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Der Schweizer Milchkonsum ist rückläufig
Aus HeuteMorgen vom 09.05.2019.
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Veränderte Konsumgewohnheiten Milch macht's – aber nicht mehr so wie früher

Der Milchkonsum in der Schweiz ist in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Eine Wende ist nicht in Sicht.

Von der Milch haben viele genug. Und so klingt es auch auf der Strasse: «Wenn, dann nur mit Cornflakes» – und «allgemein ein Glas Milch trinke ich eigentlich nicht», oder «ausnahmsweise ein Milchkaffee».

Die Statistik zeigt: Wurden 2008 noch etwa 75 Liter pro Kopf verbraucht, sind es heute noch etwa 50 Liter. Der Anteil der von den Produzenten für den Eigengebrauch zurückgehaltenen Milch ist in den Statistiken von vor 10 Jahren noch enthalten, in jenen von heute nicht mehr. Die Schweizer Milchproduzenten verweisen darum auf einen Rückgang von etwa 18 Prozent.

Legende:
Milchkonsum in der Schweiz Es wird immer weniger Milch getrunken. (*provisorische Zahlen) sbv-agristat

Es sind vor allem die neuen Essgewohnheiten, welche zum Rückgang bei der Trinkmilch führen, sagt Mirjam Hauser, Trend-Forscherin beim Marktforschungsinstitut GIM Suisse: «Wir beobachten schon länger, dass die Verzehrzeiten nicht mehr so fest sind, wie sie früher einmal waren.» Sich am Morgen hinsetzen und frühstücken – das machen immer weniger. Gerade berufstätige Menschen essen und trinken unterwegs.

Mischgetränke verdrängen pure Milch

Die neuen Konsumgewohnheiten hat auch Stefan Kohler vom Branchenverband Milch festgestellt: «Die Leute trinken heute eher bereits fertig gemischte Getränke, die in eine andere Kategorie fallen. Dort wächst der Konsum in den letzten Jahren stetig.» Das bestätigen auch Detailhändler.

Die Leute trinken heute eher bereits fertig gemischte Getränke.
Autor: Stefan KohlerBranchenorganisation Milch

Und ihnen fällt noch etwas anderes auf. «Wir stellen fest, dass die Nachfrage nach Milchersatzprodukten kontinuierlich steigt. In den letzten Jahren hatten wir hier Zuwachsraten im zweistelligen Prozentbereich», sagt Migros-Sprecherin Alexandra Kunz.

Boom bei Ersatzprodukten

Während von der klassischen Trinkmilch jährlich zwei Prozent weniger verkauft wird, nehmen also Produkte wie Soja-, Mandel- oder Reisgetränke überproportional zu. Das ist auch bei Coop der Fall, wie Sprecherin Andrea Bergmann bestätigt: «In den letzten rund zehn Jahren haben sich die Verkäufe bei uns verdreifacht.»

Ein Regal voller Milchersatzprodukte
Legende: Der Markt bei den Milchersatzprodukten wächst. Keystone

Die Ersatzprodukte legen also zu. Die Detailhändler vermuten die Gründe für den Zuwachs ebenfalls in den Ernährungstrends. Man will Neues probieren, vor allem wenn es gesund scheint. Die Produkte sind aber noch immer eine Nische – ihr Anteil gemessen am gesamten Sortiment ist klein.

Mit einer Rückeroberung der Trinkmilch ist allerdings nicht zu rechnen. Denn die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass es nicht die Ersatzprodukte sind, welche die Milch vom Tisch verdrängen. Es sind vor allem die Essgewohnheiten. Und die werden sich – darin sind sich die Experten einig – so schnell nicht zurückentwickeln.

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Es ist absolut logisch, dass die armen (TURBO) Kühe keine gesunde Milch mehr liefern können. Deshalb auch die vielen Allergien. Heute schlachtet man eine Kuh mit 8 J - früher wurde sie 14-16 Jahre und hatte immer noch ein Kälbchen an der Seite, gab 13-15 L Milch - heute 50 Liter !! Da sind unsere Bauern, unsere Wirtschaft schuld an dieser tragischen Entwicklung - und die Kühe/Kälber leiden extrem. Under der Mensch wird krank mit dieser TURBO-Milch !!
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  • Kommentar von Rick Precht  (RD Precht)
    Dass 75% der Weltbevölkerung keine Milch vertragen, kommt nicht von ungefähr (https://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/05/laktoseintoleranz). Sie ist einfach nicht für uns gedacht. Wir Europäer vertragen Milch auch nur aufgrund einer Genmutation. Das allein sollte uns schon nachdenklich stimmen. Auch mir schmeckten Milchprodukte gut, mittlerweile sprechen für mich jedoch zu viele Gründe gegen einen unbeschwerten Genuss (Ethik, Umwelt, Gesundheit und einfach Tierliebe).
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  • Kommentar von Andreas Iten  (Bauer der ältere)
    "nehmen also Produkte wie Soja-, Mandel- oder Reisgetränke überproportional zu. "
    Ist das etwa gesünder und ökologischer?! -diese Produkte müssen um die halbe Welt gefahren werden und dann mit viel Energie aufbereitet werden. Milch und Milchprodukte hingegen hat es hier zu genüge, und wird hier seit Jahrhunderten hergestellt. Die Ressourcen für die Milchproduktion sind vorhanden wie kaum in einem anderen Land( neben Neuseeland und Irland).
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    1. Antwort von Nic Grund  (Gruendeli)
      Ja es ist ökologischer. Bei der Milch wird auch Soja importiert. Und zwar tonnenweise und den Kühen im Stall verfüttert. Oder sind Sie so naiv dass Sie glauben dass in der Schweiz die meisten Kühe auf der Weide weiden?
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    2. Antwort von Valentin Lendi  (valentin)
      Sonnenblumenkernen und Hanfsamen können und werden vor Ort angebaut.....
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    3. Antwort von Andreas Iten  (Bauer der ältere)
      Lieber Nic
      Aufklärung tut bei dir Not.
      Kühe fressen auch im Stall Heu, Gras, Silage. Kraftfutter macht nur ein kleiner Teil der Fütterung aus, vielfach als Ausgleich. Importe von Soja stammen aus 99% vom Label Sojanetzwerk, wird also aus kontrolliertem Anbau importiert. Zugleich produzieren ca 600 CH-Bauern auf 1700 ha Soja. Und nicht zuletzt sind z.B.Tofu, Tempeh Lecithin oder Sojasahne gefragte Produkte in der veganen Ernährung, tendenz steigend.
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