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Wirtschaft UBS muss wieder tief in die Tasche greifen

Die Schweizer Grossbank UBS soll reichen Franzosen bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Nun fordert die französische Justiz binnen zwei Monaten mehr als eine Milliarde Euro – als Kaution. Die UBS reagiert empört.

UBS-Logo an einer Passerelle
Legende: Die UBS hat in Frankreich bereits ein weiteres Verfahren am Hals. Reuters

Die Bussen nehmen für die UBS kein Ende. Die neusten Forderungen kommen aus Frankreich: Die französische Justiz hat ein Anklageverfahren wegen Geldwäscherei in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung eingeleitet.

Die Behörden verdächtigten die Schweizer Grossbank, reichen Kunden dabei geholfen zu haben, Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Um Geldflüsse zwischen Frankreich und der Schweiz zu verschleiern, soll sie unter anderem ein spezielles Buchführungssystem aufgebaut haben.

Nach Angaben von Ermittlern wurde angeordnet, dass die UBS eine Sicherheit von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müsse. Bisher war diese auf 2,875 Millionen Euro festgelegt. Die Summe von mehr als einer Milliarde Euro müsse die Bank vor dem 30. September überweisen, hiess es aus Justizkreisen.

«Beispiellos und ungerechtfertigt»

Die UBS bestätigte, dass gegen die Bank ermittelt werde. «Wir wurden heute bei einer Anhörung in Paris darüber informiert, dass in der laufenden gerichtlichen Untersuchung zum grenzüberschreitenden Geschäft der UBS AG mit Frankreich eine beispiellose und ungerechtfertigte Sicherheitsleistung von 1,1 Milliarden Euro verlangt wird», heisst es in einer Stellungnahme.

Die UBS erachte sowohl die rechtliche Grundlage für diesen Betrag als auch die Berechnungsmethode für grundlegend mangelhaft. «Wir werden Berufung einlegen», teilte die UBS mit.

Die UBS werde ihren Standpunkt weiterhin mit Vehemenz verteidigen. «In den letzten Jahren haben wir alles getan, um diese Sache beizulegen. Wir haben zudem massgebliche und weitreichende Schritte unternommen, um die Steuerkonformität unserer Kunden sicherzustellen und werden dies auch weiterhin tun», heisst es weiter. Es sei inakzeptabel, dass diese Angelegenheit derart politisiert werde.

Schon lange im Visier der Ermittler

Die französische Tochter der Schweizer Grossbank ist seit längerem wegen dem Kampf gegen Steuerhinterziehung im Fokus der Behörden. Gegen die UBS lief in Frankreich bereits ein Ermittlungsverfahren wegen möglichen Rechtsverstössen in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung. Im Mai hatte die Bank gemäss einem Bericht des Westschweizer Radio offenbar einigen ihrer Angestellten aus dem Bereich Vermögensverwaltung Reisen nach Frankreich untersagt.

Bereits im Juni vor einem Jahr hatte die französische Bankenaufsicht die UBS zu einer Strafe von 10 Millionen Euro verurteilt. Die Bank wurde für die ungenügenden Kontroll- und Compliance-Prozesse bestraft. Sie hat die Busse aber vor dem Verwaltungsgericht angefochten.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Ich klage unsere Regierung und die fehlbaren Bänkster an, zum Rufmord der Schweiz. Ich möchte kein Geld, würde aber ein Abgang nach Japanischer Art mit Harakiri als wünschenswerte Lösung betrachtet. Da Harakiri etwas spirituelles ist, hätten die Gesellen noch etwas Zeit über ihr abartiges Verhalten zu studieren. Tschüss zum Wohle der Schweiz. Ohne Zynismus ist diese Schweinerei nicht mehr zu ertragen.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Tjaja, an den Schweizer Banken wird Raubbau betrieben,. Der Dominoeffekt hat sich eingenistet. Jetzt kommt ein Land nach dem andern und verlangt happige Bussen wegen angeblicher Beihilfe in Steuerfragen. Und was, wenn alle Schweizer Banken einmal völlig ausgeraubt sind, werden dann wir Bürgerinnen und Bürger unseres Hab und Gutes beraubt
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Zenker, 6370 Stans Naja, die Grossbanken haben auf ein falsches Geschäftsmodell gesetzt, aber anstatt zu lamentieren muss man das als Chance sehen.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Ungeachtet dessen, ob die Gangart gegenüber den Schweizer Banken gerechtfertigt ist oder nicht: Wann darf ich in der Presse mal lesen, dass der Schweizer Fiskus ausländische Banken wegen gleichlautenden Vorwürfen zu saftigen Bussen verurteilt? Oder hat unsere Steuerpfüfungsmaschinerie die Prioritäten beim Abzug von ein paar hundert Franken gemeinnütziger Zuwendungen gesetzt...?
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    1. Antwort von Marc Meier, Luzern
      Der Schweizer Fiskus darf ausländische Bnken nicht wegen Steuerdaten anfragen. Daher kann die Schweiz auch keine entsprechenden Vorwürfe erheben, denn sie wissen gar nicht, ob eine in der Schweiz wohnhafte Person Vermögen im Ausland (oder Inland) nicht versteuert. Daher kann auch keine Bank gebüsst werden. Dem Bankgeheimnis (und dessen Unterstützern) sei Dank...
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