Von Trinkflaschen zu Fussballclubs: China auf Einkaufstour

Die Chinesen greifen zu. Weltweit und häufig auch in der Schweiz kaufen sie Unternehmen auf. Darunter sind viele klingende Namen und Firmen mit langer Tradition.

Chinesische Firmen auf Einkaufstour

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Stolz auf berühmte Namen

Laut SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi sind die Firmenkäufe in chinesischen Medien ebenfalls ein Thema. Vor allem, wenn es sich um berühmte Marken handle. Ein italienischer Fussballclub oder ein US-Filmstudio in chinesischer Hand werde von der Bevölkerung stark wahrgenommen – anders als Syngenta. «Da sind die Chinesen durchaus auch etwas stolz».

Chinesische Firmen und Investoren kaufen in Europa im grossen Stil ein. Im ersten Halbjahr 2016 übernahmen sie gemäss Ernst & Young so viele Unternehmen wie im ganzen letzten Jahr. Die Gründe für die seit einigen Jahren anhaltende Einkaufstour sind vielfältig. Meist geht es aber um den Erwerb von Know-how, bei Privatpersonen auch um Prestige.

  • Chinesische Unternehmen, vor allem auch staatliche, wollen damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
  • Häufig hinken ganze Branchen in China in Sachen Technologie oder Effizienz dem Westen hinterher, wie etwa die Landwirtschaft.
  • Zukäufe sind ein gutes Mittel um zu wachsen, seit die chinesische Wirtschaft nicht mehr so rund läuft.
  • Teilweise bieten Übernahmen auch eine gute Gelegenheit, hohe Geldsummen legal ins Ausland zu bringen.

Bisher greifen die chinesischen Besitzer nach einer Übernahme nur wenig in die Firmen ein, meist bleibt das Management im Amt, und es werden auch kaum Stellen abgebaut.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Syngenta-Fusion: Weitere Hürde geschafft

    Aus Tagesschau vom 22.8.2016

    Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta und der chinesische Chemieriese ChemChina haben bei ihrer geplanten Fusion eine weitere Hürde überwunden: Eine wichtige amerikanische Regulierungsbehörde hat ihre Zustimmung gegeben.