Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Neuer Big Player im amerikanischen Zeitungsbusiness abspielen. Laufzeit 03:33 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 07.08.2019.
Inhalt

USA-Today-Verlag vor Verkauf US-Zeitungsgiganten planen Zusammenschluss

Die Nummern 1 und 2 auf dem amerikanischen Printmarkt wollen ihre Kräfte bündeln, Kosten reduzieren und den digitalen Wandel beschleunigen.

Das Ausmass der Fusion wäre immens: In den USA wollen die Nummer 1 und die Nummer 2 im Zeitungsbusiness fusionieren, die New Media Investment Group (NMIG) will Gannet kaufen. Die neue Firma würde mehr als 260 Tageszeitungen und 300 Wochenzeitungen verlegen. Darunter auch die Nummer 2 in den USA, die «USA Today».

Gannett, der auch Zeitungen wie die «Detroit Free Press» und die «El Paso Times» herausgibt, kämpft mit schrumpfenden Auflagen. Millionenschwere Investitionen in den Digital-Auftritt schlugen sich nicht in steigenden Umsätzen nieder.

«Es ist Geld vorhanden»

Haben US-Verlage also Geldprobleme? Nicht unbedingt, so SRF-Medienexperte Salvador Atasoy. Gerade die New Media Investment Group hatte in den vergangenen Jahren immer wieder kleine Zeitungen wie etwa die Hot Springs Village Voice in Arkansas oder den Lucerne Valley Leader in Kalifornien aufgekauft.

Zeitungen also, die kaum jemand kennt. Aber in der Summe sind es eben gewaltig viele. «Das zeigt, dass Geld vorhanden ist», so Atasoy.

Frau vor US-Zeitungen.
Legende: Das Zeitungswesen in den USA befindet sich im Wandel, ist aber nach wie vor ein lohnendes Geschäft. Keystone/Archiv

«Die NMIG macht immer dasselbe. Es wird fusioniert, zusammengelegt, was man zusammenlegen kann», sagt der Journalist. Es entsteht das, was amerikanische Medien Ghost-Papers nennen. Also ausgedünnte Zeitungen und Chefredaktoren, die oft für 4, 5 Regionalzeitungen verantwortlich sind und kaum über jedes Gebiet vollkommen informiert sind.

Stellenabbau möglich

In den vergangenen zehn Jahren sind in den USA mehr als 1800 Lokalzeitungen verschwunden. Die Zahl der Journalisten, die im Print arbeiten, ist im gleichen Zeitraum um gut die Hälfte auf noch knapp 39’000 gesunken. «Seit Donald Trump seine Strafzölle eingeführt hat, sind die Papierpreise um bis zu 40 Prozent gestiegen», sagt Atasoy. Das verlange den Verlagen enorm viel ab und erkläre die nun angekündigte Fusion.

«Die beiden Verlage sprechen – wie so oft in solchen Situationen – von einem Gewinn für den Qualitätsjournalismus», so Atasoy. Andererseits hat man auch Sparziele definiert. Bis zu 300 Millionen Dollar sollen so jedes Jahr gespart werden. Gewerkschaften etwa gehen von einem späteren Stellenabbau aus, auch wenn jetzt erstmal nicht davon die Rede ist.

Riesiges Werbevolumen für US-Zeitungen

Wer jetzt denkt, das Zeitungsbusiness sei am Ende, irrt sich gewaltig. «Der Werbemarkt hat immer noch ein Volumen von rund 25 Milliarden Dollar.» Bündeln die beiden Verlage ihre Auflage, kommen sie auf eine Verbreitung von mehr als acht Millionen gedruckten Exemplaren.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Eine solche gigantische Zusammenlegung der zwei wichtigsten Printmedien-Unternehmen würde für den amtierenden Präsidenten den sicheren "Todesstoss" bedeuten: Dieses Einheitsmedien-Unternehmen könnte täglich in übereinstimmender Einigkeit negative Salven gegen Trump abschiessen. Donald Trump würde endgültig zum grössten "Boxsack" und schlechtesten Amerikaner verschrien!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Warum erodieren die Nutzerzahlen von Medien (nicht nur Print, ebenso sehr Radio und TV in letzten Jahren derart dahin? Liegt das vielleicht auch an Journalisten-Stil, der immer mehr von neutralen Faktenberichten zu einseitigen, in politische Korrektheit verpackte Einheits-Meinungsportraits mutiert sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      @zehnder: Ich denke, dass wir uns in einer Zeit befinden wo sich mit der A-Zentralität des Netzes die Informationshierarchen Richtung Horizontalität bewegen. Was wohl in seiner ganzen Tragweite von uns, die wir mitten drin sind, noch kaum erfasst werden kann. Es ist ein radikaler, im wahrsten Sinne des Wortes, Wandel. Wie das Wurzelgeflecht, dass an jeder Stelle beginnen und weiter sich entwickeln kann. Ich finde es eine äusserst phaszinierende und anspruchsvolle Zeit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Eine Bankrotterklärung für die Protodemokratie, die die USA vor einiger Zeit war. Allein schon solche Aussagen von Werbevolumen zeigen zu was die meisten Printmedien reduziert worden sind, zu Werbeblätter und wenn die BürgerInnen Glück haben finden sie noch etwas zum Lesen. Soviel zur für jeden demokratischen Prozess wesentlichen 4.Macht in Staaten, die sich demokratisch entfalten wollen. Die Werbung hat ihren Job gut gemacht, die Menschen sind zugemüllt mit Dingen, die sie nicht brauchen....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen