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Weniger Verkehrsunfälle wegen Corona: Konsumentenschutz forderte tiefere Versicherungsprämien
Aus HeuteMorgen vom 09.04.2020.
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Weniger Verkehrsunfälle Tiefere Versicherungsprämien wegen Corona?

Weniger Verkehr bedeutet weniger Unfälle, bedeutet weniger Schäden. Erste Autoversicherer in den USA geben deshalb den Kunden Geld zurück.

2020 könnte für die Autoversicherer in Corona ein Spitzenjahr werden, sagt Urs Ramseier. Er ist Gründer von Twelve Capital, die auf Versicherungskapitalanlagen spezialisiert ist. «Die Kosten für die Motorfahrzeugversicherungen sind natürlich deutlich tiefer als in einem normalen Jahr», sagt Ramseier.

Die Kosten für die Motorfahrzeugversicherungen sind natürlich deutlich tiefer als in einem normalen Jahr.
Autor: Urs RamseinerTwelve Capital

Deutlich tiefer Kosten also – bei Prämien, die schon bezahlt sind. «Die Versicherungsprämien müssen im Voraus überwiesen werden, das heisst, die Motorfahrzeugversicherungen werden aufgrund des Lockdowns viel höhere Gewinne ausweisen.»

Deutlich weniger Verkehr

Laut Inrix, einer Firma, die weltweit Verkehrsströme misst, lag der Verkehr in den USA 38 Prozent tiefer, in Spanien und Italien 60 bis 80 Prozent. Für die Schweiz gibt es keine Zahl. Die Kantonspolizei Uri sagt aber, dass man zurzeit 80 Prozent weniger Autos auf der Nord-Süd-Achse zähle. Der Kanton Zürich hat noch keine genauen Zahlen, redet aber von deutlich weniger Autos und Unfällen.

Fast kein Verkehr am Nordportal des Gotthardtunnels
Legende: Der Verkehr durch den Gotthard hat markant abgenommen. Keystone

In den USA hat der grösste Autoversicherer «Allstate» anfangs Woche angekündigt, dass man den Kunden 15 Prozent Prämie pro Monat zurückzahle – mindestens für April und Mai. Denn man habe bis zu 40 Prozent weniger Schadensmeldungen. Die kleinere «American Family» zahlt pauschal 50 Dollar pro Auto zurück.

Prämienreduktion gefordert

In der Schweiz sagen die angefragten Autoversicherer, dass sie sich noch nicht mit dem Thema befasst hätten. Wer die Autonummern hinterlegte, dem werde die Prämie gutgeschrieben, schreiben allerdings AXA und Zurich.

Der Chefin der Stiftung Konsumentenschutz, Sara Stalder, reicht dies nicht. «Wenn die Versicherungen nicht von sich aus tätig werden und die Prämien reduzieren, dann muss die Regulierungsbehörde – die Finanzmarktaufsicht – tätig werden und auf nächstes Jahr die Prämien gegen unten korrigieren.» Dies umso mehr, als die Autoversicherer laut Finma-Statistik heute schon ein Drittel mehr Prämien einnehmen, als sie für Schäden bezahlen müssten. 2018 war es eine Milliarde Franken gewesen.

Dass man sich der Problematik durchaus bewusst ist, zeigt die Zurich Versicherung in Spanien. Dort will man 30 Millionen Euro an Kunden zurückzahlen – auch an Kunden mit Fahrzeug-Policen.

Heute Morgen, 9.4.2020, 6:00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Bern  (AndyBern)
    Zu mindet gibt es ein externer Grund für Konsumminderung. Wir selber schaffen es Ja nicht. Mal Gedanken gemacht wie Wir mit beschränktem Konsum weiterleben können? Hat das Leben ohne Konsum überhaupt ein Sin? Könnte anstatt Konkurenzwettbewerb Vielfalt, Solidarität und Wissensgier Treibender Kraft werden?
  • Kommentar von Stefano Simeone  (SteSi)
    Und was ist die Moral der Geschichte... ähh der Corona-Krise? Dass vermiedene Mobilität - egal welche, also auch weniger öV - die Lebensqualität steigert?
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Eine sehr positive Erscheinung ist aktuell auch, die vermehrte "Ruhe" auf Strassen und am Himmel! Das bedeutet logischerweise auch, dass die "Luft", klar weniger Schadstoffe enthält, was für die Ökosysteme und Umwelt, Tier und Mensch gesundheitsförderlich ist. Das sollte der Menschheit aufzeigen, das dies ein "Faktor" ist, welcher verändert, verbessert werden sollte.
    1. Antwort von Harald Francke  (Harry&Dobby)
      Wir sollten es also beibehalten oder wenigstens öfters mal zuhause bleiben. Weniger ist doch mehr. Oder?
    2. Antwort von Willi Meier  (wm)
      Ich würde es allerdings bei weitem vorziehen, ein wenig unter Lärm und vergleichsweise geringer Umweltbelastung zu leiden, als zu verarmen....
    3. Antwort von Harald Francke  (Harry&Dobby)
      @wm Ja allerdings, das stimmt. Aber mit ein wenig Kreativität und Einsicht liesse es sich von allen Seiten einvernehmlich zum Wohle aller (besonders den Städtern) zufrieden steuern. Es hat niemand zu verarmen.
      Unus pro omnibus, omnes pro uno.