Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Game-Plattform Roblox: Millionen Spiele in qualitativ fraglicher Qualität abspielen. Laufzeit 07:26 Minuten.
Aus Audio Aktuell SRF 3 vom 17.04.2019.
Inhalt

Virtuelle Welten Die erfolgreichste unbekannte Game-Plattform der Welt

Roblox ist Treffpunkt für Millionen von Kindern. Die Firma hinter der Plattform wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Wer älter als 18 ist, hat wohl noch nie von Roblox gehört. Wer jünger ist, hat die Plattform vielleicht schon selbst besucht. Seit es Roblox auch auf Deutsch und Französisch gibt, ist die Benutzerzahl in den letzten Monaten noch einmal stark gewachsen. Heute sollen um die 90 Millionen mindestens einmal im Monat bei Roblox vorbeischauen.

Roblox ist bei Kindern so beliebt, dass unter 13-Jährige dort mehr als dreimal so viel Zeit verbringen als bei Youtube. Selbst 13- bis 17-Jährige sind fast doppelt so lange bei Roblox als bei Youtube. Kurz: Was Besucherzahlen und -zeiten angeht, macht Roblox auch den grössten Game- und Unterhaltungsplattformen Konkurrenz.

Nicht jedes Game funktioniert so, wie es sollte

Auf der Plattform können Dritte eigene Games programmieren und dem Publikum zur Verfügung stellen. Dafür gibt mit Roblox Studio eine eigene Game-Engine, mit der sogar Kinder erste, einfache Spiele programmieren können.

Alle Games spielen in der gleichen bunten Roblox-Welt, die ein wenig an Lego erinnert. Nicht alle – oder besser: nur wenige – können qualitativ mit herkömmlichen Games mithalten. Doch daran scheint sich das sehr junge Publikum bei Roblox nicht zu stören. Im Gegenteil: Die Kinder finden es lustig, wenn ein Spiel einmal nicht so reagiert, wie es eigentlich sollte und bestimmte Aktionen einen ganz anderen Ausgang haben, als erwartet.

Bis heute sind auf der Plattform sind über 57 Millionen verschiedene Spiele erschienen. Die Auswahl an Inhalten ist also riesig – wer will, kann in einer Pizzeria virtuelle Pizzas backen oder ein Schiess-Spiel spielen. «Jailbreak» ist einer der beliebtesten Titel. Beim virtuellen «Räuber und Gendarm»-Spiel nehmen Zehntausende gleichzeitig teil und versuchen, Verbrecher hinter Gitter zu bringen oder Straftaten zu begehen, ohne von der Polizei gefasst zu werden.

Die Erfolgreichsten verdienen Millionen

Die Anmeldung auf Roblox ist kostenlos. Auch die Spiele können gratis gespielt werden. Doch deren Hersteller haben die Möglichkeit, im Spiel virtuelle Gegenstände zu verkaufen. Sie werden dafür in der Plattform eigenen Währung Robux bezahlt, die sich später in echtes Geld tauschen lässt. Roblox ist dabei mit 30 Prozent am Umsatz beteiligt.

Von den gut 4 Millionen Herstellern, die auf Roblox Games entwickeln, sollen einige um die 50'000 Dollar im Monat verdienen – bei den erfolgreichsten kämen sogar bis zu drei Millionen im Jahr zusammen, heisst es von Roblox. Es wird geschätzt, dass Roblox im letzten Jahr insgesamt mehr als 70 Millionen Dollar an die Entwickler auszahlte, fast doppelt so viel wie 2017.

Das Risiko auf viele verschiedene Hersteller verteilt

Die Roblox Corporation schreibt Gewinn und wurde jüngst auf einen Wert von 2,5 Milliarden Dollar geschätzt. Das ist gleich viel Geld wie Microsoft 2014 für den Kauf von Minecraft ausgegeben hat – ein Game, das oft als Roblox-Vorbild gilt. Doch Roblox ist älter als Minecraft: Die Plattform ist bereits 2006 entstanden, also 5 Jahre vor Minecraft. Sie brauchte allerdings 10 Jahre, um gross genug zu werden und Millionen von Spielern anzuziehen.

Im Gegensatz zu Minecraft ist Roblox nicht einfach nur ein Game, sondern eben eine Plattform. Der Erfolg von Roblox hängt also nicht von einem einzigen Game ab, er verteilt sich auf die vielen verschiedenen Hersteller – ähnlich wie es auch Youtube mit den Inhalten seiner Video-Produzenten macht.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Sascha Freitag  (SF)
    Wollte letzte Woche mal schauen, wo das Kind gerade ist im Internet. Da schaut man erst mal komisch, sieht aus wie Facebook.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Ich erinnere mich noch, als Computerspiele in Form von "Mini-CD's" in Cornflakes-Packungen dabei waren. Wie harmlos war das denn - da war sogar gesunde Milch mit im Spiel!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Während die reale Welt den Kindern und Jugendlich von Erwachsenen weggeschmolzen und beschnitten wird, Muss früh angefixt werden, wem in den nächsten Jahren nichts mehr bleibt als Konsument zu sein. Gut auch dass dieses Gaming keine Energie verbraucht. Das nennt sich der freie Markt neoliberaler Prägung. ... ohne Überwindung dieses kapitalen Wahnsinns von Waren und Dienstleistungsflut inklusiver virtueller Dystopien, ist an Schutz unseres Habitats gar nicht zu denken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen