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Grosse Unternehmen gehen gestärkt aus der Krise
Aus Tagesschau vom 08.08.2020.
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Unternehmen in der Coronakrise Die Grossen schlucken die Kleinen

Auftragseinbruch, Umsatzrückgang und viel weniger Gewinn oder gar Verlust – für die meisten Firmen sind es harte Zeiten. Die grossen Konzerne haben aber meist gut gefüllte Kassen. Die kleinen hingegegen leiden, sie werden zu attraktiven Übernahmekandidaten.

Ob in der Natur oder in der Wirtschaftswelt, meist gilt: Die Grossen fressen die Kleinen. In normalen Zeiten kommt es zwar durchaus vor, dass kleinere Firmen grössere übernehmen. Doch jetzt in der Krise sind die grossen im Vorteil.

Volle Kassen

Der Grund: Sie haben in den letzten Jahren gut verdient und konnten Geld auf die Seite legen. Die Kassen der KMU aber sind oft nicht so voll, wie die der grossen Konzerne. Marc Moeckli berät kleine und mittlere Firmen bei Nachfolge- und Übernahmelösungen. «Wer nicht verkaufen muss, der soll zuwarten bis nach der Krise.» Denn die Umsatz- und Gewinneinbrüche drücken die Transaktionspreise. Davon wollen die grossen Firmen profitieren.

Beispiel Sika: Der Bauchemiekonzern gehört zu den Grossen und wächst seit Jahren mit Übernahmen. Eine Strategie, die auch in der Krise gut funktioniert. Konzernchef Paul Schuler: «Die Situation ist günstig, weil einige Mitbewerber Mühe haben. Es kommt sicher die Gelegenheit, um unseren Markt auch mit Akquisitionen weiter ausbauen zu können.»

Gute Zeiten für Kaufwillige

Die Kleinen müssen also wachsam sein, wenn sie nicht von einer grossen Firma geschnappt werden wollen. «Es ist ein Käufermarkt zur Zeit, wer eine Firma kaufen will, der kann dies jetzt oft zu günstigen Preisen tun», sagt Unternehmensberater Marc Möckli.

Die Grossen sind zur Zeit also im Vorteil. Beispiel Calida: Der Schweizer Unterwäsche-Hersteller ist ebenfalls auf der Suche nach Schnäppchen. Firmenchef Reiner Pichler meint: «Covid hat die Unternehmen unterschiedlich getroffen und vielleicht gibt es da auch für uns Möglichkeiten, Zukäufe zu tätigen, wir prüfen das aktuell.»

Die Krise trifft nicht alle gleich

Ein weiteres Beispiel ist Lafarge Holcim – einer der ganz grossen im Zement-Geschäft: auch hier will der Chef nach Möglichkeit zulangen. CEO Jan Jenisch sagt: «Wir haben eine sehr solide Finanzbasis, wir haben uns extrem entschuldet und sind eines der solidesten Unternehmen im Bausektor. Und wir können sicherlich auch profitieren, wenn sich die eine oder andere Möglichkeit ergeben sollte.»

Ob klein oder gross, die Coronakrise trifft fast alle. Aber die Grossen haben meist mehr Möglichkeiten, auch in finanzieller Hinsicht und werden so oft gestärkt aus der Krise kommen.

Tagesschau, 08.08.2020, 19:30 Uhr

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Vor allem muss verhindert werden, dass sich Chinesische Konzerne breit machen in der Schweiz und in Europa. Zuerst lieb und nett eine Firma aufkaufen; dann nach und nach das ganze Knowhow und die Produktion nach China verlagern. Das muss verhindert werden. Sowieso gilt es wieder; nach und nach die Produktion aus Fernost nach Europa zurück zu holen.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    NZZ am Sonntag schreibt die Prognose, dass die Konzerne ihre Entlassungswelle erst im Herbst-Winter anfangen. D.h., die Arbeitslosenquote wird sich entsprechend erst anfangs 2021 erhöhen. Klar, erst nach der BGI-Abstimmung.
  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Diese KMU hatten immerhin auch die Möglichkeit sich ein Liquiditätspolster vom Angebot des Bundes zu sichern. Wenn dieses jetzt bereits aufgebraucht ist und man sich bei möglichen Käufern umsehen muss, dann war der Betrieb bestimmt bereits vor Corona in Schieflage.