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Überraschte Ökonomen Schweizer Wirtschaftswachstum abrupt gestoppt

Legende: Video Abgeschwächtes Wirtschaftswachstum in der Schweiz abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.11.2018.
  • Das Schweizer Bruttoinlandprodukt ist von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent geschrumpft.
  • Ökonomen hatten deutlich bessere Werte erwartet.
  • Trotzdem: Im Jahresvergleich bedeutet dies noch immer ein Wachstum von 2,4 Prozent.

Die Ökonomen waren für das dritte Quartal im Durchschnitt eigentlich von einem Wachstum von 0,4 Prozent ausgegangen. Sie lagen falsch. Parallel zum Ausland – insbesondere Deutschland – ist die Schweizer Wirtschaft geschrumpft. Das erste Mal seit eineinhalb Jahren.

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft mitteilt sind sowohl Industrie- wie auch Dienstleistungsbetriebe betroffen. Besonders stark war die Abschwächung im Energiesektor zu spüren. Der trockene Sommer führte bei Wasserkraftwerken zu Produktionsausfällen.

Die Heftigkeit des Abschwungs haben wir so nicht erwartet.
Autor: Roland IndergandLeiter Ressort Konjunktur beim Seco

«Dass eine Abkühlung kommt, war aufgrund der Exportdaten im dritten Quartal klar. Aber die Heftigkeit des Abschwungs haben wir so nicht erwartet», sagt Roland Indergand, Leiter Ressort Konjunktur beim Seco.

Überraschend sei vor allem, dass auch die Inlandnachfrage zurückgegangen sei. Dass nach der Abkühlung in Europa (vor allem Deutschland) und Asien keine Impulse aus dem Ausland kommen würden, sei klar gewesen. Dass aber auch der Konsum und die Investitionen so schwach ausfallen würden, habe überrascht.

Hoffnung für viertes Quartal

Konkret bewegten sich etwa die privaten Konsumausgaben im dritten Quartal mit +0,1 Prozent kaum. Hier sei die Bereitschaft zu grösseren Anschaffungen vor dem Hintergrund der schwachen Reallohnentwicklung gering gewesen, meint das Seco. Die Konsumausgaben des Staates (-0,1 Prozent) wurden gar leicht zurückgefahren.

Der überraschende Einbruch zwischen Juli und September scheint aber wohl ein kurzer Einbruch zu bleiben. Die bereits bekannten, positiven Exportzahlen vom Oktober lassen erwarten, dass das Wachstum im laufenden vierten Quartal wieder besser ausfallen wird.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Für mich ein gutes Zeichen, auch für die Schweiz. Nur mit einem weltweiten Wirtschaftsrückgang können wir "die Welt" retten. Ein Drittel der SVP wird sich leider stark für ein Wachstum einsetzen. Zwei Drittel der SP Vertreter werden sich ebenfalls wieder für das Wirtschaftswachstum +das Bevölkerungswachstum einsetzen. Auch bei der FDP werden es zwei Drittel sein, die Wirtschaft über alles wollen. Wenn wir Friede +Klima verbessern wollen, müssen wir gegen diese Politiker wählen +abstimmen.
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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Bedenklich, dass die Wirtschaft bei einem solch tiefen Zinsniveau nicht richtig wächst. Dieses tiefe Zinsniveau ist erforderlich, um die Auswirkungen der weltweit massiv gestiegenen Verschuldung auszugleichen, Wachstimsakzente mag sie nicht zu setzen. Die Weltwirtschaft leidet an Strukturverzerrungen. Diese werden sich eines Tages lösen müssen. Das wird wohl noch schmerzhaft werden.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Wer sich nur kurz umschaut, der braucht kein Seco und deren Ökonomen, der sieht das an den leerstehenden Wohnungen, der sieht das an den Firmen, die ins Ausland abwandern, der sieht das an den leerstehenden Hallen und Gewerberäumen. Und: Wer ist der grösste Arbeitgeber in der Schweiz? Die öffentliche Hand. Die einzige Industrie, die aktuell in der Schweiz wirklich blüht, ist die Sozialindustrie. Doch die schafft keinen Mehrwert. Und darum geht's in der Wirtschaft!
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Das mit der Sozial'industrie' das müssten Sie mir mal erklären. DIE Wirtschaft auch noch dazu. Was Sie denn unter das eine und das andere subsummieren? Dann stellt sich die Frage, für wen sollte die Wirtschaft funktionieren sie für uns oder wir für sie, so im Sinne l'art pour l'art?
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