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WEF 2016 SNB-Chef Jordan hat keine Angst vor einer Deflation

Am WEF spricht Thomas Jordan über die wirtschaftliche Grosswetterlage. Er bekundet dabei Schwierigkeiten, mit der Nationalbank kurzfristig für Preisstabilität zu sorgen.

Legende: Video «SNB-Chef Thomas Jordan zur wirtschaftlichen Grosswetterlage» abspielen. Laufzeit 3:26 Minuten.
Vom 21.01.2016.

Einer der am WEF in Davos nicht fehlt, ist Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Im Gespräch mit SRF äusserte er sich zu verschiedensten Themen, welche die globale Wirtschaft und jene in der Schweiz beschäftigen.

Den heutigen Entscheid der Europäischen Zentralbank die Märkte weiterhin mit günstiger Liquidität zu versorgen, kann der SNB-Chef nachvollziehen. Gründe dafür seien die Turbulenzen an den asiatischen Börsen, die auch Europa und die USA erfasst hätten. Dies, obwohl die Realwirtschaft in China gar nicht schlecht gelaufen sei.

Keine Deflation, aber eine negative Inflation

Er hat erkannt, dass dies bei vielen Anlegern eine grosse Verunsicherung ausgelöst hat. Jordan glaubt jedoch nicht, dass diese zu einer Deflation und zu einem sinkenden Preisniveau führen könnte.

Aber: «Wir haben eine negative Inflation wegen den Ölpreisen, die sehr stark zurückgehen und wegen den Importgütern, die durch den aufgewerteten Franken billiger geworden sind.»

Preisstabilität als mittelfristiges Ziel

Es sei trotzdem das Ziel der SNB die Preisstabilität mittelfristig zu erreichen. Kurzfristig sei dies schwierig mit den störenden Effekten des Ölpreises und der billigen Importe. «In der kurzen Frist kann die Geldpolitik diese Störungen nicht einfach absorbieren, sondern es braucht über die Zeit eine Korrektur, so dass die Inflation wieder in den positiven Bereich zurückkehrt,» sagt Jordan.

Diese Lage sei für die Schweizer Wirtschaft natürlich schwierig, aber die SNB analysiere laufend die Situation und entscheide wenn nötig über weitere Massnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft.

3 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Eine Inflation, die durch die immense Geldausweitung früher oder später Europa heimsuchen wird, ist für die Schuldenwirtschaft ein Ziel - für die Sparer und Renten hingegen eine "Geldvernichtungsmaschine". Dem gegenüber ist die Deflation ein Problem der Wirtschaft, denn Renten und Ersparnisse der Bürger bleiben stabil.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    William White sagte, dass die kommende Krise so schwer zu bewältigen sein werde, weil die Zentralbanken mit der Geldschwemme das grundlegende Problem der schuldengetriebenen Wirtschaft verschärft hätte: „Es war immer gefährlich, sich darauf zu verlassen, dass die Zentralbanken ein Solvenz-Problem lösen können. Alles was sie können, ist, ein Liquiditäts-Problem zu lösen. Alles andere führt zur Unordnung. Und diesen Punkt haben wir jetzt erreicht.“ Jordan macht einen guten Job.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Dies, obwohl die Realwirtschaft in China gar nicht schlecht gelaufen sei." Das weiss gar niemand wirklich. Und die haben ja nicht mal Gewerkschaften dort, die diesen Namen verdienen würden. Und auf ihren Geldnoten geistert immer noch der Mao rum. So ein Despot.
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