit ist und bleibt Frauenarbeit. Dies zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik: Zurzeit gehen 6 von 10 erwerbstätigen Frauen einer Teilzeitarbeit nach, bei den Männern sind es 1,8 von 10. Die Teilzeitarbeit ist somit ein typisches Merkmal der weiblichen Erwerbsarbeit. Folglich kommt Topsharing vor allem Frauen zugute. Trotz Teilzeitarbeit können sie ihre Kaderpositionen behalten und weiterhin von Aufstiegsmöglichkeiten profitieren. Mit Topsharing ist der Teilzeitwunsch ausserdem kein Jobkiller mehr. Irenka Krone erklärt: «Sie kommen so aus der typischen Falle des Teilzeitpensums raus. Das kennen viele Frauen in der Schweiz. Sie kommen nicht weiter, haben oft uninteressante Stellen. So kommen sie zu interessanten Positionen, die 100 Prozent ausgeschrieben sind».

Aber: Den Wunsch nach Tandemführung äusserten auch immer mehr Männer, sagt Krone. Verständlich, denn der Anteil an Männer in Teilzeitarbeit hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Ein reines Frauen-Thema ist Topsharing also nicht.

10vor10, 12.4.2021;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Pascal Moser  (Krieg den Palästen)
    Liebes SRF, ich würde euch empfehlen, bezüglich geschlechtergerechter Sprache einen Kurs zu belegen. Ein Satz wie "Untersuchungen zeigen, dass 90% aller JobsharER Frauen sind" ist ein bisschen absurd.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    heisst im schlimmsten fall hat man 2 unfähige über einem. finde ich nicht gut.
  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Für mich ein Grund eine Kündigung einzureichen. Ich will nicht dieselbe Geschichte zweimal erzählen müssen.
    1. Antwort von Frank Grämiger  (Comments)
      Dann gibt's bei Ihnen noch organisationspotential. Wenn IT Supporter es schaffen, an einem Ticket zu arbeiten, sollten es 2 Top-Manager wohl schaffen, dass Sharing funktioniert. Ansonsten sind die dann wohl überbezahlt.