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Begrenzter Erfolg der «Swiss Better Gold Initiative» des Seco
Aus Tagesschau vom 06.09.2021.
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Trotz Fortschritten Weiter Weg bis zu sauberem Gold

Seit 2013 fördert das Seco gemeinsam mit der Branche «faires Gold». Trotz ersten Erfolgen bleibt die Skepsis gross.

Acht Tonnen nachhaltig produziertes Gold. Diese Menge wurde seit 2013 in die Schweiz importiert. Ein Erfolg, halten das Seco und Branchenvertreter bei der Verkündung der Zahlen fest. Ein Tropfen auf den heissen Stein, sagen Kritiker. Denn jährlich werden gemäss Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung insgesamt über 2000 Tonnen Gold in die Schweiz importiert.

Monica Rubiolo vom Seco weist auf die positive Entwicklung beim Kleinbergbau hin: «Dort stehen wir mit dem sauberen Gold etwa bei einen Fünftel.» Das Staatssekretariat für Wirtschaft strebt gemeinsam mit der Branche gerade beim Kleinbergbau weitere Verbesserungen an. Dieser hat jüngst immer wieder für Skandale gesorgt. Gleichzeitig sind 90 Prozent der Minen-Arbeiter im Kleinbergbau beschäftigt. 

Fehlendes Vertrauen

Das «faire Gold» des Seco-Projekts hat einen Preis. Pro Gramm bezahlen die Endkunden einen Dollar zusätzlich. 15 Prozent davon werden für administrative Zwecke abgezweigt – unter anderem für die Kontrolle der Standards. Die restlichen 85 Prozent gehen für Investitionen an die Klein-Minen. 

Trotz Nachhaltigkeit ist die Nachfrage für das verantwortungsvoll produzierte Gold aber gering. Nicht nur wegen des Preiszuschlags: Manche Abnehmer haben laut Branchenkennern wegen der Skandale grundsätzlich Vorbehalte gegenüber Gold aus dem Kleinbergbau – auch wenn dieses das Label «Swiss Better Gold» trage. Deshalb brauche es mehr Aufklärungsarbeit: Von Banken, der Uhrenindustrie und Juwelieren: «Die müssen ihren Verkaufsleuten klar machen, wie das Gold produziert wird», sagt Monica Rubiolo. 

Dass es Überzeugungsarbeit braucht, zeigt das Beispiel der Firma Metalor: Bis heute konnte sie knapp 370 Kilogramm des 2021 bezogenen SBG-Goldes nicht absetzen. Nach dem heutigen Anlass der «Swiss Better Gold Association» habe aber eine Schweizer Bank mitgeteilt, dass sie das Gold kaufen werde. 

Weit vom Ziel entfernt 

Handlungsbedarf gibt es nicht nur beim Marketing: Von über 80 Ländern, aus denen die Schweiz Gold importiert, sind mit Peru, Kolumbien und Bolivien nur drei im Projekt der Branche dabei. «Die Schweiz könnte mehr machen», sagt auch der Präsident der «Swiss-Better-Gold-Association» Olivier Demierre und hofft auf weitere Fortschritte. Potenzial dafür gibt es allemal: Je nach Quelle werden 40 bis 70 Prozent des weltweit geförderten Goldes hierzulande verarbeitet.

Tagesschau vom 06.09.2021, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Das schmutzige Geschäft mit Schweizer Gold. Ist die Schweiz ein riesiger Umschlagplatz für Blutgold? 70 % des weltweit geförderten Goldes landen jährlich in einer der hiesigen Raffinerien. Allein im Jahr 2017 macht der Handel mit Gold 31 % der Schweizer Importe und 24 % der Exporte aus.Immer wieder werfen Menschenrechtsorganisationen den Raffinieren vor, Gold zu verabeiten, dass unter höchst zweifelhaften Bedingungen abgebaut wurde.Ausbeutung der Goldgräber - die Gier nach Geld - dann die Moral.
  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    KVI? Nein. Danke Ständemehr, Danke SZ (68% Nein), Danke NW (68%), Danke AI (65%), Danke ZG (65%), Danke OW (64%)...
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Sauberes Gold ist reine Propaganda und ist etwa so wahr wie unsere Klimamassnahmen, welche es auch kaum gibt.