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Wirtschaft US-Steuerstreit: Raiffeisen glaubt an Unschuld ihrer Kunden

Die Raiffeisengruppe geht davon aus, dass unter ihren Kunden keine US-Steuersünder sind. Die drittgrösste Schweizer Bankengruppe nimmt am Programm zur Bereinigung des Steuerstreits teil.

Legende: Video Einschätzungen des Bankenexperten Alfred Mettler abspielen. Laufzeit 22:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.12.2013.

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz hat entschieden, am Programm zur Beilegung des US-Steuerstreits teilzunehmen. Die Bank geht davon aus, dass unter ihren Kunden keine US-Steuersünder sind.

Nun muss sie sich entschliessen, welche Kategorie sie im Programm wählt. 2014 soll ein definitiver Entscheid zwischen den Kategorien 3 und 4 folgen. «Derzeit steht die Kategorie 3 im Vordergrund», schreibt die drittgrösste Schweizer Bank weiter.

  • Wählt Raiffeisen die Kategorie 3, müssen die zahlreichen Regionalbanken der Gruppe den amerikanischen Behörden beweisen, dass ihre Kunden steuerlich einwandfrei sind und dass sie nicht gegen US-Recht verstossen haben.
  • Die Kategorie 4 würde bedeuten, dass die Bank kaum amerikanisches Geschäft betreibt und daher für die Steuerbehörden und das Justizministerium in den USA uninteressant ist

«Das ist eine recht überraschende Positionierung der Raiffeisenbank», sagt SRF-Wirtschaftsredktorin Barbara Widmer dazu. «Diese Kategorie bedeutet, dass man sich als unschuldig betrachtet.»

Postfinance geht auf Nummer sicher

Auch die Postfinance hat beschlossen, am US-Programm teilzunehmen. Sie hat sich für die Kategorie 2 entschieden. Mit dieser Wahl wolle man Risiken vermeiden, hiess es in einer Mitteilung.

Jedoch sei die Postfinance unsicher gewesen, ob sie sich auch für die Kategorie 3 hätte anmelden können . Diese ist nur für jene Banken, die die Unschuld ihrer Kunden beweisen können. Die Postfinance kann sich vorstellen, dass sie nächstes Jahr in die Kategorie 3 wechseln kann, wenn die Daten überprüft sind.

Unklar sei, inwiefern das spezielle Geschäftsmodell von Postfinance mit dem Grundversorgungsauftrag im Zahlungsverkehr bei den Amerikanern Beachtung finde, hiess es weiter. Postfinance besitzt erst seit diesem Jahr eine volle Banklizenz.

«Es ist nicht so, dass die Banken, die sich in Kategorie 2 einreihen, amerikanisches Recht gebrochen haben. Es ist lediglich so, dass sie es gebrochen haben könnten», präzisiert SRF-Wirtschaftsredaktorin Widmer. Das US-Programm sei voller juristicher Unschärfen und Grauzonen.

Legende: Video So funktioniert das US-Bankenprogramm abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.12.2013.

Kategorien des US-Programms

Haben Schweizer Geldhäuser US-Bürgern geholfen, Steuern zu hinterziehen? Wenn ja, können sie dies der Schweizer Finanzaufsicht melden und auf eine milde Strafe hoffen. Bisher erwärmte sich aber nur ein Bruchteil der Banken für das freiwillige Programm. Doch die Liste wird täglich länger. Hier geht's zur Liste und Hintergrundinformationen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. Die Raiffeisen Bank könnte irgendwann böse erwachen.Alle Banken haben sich gefreut wenn Ausländer Geld angelegt haben. Wer sich so sicher sein kann,dass alles sauber lief, der wackelt jetzt schon. Es wird Zeit, dass die Banken Ihre Verantwortung wahr nehmen, die Busse bezahlen um dann in Zukunft etwas seriöser arbeiten. Kann nur hoffen, dass der Postfinance nicht auch der Strick angelegt wird.
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    1. Antwort von Daniel Küttel, Bremgarten
      Es geht meistens nicht um "Ausländer Geld", sondern um Schweizer Geld das von Schweizern in der Schweiz von Schweizer Firmen verdient wurde. Wieso wollen die Amis davon umbedingt profitieren? Weil sie die Macht dazu haben.
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  • Kommentar von Daniel Frei, Lupfiog
    Offenbar haben x-schweizerische Banken Dreck am Stecken. Der Otto-Normalbürger ist überrascht, dass auch Raiffeisen wie auch die Postfinance involviert sind. Kreditinstitute, die kriminelles Verhalten fördern, sollten ihre Lizenz verlieren. Die Banken haben nachweisbar die Marktzinsen sowie den Libor-Satz manipuliert. Die Finanzbranche hat noch immer nicht begriffen, wie verhasst sie in der Gesellschaft mittlerweile sind. Die Betrüger im Finanzsektor gehören in den Knast, ohne wenn und aber.
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    1. Antwort von Daniel Küttel, Bremgarten
      Na gut. Aber müssen unschuldigen lokalle Kunden umbedingt bestraft werden einfach weil ein Fremdes Land denkt das die ganze Finanzbranche "Schuldig" ist, obwohl dies nicht nachbewiesen ist?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ach dieses leidige Theater, nur wegen den geldgierigen Machos ennet dem Teich. Wenn die Banken gemeinsam dem Big Brother die Stirne bieten und SEINEN Sündenböcken den Spiegel hinhalten würden, so glaube ich, würden "diä uberäne" vielleicht etwas mehr Respekt vor der Schweiz bekunden.
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