UBS und CS neben JP Morgan kleine Fische

JP Morgan zahlt den US-Behörden 13 Milliarden Dollar und kauft sich damit frei. Auch Schweizer Grossbanken waren in umstrittene Hypotheken-Geschäfte verwickelt – und müssen weiterhin mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, sagt Jan Baumann von der SRF-Wirtschaftsredaktion.

Paradeplatz in Zürich, Fassaden von UBS und CS und Tramhaltestelle davor. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Sache ist noch nicht ausgestanden: UBS und CS können auch noch weiterhin zur Kasse gebeten werden. Reuters

SRF: JP Morgan kommt der Vergleich mit der US-Justiz teuer zu stehen. Müssen UBS und CS nun auch Milliarden zahlen?

Jan Baumann: Die Schweizer Grossbanken kommen sicher nicht ungeschoren davon. Soviel lässt sich sagen. Der Grund: Sie haben ähnliche Deals gemacht mit faulen Krediten wie JP Morgan und viele andere Banken in den USA.

Aber – und das ist wichtig – wir sprechen im Fall von UBS und CS von kleineren Dimensionen. Sie waren längst nicht so aktiv im Geschäft mit Immobilienkrediten wie der Branchengigant JP Morgan.

Die UBS räumt ihre Gerichtsfälle derzeit schnell auf. Sie hat rund um die faulen Hypothekarkredite schon einen Vergleich abgeschlossen mit den US-Behörden. Kommt nun noch mehr auf sie zu oder war es das?

885 Millionen Dollar hat die UBS bereits hingeblättert in einem Vergleich. Da ging es um einen Streit mit den US-Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Das sind die zwei Häuser, mit denen sich jetzt auch JP Morgan geeinigt hat. Bei der UBS ist dieses Kapitel aber deswegen noch nicht abgeschlossen. Andere Streitigkeiten wegen Immobilienkrediten muss die Bank in den USA erst noch hinter sich bringen.

Und wie sieht es für die CS aus?

Die CS ist in der ganzen Sache sogar noch viel weniger weit. So einen Vergleich wie die UBS hat die CS noch nicht erzielt. Sie sitzt quasi erst im Wartezimmer bei den amerikanischen Behörden.

Das Gespräch hat Daniel Hofer geführt.

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