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Legende: Audio PK-Reform dürfte älteren Arbeitnehmenden helfen abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 03.07.2019.
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Vorschlag der Sozialpartner Pensionskassen-Reform könnte älteren Stellensuchenden helfen

Bei der Stellensuche gelten ältere Menschen als benachteiligt. Doch nun könnte dieses Problem mit der bevorstehenden Pensionskassen-Reform entschärft werden.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen, dass das Alter bei den Lohnbeiträgen für die Pensionskasse nicht mehr eine so grosse Rolle spielt. Für alle ab 45 würden künftig nur noch 14 Prozent vom Lohn abgezogen. Heute steigt dieser Abzug noch einmal an – auf 18 Prozent für die letzten zehn Jahre vor der Pensionierung.

Bezahlen müssen den Abzug mindestens zur Hälfte die Arbeitgeber. Und dies macht ältere Arbeitnehmende für sie tendenziell unattraktiv. Wissenschaftlich nachgewiesen sei dieser diskriminierende Effekt zwar nicht, sagt Jonathan Bennett, Leiter des Instituts Alter der Berner Fachhochschule Sozialer Arbeit: «Es gibt Befunde, die in die eine Richtung weisen – also in Richtung Diskriminierung. Es gibt aber andere Befunde, die keinen solchen Effekt nachweisen.»

Vorteil für Stellensuchende?

Man wisse also nicht, ob Arbeitgeber allein wegen der Pensionskasse jüngere Arbeitnehmende den älteren vorziehen. Trotzdem findet Experte Bennett den neuen Vorschlag der Sozialpartner gut.

Wenn die Erwerbsuchenden wissen ‹Nein ich bin nicht teurer im Alter von 55 Jahren›, dann glaube ich, ist es ein positiver Faktor.
Autor: Jonathan BennettSoziale Arbeit, Berner Fachhochschule

Die Reform könne bei der Stellensuche älterer Menschen ab 55 etwas bringen. Denn nur schon psychologisch mache das einen Unterschied, vor allem für die Arbeitnehmenden. «Wenn die Erwerbssuchenden wissen ‹Nein ich bin nicht teurer im Alter von 55 Jahren als jemand, der 45 Jahre alt ist›, dann glaube ich, ist es ein positiver Faktor», sagt Bennett.

Man könne dann gegenüber dem Arbeitgeber beispielsweise selbstbewusster auftreten. So gesehen würde die vorgeschlagene Änderung bei den Lohnabzügen für die Pensionskasse zumindest potenziell die Chancen der Älteren am Arbeitsmarkt verbessern.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Das aktuelle Kapitalabschmelzverfahren der Pensionskassen müssen wir durch das Umlageverfahren ersetzen. Es kann doch nicht sein, das 10% der Beiträge in der Verwaltung verschwinden. Misswirtschaft trifft unschuldige Versicherte. Beim Vorsorgekapital besteht immer das Risiko eines Totalverlustes. Setzen wir auf eine - aber funktionierende Säule. Zahlen wir den bisherigen Pensionskassenbeitrag direkt in die AHV ein. Solange es Arbeitende gibt, wird es bei der AHV immer Geld zum Verteilen geben.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Das mit den Arbeitenden wird durch Digitalisierung und KI weiter abnehmen. Damit weiterhin Geld in die Kassen fließt, müssen endlich die Maschinen, welche die Menschen ersetzen besteuert werden.
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Es sollte auch bei der Schwelle zum 45. Altersjahr keinen Anstieg des Beitragssatzes geben. Sonst heisst es dann bald, man finde ab 45 Jahren keine Stelle mehr. Der Anstieg von 7 % auf 14 % ist keine Kleinigkeit.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Korrekt. Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund für diesen Anstieg. Aber vielleicht muss das in einem 2. Schritt der Anpassungen erfolgen.
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    2. Antwort von Martin Egger  (Martin Egger)
      @Beat Reuteler: ich sehe nicht ein, warum man es nicht jetzt anpasst. Wenn nicht jetzt, dann fehlt wohl der Wille auch in Zukunft.
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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    In den meisten Kollektivarbeitsverträgen gibt es von 18. bis zum 65. Alter den gleichen Beitragssatz (z.B. 6,9%,für Arbeitsnehmer u. -Geber). Denselben Beitragssatz allgemein einzuführen wäre eine Lösung. Aber wer finanziert?
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Niemand muss das finanzieren, sondern die Renten des BVG können nach unten angepasst werden. Diese Einbusse beim BVG muss durch eine Aufwertung der AHV ausgeglichen werden. Dazu kann der AHV-Beitragssatz generell etwas nach oben angepasst werden. Der Vorteil wäre primär, dass das Geld nicht unsinnig bei den PK's am Haufen liegt, sondern via Konsum der AHV-Bezüger fast unverzüglich wieder in den Kreislauf gelangt.
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