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Swiss fliegt weiter in den roten Zahlen
Aus HeuteMorgen vom 05.08.2021.
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Weiterhin wenig Passagiere Hoher Verlust: Swiss leidet weiter unter Coronakrise

  • Der Halbjahresverlust (Ebitda) des Unternehmens beträgt 398.2 Millionen Franken.
  • Im gleichen Zeitraum letztes Jahr erzielte die Lufthansa-Tochter noch einen Verlust von 266.4 Millionen Franken.
  • Der Umsatz sackte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43.5 Prozent auf 659.3 Millionen Franken ab, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte.

Im Jahr vor der Coronakrise hatte die Swiss mit 2.57 Milliarden noch fast viermal so viel eingenommen. Unter anderem hätten eine strikte Kosten- und Cash-Kontrolle allerdings dazu beigetragen, dass der Verlust nicht noch grösser ausgefallen sei, heisst es. Im zweiten Quartal sei es zudem gelungen, einen positiven operativen Cashflow zu erreichen, also beim Geschäftsbetrieb wieder höhere Einnahmen als Ausgaben zu erreichen.

Gegen den Sommer hin habe sich zwar eine kleine Erholung gezeigt. Dennoch: Die Luftfahrtbranche steckt nach wie vor in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Die Lage sei wegen der weiterhin unberechenbaren pandemischen Entwicklung äusserst angespannt, erklärte Firmenchef Dieter Vranckx in der Mitteilung.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Samuel Emch

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Der erneute Einbruch bei der Swiss kommt nicht überraschend. Die Einschränkungen, insbesondere im interkontinentalen Flugverkehr, bleiben weiterhin bestehen. Eine Erholung des Geschäftes ist unter diesen Umständen unmöglich. Insbesondere die Öffnung der USA, der wichtigste Markt für die Swiss, wäre wichtig, schreibt die Airline.

Eine schnelle Erholung zeichnet sich allerdings nicht ab. Deshalb hat die Schweizer Fluggesellschaft unlängst einen massiven Stellenabbau eingeleitet. Bis Ende Jahr werden 1700 Vollzeitstellen abgebaut im Vergleich zum Stand vor der Pandemie. Das sind über 20 Prozent der Jobs die bei der Swiss verloren gehen.

Durch diesen Abbau soll die Airline Wettbewerbsfähig bleiben. Man werde auch lediglich die Hälfte des Rettungskredites des Bundes beanspruchen, meldet die Swiss heute. Der Blick geht nach vorn. Als premium Ferienflieger will man dereinst wieder Geld verdienen.

Und tatsächlich bilden Ferienreisende in diesen Wochen lange Schlangen vor den Check-Ins am Flughafen. Die Flieger füllen sich. Das ist gleichbedeutend mit einer leichten Erholung für das Geschäft der Swiss. Wie nachhaltig diese Erholung sein wird, ob sie über die Sommerferienzeit hinaus anhält, das bestimmt die Pandemie. Derzeit sieht es nicht unbedingt danach aus.

Dass man noch mitten in der Pandemiekrise steckt, zeigen auch die Passagierzahlen des ersten Halbjahres. Waren im ersten Semester des Vor-Corona-Jahres 2019 noch knapp 8.8 Millionen Passagiere mit der Swiss geflogen, so sind es jetzt gerade mal noch eine Million.

Die Konsumenten sind weiterhin vorsichtig beim Buchen von Reisen. Die Swiss fliegt inzwischen laut der Mitteilung zwar wieder 90 Prozent aller Destinationen von vor der Krise an, allerdings weniger häufig. Das Gesamtangebot betrage etwa 50 bis 55 Prozent der Vorkrisenkapazität, heisst es. Die Frachtnachfrage sei zwar weiterhin stark gewesen, konnte die schwache Passagiernachfrage allerdings nur teilweise kompensieren.

Lufthansa dämmt Verlust ein

Auch bei der Muttergesellschaft Lufthansa waren die Halbjahresergebnisse alles andere als rosig: Der ganze Konzern schrieb einen operativen Verlust von 2.1 Milliarden Euro. Doch auch die Lufthansa erreichte im zweiten Quartal erstmals seit Beginn der Krise wieder einen positiven operativen Cashflow, wie es in einem ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Communiqué heisst.

Während der Betriebsverlust bei der Swiss im zweiten Quartal allerdings 8.2 Prozent höher ausfällt als im Vorjahr – zu Buche geschlagen haben laut der Swiss Kosten für das Hochfahren des Flugbetriebs und die Restrukturierung –, konnte der Lufthansa-Konzern seinen operativen Verlust um 43 Prozent verringern. Das sei unter anderem auf die fortgesetzte Erholung bei der Lufthansa Technik und der LSG Group zurückzuführen, heisst es.

Der Konzern komme seinem Ziel, bis 2024 über 3.5 Milliarden Euro an Kosten einzusparen, schneller näher als geplant. Für mehr als die Hälfte der Kostensenkungen seien die Massnahmen bereits umgesetzt. Dabei spielt laut der Lufthansa auch der Stellenabbau bei der Swiss eine wichtige Rolle.

Die Tochter selbst will unter anderem durch den Abbau der rund 550 Stellen bis Ende 2021 erreichen, dass die Kosten nachhaltig um 500 Millionen gesenkt werden können.

Auch Austrian Airlines mit Verlust

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Bei der ebenfalls zur Lufthansa-Gruppe gehörende Fluglinie fiel im zweiten Quartal ein operativer Verlust von 95 Millionen Euro an nach 101 Millionen Euro im Vorjahresquartal. «Steigende Buchungszahlen im Sommer verschaffen uns Luft, doch die Krise lässt uns noch lange nicht aufatmen», sagte Konzernchef Alexis von Hoensbroech.

Im ersten Halbjahr ging die Passagierzahl belastet durch die Virus-Pandemie um 44 Prozent auf 1.1 Millionen Fluggäste zurück. Die Restrukturierung samt Stellenabbau wird daher weiter vorangetrieben. Künftig will die Fluglinie etwa ein Fünftel kleiner sein und baut wie bereits angekündigt insgesamt 1350 Vollzeitstellen ab. Rund 850 davon sind bereits durch natürliche Fluktuation erreicht.

SRF 4 News, 05.08.2021, 07:30 Uhr;

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Steiner  (vb22)
    Ganz im Gegenteil zu ÖV und anderen Mainstreamthemen erhält die SWISS keinen Rappen vom Steuerzahler.
    Die SWISS arbeitet mit Bankkrediten, welche sie zurück bezahlen wird.
    Bezahlt die SBB auch etwas zurück?
  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    Jammern wegen Klimawandel und / oder jammern wegen mangelnden Ferienflügen .....
    1. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      Es ist nie zu spät, um seine Definition von "jammern" zu hinterfragen. Vielleicht stellt man dann fest, dass man kritisieren, beklagen, feststellen, analysieren, aufklären, behaupten, Dampf ablassen, aufrütteln, usw. mit jammern zu Unrecht in einen Topf geworfen hat.
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Zeit, die Swiss Konkurs gehen zu lassen. Die Steuerzahler der Schweiz haben schon viel zu viel für diesen maroden deutschen Betrieb bezahlt.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Daniel Bucher: Wenn einige Länder ihre Airlines stützen und andere nicht, dann ist das kein fairer Wettbewerb mehr. Die Swiss hat vor Corona alles richtig gemacht und war die Cash Cow der Lufthansa. Wenn wir jetzt aufgeben, wird dann auch noch Europas Lufttransport nur noch von China bedient und das stösst ja vielen auch wieder sauer auf.
    2. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      @Bucher Haben Sie auch schon davon gehört das Firmen - auch die Swiss und die Zulieferer - ebenso Steuern bezahlen? Was denken Sie wie viele Milliarden haben diese Firmen in den letzten 20 Jahren ableliefert?
    3. Antwort von Michael Bacher  (mbacher)
      Grundsätzlich einverstanden. Der Unterschied jetzt ist aber, dass die Swiss von einer künstlichen Pandemie in die Knie gezwungen wird und aus eigenen Antrieb chancenlos ist! Eigentlich müsste die Regierung mit ihrem Privatvermögen dafür haften.