Zum Inhalt springen
Inhalt

Wirtschaft Trotz Gewinn will die CS weiter sparen

Die Grossbank Credit Suisse hat 2012 einen Reingewinn von rund anderthalb Milliarden erzielt. Trotzdem will sie die Kosten weiter reduzieren. Im Vorjahr hatte sie mehr verdient.

Legende: Video Credit Suisse macht Gewinn abspielen. Laufzeit 02:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.02.2013.

Die Credit Suisse (CS) hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 1,48 Milliarden Franken erzielt. Im Vorjahr hatte die Grossbank noch 1,95 Milliarden Franken verdient.

«Die Zahlen liegen ganz leicht unter den Erwartungen der Finanzexperten; aber weit unter den früheren Ergebnissen», sagt Susanne Giger, SRF-Wirtschaftsredaktorin.

CS-Chef Brady Dougan zeigt sich trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis: «Das Jahr 2012 lief wesentlich besser für uns.» Die Bank habe letztes Jahr risikobehaftete Investitionen reduziert. Zudem habe man die Kosten heruntergefahren, sagt Dougan gegenüber Radio SRF.

Neues Sparprogramm

Kosten will die CS noch weiter sparen. Die Bank will damit die Rentabilität steigern. Sie hat ihr Kostenreduktionsziel nach oben angepasst. Bis Ende 2015 will die CS ihre Kosten um 4,4 Milliarden Franken senken.

Erreichen könne man dies mit einer Personalreduktion, erklärt Dougan. Doch das sei nicht der einzige Weg. Was sind die anderen? Sparen könne man bei der Organisation oder im Technik-Bereich, sagt er. Konkreter wird Dougan aber nicht. Zudem könnte Personal in kostengünstigere Länder ausgelagert werden. Wie viele Stellen sind davon betroffen? Dazu wollte Dougan nichts sagen.

Logo der Bank Credit Suisse an einem Gebäude
Legende: Im vierten Quartal 2012 betrug der Gewinn der Credit Suisse 397 Millionen Franken. Keystone/Archiv

Eine Zahl verriet er dennoch: Kunden in Westeuropa zogen letztes Jahr 7 Milliarden Franken ab. Einer der Gründe sei laut Dougan das schwierige Umfeld in Europa. Wegen der Krise erwarte er auch für das laufende Jahr weitere Geldabflüsse. Trotz dieser Abflüsse aus Westeuropa konnte die CS im Jahr 2012 Neugelder in der Höhe von 19 Milliarden Franken ausweisen.

Bessere Zahlen als im Vorquartal

Im vierten Quartal hat die CS besser gewirtschaftet als noch im Vorquartal. Der Reingewinn stieg von 254 Millionen auf 397 Millionen Franken. Im Vorjahr fuhr die CS im letzten Quartal einen Verlust ein.
 
Während das Ergebnis in der Vermögensverwaltung (Privat Banking & Wealth Management) gegenüber dem Vorquartal fast unverändert blieb (-3 Prozent), mussten im Investmentbanking deutliche Gewinnabschläge hingenommen werden. Das Spartenergebnis vor Steuern betrug 298 Millionen Franken, 38 Prozent weniger als noch im dritten Quartal.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von david gfeller, lützelflüh
    Mein Sparvorschlag: Spart Dougan ein. Der kostet viel und bringt nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Wenn Unternehmensgewinne (= Mehreinnahmen als Ausgaben) zu Arbeitsplätze schaffende Investitionen führen (z.B. durch Ausleihe der Überschüsse an Unternehmen), sind Gewinne kein Problem. Es entspricht dann auch dem, was die klassischen ökonomischen Theorien versprechen: alles ist bestens und geht auf. Solange aber Geld der arbeitsplatzschaffenden Realwirtschaft aus Renditegründen vorenthalten werden kann, so lange kann das System nicht funktionieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A.Eberli, Zürich
    Und wie schon zigfach gesagt. Die Unternehmen verlagern die Arbeitsplätze dennoch ins Ausland, auch wenn wir gegen 6 Wochen Ferien sind und gegen die Abzockerinitiative und gegen die 1:12 Initiative. Wer was anderes glaubt, ist auf beiden Augen doppelt blind...Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob es nicht langsam gescheiter wäre gewisse Firmen zu verstaatlichen....Oder ein Gesetz aufzustellen, welches Outsourcing verbietet....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von David Rothen, Bern
      Es gibt schliesslich auch noch viele Leute die glauben das der freie Markt das Beste ist. Der freie Markt ist jedoch nur für sich selber das Beste. Das Beste für die Menschen ist ein regulierter Markt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ D. Rothen: nicht der freie Markt ist das Problem, sondern gewisse Rahmenbedingungen, in erster Linie die Funktionsweise unseres Geldsystems, der Boden als Geldanlagemöglichkeit und das heutige Patentrecht, welches extreme Monopolrenten schützt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen