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Legende: Video Neuausrichtung der Post abspielen. Laufzeit 12:50 Minuten.
Aus ECO vom 01.04.2019.
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Umstrittene Gewinnabgabe Post-Präsident Schwaller: «Die Rechnung geht nicht auf»

Der Bund will von der Post jährlich nach wie vor 200 Millionen Dividende. Der oberste Postchef findet: Das ist zu viel.

Die Post gerät finanziell zunehmend unter Druck. Seit 2009 ist das Betriebsergebnis, also das Geschäftsresultat vor Steuern und Finanzerfolg, um fast einen Drittel gesunken. Der Konzerngewinn ging um knapp 45 Prozent zurück. Im vergangenen Jahr waren es noch 405 Millionen Franken.

Die Posterträge sinken – die Dividende bleibt

Vom Gewinn muss die Post pro Jahr 200 Millionen Franken an den Bund, den Eigentümer des Unternehmens, als Dividende abliefern. Und der Bund, genauer der Bundesrat, verlangt, dass die Post in «allen Geschäftsfeldern eine branchenübliche Rendite» erzielt. Bei einem stetig sinkenden Gesamtertrag wird das aber immer anspruchsvoller.

Urs Schwaller, VR-Präsident der Post, findet 200 Millionen Franken Dividende zu viel, wie er im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «ECO» sagt. «Für mich ist klar: Die Rechnung geht nicht auf.» Man müsse diesen Punkt in den nächsten Monaten diskutieren.

Eine Halbierung der Dividende auf 100 Millionen Franken wäre für Urs Schwaller «ein erster Schritt».

Legende: Video «Eine Halbierung der Dividende wäre ein erster Schritt» abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus ECO vom 01.04.2019.

Dies besonders vor dem Hintergrund, dass der Service-Public-Auftrag die Post nach Schätzungen der liberalen Denkfabrik «Avenir Suisse» zwischen 350 und 400 Millionen Franken kostet. Tatsache ist: Ausser im Geschäftsbereich Postauto erhält das Unternehmen keine staatlichen Subventionen oder Abgeltungen.

Erträge dürften weiter sinken

Der Gewinn wird weiter sinken. Nicht zuletzt weil die Erträge der Postfinance, die in den vergangenen Jahren beinahe immer deutlich mehr als die Hälfte zum Betriebsergebnis der Post beisteuerten, in Zukunft zu grossen Teilen wegfallen werden. Grund: Die Bank muss in nächster Zukunft ihre Eigenkapitaldecke stärken, weil sie als systemrelevante Bank eingestuft ist.

Und im Bereich Poststellennetz schreibt die Post seit Jahren Verluste. 94 Millionen waren es 2018. Dies, obwohl das Netz kontinuierlich ausgedünnt wird.

Bundesrat hält an Dividendenhöhe fest

Das für die Post zuständige Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK schreibt auf Anfrage von «ECO» zu den Renditevorgaben und der Dividendenhöhe:

«Die finanzielle Situation der Post ist nach wie vor so stabil, dass sie diese Ziele erreichen kann. (...) Der Bundesrat sieht deshalb derzeit keinen Grund, die Vorgaben zur Rendite anzupassen. Gleiches gilt für die von der Post ausgerichtete Dividende von 200 Millionen Franken pro Jahr.»

Der Bundesrat erwarte von der Post in seinen strategischen Zielen, dass sie eine Dividendenpolitik nach dem Grundsatz der Stetigkeit betreibe. Er schreibt: «Sollte sich die finanzielle Situation der Post verändern, wird der Bundesrat die Dividendenpolitik überprüfen und gegebenenfalls anpassen.»

Der neue Mann für wegbrechende Märkte: Roberto Cirillo

Ab dem 1. April ist der Tessiner Roberto Cirillo neuer Postchef. Warum VR-Präsident Urs Schwaller ihm das Unternehmen mit 60'000 Angestellten anvertraut und was er von ihm erwartet, sagt er im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «ECO» .

Legende: Video Urs Schwaller über den neuen Postchef Roberto Cirillo abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus ECO vom 01.04.2019.
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