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Legende: Audio Mehrwertsteuer-Ausfälle nach No-Deal-Brexit abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 10.05.2019.
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Wettbewerb um Konzerne Der Schweiz droht bei No-Deal-Brexit neue Konkurrenz

  • Noch sechs Monate bis zum Brexit – vielleicht. Wenn es trotz allem einen Brexit ohne Vertrag gäbe, bekäme das auch die Schweiz zu spüren.
  • Unter anderem, weil Grossbritannien dann ein neuer Konkurrent werden könnte – im Buhlen um jene internationalen Konzerne, die Steuern optimieren.

Die Schweiz gilt als attraktiv für internationale Konzerne. Viele von ihnen haben ihren Hauptsitz in der Schweiz. Nicht nur wegen der gut ausgebildeten Fachkräften und den tiefen Gewinnsteuern – sondern auch um Mehrwertsteuern zu sparen, erklärt Matthias Bopp, Partner beim Beratungsunternehmen KPMG und Leiter der Abteilung indirekte Steuern: «Solche Unternehmen, namentlich im Finanzbereich, die haben Hauptquartier-Funktionen in der Schweiz – damit Substanz. Und damit sind das Funktionen, die eigentlich Kosten oder Leistungen ‹pullen›, und von der Schweiz aus dann ins Ausland an ausländische Tochtergesellschaften weiter verrechnen.» Und dies ohne in der Europäischen Union Mehrwertsteuern zu bezahlen.

Ausnutzung der unterschiedlichen Rechtslage

Die Unternehmen nutzen die unterschiedliche Rechtslage in der EU und in der Schweiz, erläutert Matthias Bopp. Und die Schweizer Mehrwertsteuer ist im Schnitt etwa dreimal tiefer als in der EU.

Nach einem No-Deal-Brexit allerdings, würden für Grossbritannien keine EU-Gesetze mehr gelten und das Land würde ähnlich attraktiv wie die Schweiz, glaubt der Experte von KPMG: «Bei einem No-Deal-Brexit könnte sich das aufbrechen – und das Vereinigte Königreich könnte von denselben mildernden steuerlichen Einflüssen profitieren, wie das die Schweiz heute schon kann.»

Drohendes Loch in der Mehrwertsteuer-Kasse

Unternehmen könnten ihren Hauptsitz nach Grossbritannien verlegen und ein Loch reissen, in die Schweizer Mehrwertsteuer-Kasse: «Ich würde davon ausgehen, dass es hier ganz sicher um dreistellige Millionenbeträge geht – nur an Mehrwertsteuer. Wenn man daran denkt, dass eben mit diesen Headquarter-Funktionen auch Stellen abwandern könnten, dann sprechen wir da nochmal von einem Steuereffekt von dreistelligen Millionenbeträgen. Also das kann dann gut und gerne auch mal eine Milliarde sein.»

Wie wahrscheinlich ein No-Deal-Brexit und damit die beschriebenen Mehrwertsteuer-Ausfälle sind, kann heute niemand voraussagen.

Sendebezug: SRF 4 News, 10 Uhr

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Schmid  (andy)
    Ich bitte diesen KPMG Experten uns und mir mitzuteilen, wieviel gegenwärtig der MWST Satz in GB beträgt, wieviel die MWST in GB zum Fiskalbudget beiträgt und wer im finanzschwachen GB bereit ist die MWST zu senken. Da wird wieder einmal weit ab von der Wahrheit eine Behauptung aufgestellt.
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Schuld an diesem Debakel ist die PFZ, welche Firmen in die Schweiz anzog. Mitverantwortlich sind die Befürworter der PFZ und die EU, die der Schweiz unter Androhung von Sanktionen ein "Ja" zur PFZ aufzwang und das dumme Stimmvolk darauf reinfiel. .
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      A) welches Debakel und B) welche Sanktionen? Bald ist die PFZ auch noch am schlechten Wetter schuld. Die PFZ ist und war schon immer Bestandteil der Bilateralen Verträge. Man kann nicht das eine ohne das andere haben. Haben Sie sich noch nie gefragt, wieso die SVP nicht frontal die Bilateralen angeht? Der gesamte Wirtschaftsflügel würde aus der Partei austreten. Derselbe Flügel der kräftig am Ausarbeiten der USR gewirkt hat.
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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    @Herr Pip Der Brexit ist keine Erfolgsgeschichte, weil die britischen Politiker nicht wissen was sie wollen. Würden sie mit einer Stimme sprechen wäre sie auch stärken gegenüber der EU. Eine Scheidung ist nun mal kein Kindergeburtstag.
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