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Wetten auf die Pandemie
Aus Echo der Zeit vom 16.02.2020.
abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
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Wegen Corona-Virus Mit Pandemien Geld verdienen? Das könnte sich bald ändern

Seit knapp drei Jahren können Investoren auf Pandemien wetten. Bis jetzt haben die Anleger mit diesen Pandemie-Fonds nur Geld verdient und nie verloren. Doch das könnte sich nun erstmals ändern – wegen des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus.

Um ärmeren Ländern bei der Bekämpfung von Seuchen zu helfen, hat die Weltbank 2017 erstmals sogenannte Pandemie-Anleihen herausgegeben. Das Prinzip: Anleger geben Geld, kriegen dafür hohe Zinsen – kommt dann eine Pandemie, verlieren sie ihren Einsatz.

Dazu kam es aber noch nie – trotz Pandemien: Nicht einmal beim Ebola-Ausbruch im Kongo 2018 verloren die Anleger ihr Geld. Denn die Auszahlung von Geld an betroffene Länder ist an Bedingungen geknüpft – und diese Bedingungen seien bis jetzt noch nie erfüllt gewesen, sagt Urs Ramseier von Twelve Capital, ein auf Katastrophenbonds spezialisiertes Unternehmen. Denn: «Die Bedingungen sind geknüpft an die Anzahl der betroffenen Länder und dann auch an die Zahl der Toten in diesen Ländern. Das ist eine sehr komplexe Struktur.»

Ausbreitung des Corona-Virus

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Bereits sind fast 1700 Menschen am neuen Corona-Virus gestorben, vier davon ausserhalb Chinas, erstmals auch in Europa. Am Samstag wurde zudem die erste Ansteckung auf dem afrikanischen Kontinent, in Ägypten, vermeldet.

Konkret: Bis Geld aus den Pandemie-Anleihen fliesst, müssen in mindestens acht Entwicklungsländern Opfer beklagt werden; mindestens 2500 Menschen müssen insgesamt gestorben sein. Das sind hohe Hürden.

Die aktuelle Krise mit der Ausbreitung des Corona-Virus in schon zwei Dutzend Ländern macht es nun erstmals wahrscheinlich, dass die Anleger ihren Einsatz verlieren könnten. Die Rückzahlung der Anleihen wäre im Juli fällig. Urs Ramseier weiss, um wie viel Geld es geht: «Das ist eine 320- Millionen-Dollar-Emission, wenn es zum totalen Ausfall kommen würde. Wo genau diese Anleihen überall platziert wurden, wissen wir aber nicht.»

Verzinsung bis über 10 Prozent

Die Pandemie-Anleihen stecken in Katastrophenfonds. Solche Katastrophenfonds kaufen vor allem grosse Anleger wie Anlagefonds und Pensionskassen. Auch Schweizer Pensionskassen? «Ja, das ist anzunehmen. Die Pensionskassen investieren in diese Produkte, in diese Fonds, und dadurch kann es durchaus sein, dass Schweizer Pensionskassen exponiert sind», sagt Urs Ramseier.

Exponiert, weil die Wahrscheinlichkeit, dass der Auszahlungsmechanismus der Pandemie-Anleihen ausgelöst wird – und die Anleger ihr Geld verlieren – mit der Ausbreitung des Corona-Virus ständig grösser wird.

Mitleid mit den Pandemie-Investoren muss man trotzdem nicht haben. Sie haben seit 2017 an diesen Pandemie-Anleihen enorm gut verdient. Die Papiere wurden so hoch verzinst wie sonst nur Ramsch-Anleihen, mit teilweise über 10 Prozent.

Info 3, 16.2.2020, 17 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Und was sind die "Ursachen-Verursachungen" für die stetig steigenden Pandemien, Krankheiten, Seuchen bei Tier und Mensch? Wann handeln die Zuständigen endlich, gegen die massiven, vielfältigen "Vergiftungen" (Chemie en masse - Industrien, industrialisierte LW,. Medizin,...)? "Der Mensch ist, was der Mensch isst, trinkt" = Nahrung, Wasser, Luft!
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  • Kommentar von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
    Der Titel müsste wohl eher heissen 'Mit Pandemien Geld verlieren', oder 'Ohne Pandemien Geld verdienen'. Schlechte Wahl.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Jede normale Grippe ist eine Pandemie mit zehntausenden von Toten jedes Jahr. Weshalb wir da nicht ausbezahlt?
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    1. Antwort von Patrice Gfeller  (Lex_zh)
      Nein, ist sie nicht. Die saisonale Grippe ist ein Überbegriff für saisonale Erkrankungen, welche durch verschiedene Virenstämme hervorgerufen werden (die oft zeitlich überlagert wirken). Des Weiteren sind die Entwicklungsländer weniger betroffen (die reicheren westeuropäischen Länder haben wohl kein Bedarf an diesen Fond, der eben für ärmere Länder aufgestellt wurde). (Weiterdenken).
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    2. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Die aktuelle Grippe ist eine Epidemie.
      Unter Pandemie versteht man eine weltweite Ausbreitung einer Infektionskrankheit. Im Unterschied dazu verbreitet sich bei einer Epidemie eine Infektionskrankheit lokal oder regional. Die bekannteste Pandemie war die Spanische Grippe zwischen 1918 und 1920. Ein jüngeres Beispiel für eine Grippe Pandemie war die Schweinegrippe in den Jahren 2009/2010.
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    3. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      "Unsere Grippe" wird durch Virenstämme hervorgerufen, die normalerweise in Australien ihren Anfang nehmen. Auf dieser Basis werden auch unsere Grippeimpfungen erstellt. Gegeben durch die Reiserouten werden aber sicher Drittweltländer weniger getroffen als Nordamerika und Europa.
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    4. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Wo der Anfang ist bei einem Kreislauf kann auch Ansichtssache sein.
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