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Wirtschaft Vor allem ältere Bankangestellte finden keinen Job mehr

Weil es schwieriger geworden ist, mit dem Bankgeschäft noch Geld zu verdienen, zieht CS-Chef Tidjane Thiam ein grosses Sparprogramm durch und baut weltweit 6000 Stellen in diesem Jahr ab. Doch was passiert eigentlich mit diesen Leuten?

Tijadane Thiam an der Generalversammlung der CS im April.
Legende: Tidjane Thiam an der Generalversammlung der CS im April. Keystone/Archiv

Ob Top-Banker, Kundenberaterinnen, Informatiker oder Sekretärinnen, alle können vom Stellenabbau betroffen sein. Für sie ist es kaum ein Trost, wenn CS-Chef Tidjane Thiam immer wieder betont: Er baue nicht gern Stellen ab.

Man sei zu diesem Stellenabbau gezwungen, und man gestalte ihn möglichst «akzeptabel», so der Chef. Die Bank hilft den betroffenen Angestellten beispielsweise mit gezielten Coachings und persönlichen Beratern auf der Suche nach einer neuen Anstellung. Thiam sagt, ein Drittel der Betroffenen finde intern eine neue Stelle, etwa wenn ein Kollege in einer anderen Abteilung pensioniert werde oder die Bank freiwillig verlasse; ein Drittel werde extern fündig.

700 Personen ohne Job

Am Schluss stünden aber etwa 10-15 Prozent der Betroffenen ohne neuen Arbeitsplatz da, rechnet Thiam vor. Das entspricht in diesem Jahr rund 700 Personen weltweit.

Kontrollieren kann diese Angaben niemand. Doch die Zahlen seien – was die Schweiz betrifft – plausibel, sagt Denise Chervet vom Bankenpersonalverband. Wer hinter den rund 15 Prozent steckt, die nach der Kündigungsfrist ohne neue Stelle dastehen, darüber kann die Gewerkschafterin nur Vermutungen anstellen. Sie verweist auf eine Studie des Amtes für Wirtschaft des Kantons Zürich, kurz AWA: «Die AWA hat nun gerade eine Untersuchung herausgegeben, dass es die 50-Jährigen in den Banken besonders schwer haben. Wir gehen davon aus, dass es vor allem Ältere treffen wird.»

Das decke sich mit den Rückmeldungen, die sie von ihren Verbandsmitgliedern bekomme, so Chervet. Beim Verband «Arbeitgeber Banken» wird vermutet, dass vor allem diejenigen Mühe haben, im Arbeitsmarkt zu bleiben, die sich in ihrem Berufsleben nicht oder zu wenig weitergebildet haben.

Zahl der Bankangestellten ist stabil

Trotz der laufenden Hiobsbotschaften über Abbaupläne bei Banken zeigt sich bei genauem Hinsehen, dass die Zahl der Bankangestellten in der Schweiz relativ stabil ist. Noch immer arbeiten rund 104'000 Personen bei einer Bank; das sind nur 6000 weniger als noch vor acht Jahren vor dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Und die Arbeitslosenquote in diesem Sektor ist noch immer tiefer als in anderen Branchen. Für die Angestellten der Credit Suisse ist das aber ein kleiner Trost, denn Thiam will noch mehr sparen. Das dürfte weitere Folgen haben fürs Personal.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Geissbühler (tagesschau)
    Unser Parlament weiss haargenau was zu tun wäre im BVG (2. Säule): den Koordinationsabzug abschaffen, - 70% der Bürger weiss zwar gar nicht was das ist, aber es ist einfach, jeder Arbeitnehmer wäre Pensionskassenversichert, z.B. ab Fr. 5'000 Lohn pro Jahr. Dann müsste man die Beitragssätze von z.B. 18% der älteren Arbeitnehmer streichen und einen Einheits-Durchschnittsbeitragssatz festsetzen für Alle z.B. 10%, Eintrittsalter analog AHV. Aber unserer Arbeitgeber wollen das nicht, wirklich nicht!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Altes Sprichwort: Der Moor hat seine Schuldigkeit getan.. der Moor kann gehen... oder: Der Banker hat seine Schuldigkeit getan.. der (alte) Baenker kann gehen....
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Die Entlassungen von 50+ sind generell - nicht nur bei den Banken - ein grosses Problem. Das Schlimmste ist, dass wegen der demographischen Entwicklung immer mehr 50+ Arbeitnehmer gibt im Vergleich zur gesamten Arbeitnehmerschaft. D.h., proportional werden immer mehr CH-Arbeitnehmende "ausgemistet" und proportional immer mehr "Frischfleisch" aus dem Ausland geholt. Arbeitslosigkeit wird schneller wachsen - bis Bern dies merkt, wird es für viele eh zu spät sein.
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      Das sind die Früchte der Abschaffung des Bankkundengeheimnisses welches vorschnell eigenmächtig eingeführt wurde.Allein in den USA haben darum Tausende ihren Job bei der Bank verloren nun wirkt es sich auch auf die Schweiz aus.
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