- Der Preisüberwacher hat 2025 Preiserhöhungen im Umfang von weit über 100 Millionen Franken verhindert oder gedämpft.
- Einsparungen gab es unter anderem bei der Post, der SBB und bei Kartengebühren. Einsparpotenzial sieht er weiter im Gesundheitswesen.
- Die Budgets vieler Menschen in der Schweiz sind laut dem Preisüberwacher Stefan Meierhans ausgereizt und die Reserven dünn geworden.
«Auch wenn die offizielle Inflation, die Teuerung, nun zurückgeht, heisst das nur, die Preise steigen langsamer. Es heisst nicht, dass sie sinken», erklärte Meierhans in Bern vor den Medien. Deshalb sei es «immens wichtig», dass es nicht zu weiteren Verteuerungen komme.
Besonders kritisch beurteilt Meierhans die Lage im Gesundheitswesen. Zwar hätten seine Aktivitäten auch 2025 zu einer Entlastung der obligatorischen Krankenversicherung in dreistelliger Millionenhöhe beigetragen. Das Einsparpotenzial sei aber weiterhin gross.
Als Beispiel nannte er massive Preisunterschiede bei Implantaten. Für identische Knieprothesen unterschieden sich die Preise zwischen verschiedenen Spitälern in der Schweiz im Extremfall um einen Faktor von über sechs. Meierhans fordert deshalb unter anderem ein nationales Register mit den effektiven Einkaufspreisen.
Ein weiteres grosses Sparpotenzial ortet er bei der sogenannten Ambulantisierung. In der Schweiz liege der Anteil ambulanter Spitalleistungen bei nur rund 20 Prozent, während er in anderen Ländern über 50 Prozent betrage. Gründe dafür seien Fehlanreize und Überkapazitäten im stationären Bereich.
Erfolge bei Infrastruktur und Energie
Im vergangenen Jahr haben dem Preisüberwacher zufolge in verschiedenen zentralen Bereichen spürbare Entlastungen erzielt werden können. Insgesamt gingen 2025 beim Preisüberwacher 1549 Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern ein. Am häufigsten betrafen diese die Bereiche Energie, Gesundheit und Post. Zudem wurden 365 Gebührenfestlegungen bei Wasser, Abwasser und Abfall geprüft.
Mit den Betreibern der Gas-Hochdrucknetze, einem Fernwärmeanbieter, der Post, dem führenden Anbieter für bargeldlose Zahlungsverkehrsdienstleistungen sowie verschiedenen digitalen Plattformen konnte er einvernehmliche Regelungen zum Vorteil der Kundinnen und Kunden abschliessen.
Die Energieversorgungsstruktur ist laut dem Preisüberwacher auch in Zukunft ein grosses Thema. «Die Energiewende darf nicht zur Doppelbelastung werden für die Haushalte, die die Energieversorgungsstruktur wechseln müssen. Es kann nicht sein, dass die Betroffenen die neuen Heizsysteme finanzieren und gleichzeitig die vorzeitige Abschreibung alter Netze bezahlen müssen», sagte er.
Keine Einigung mit Booking.com
Auch mit der SBB wurde eine Einigung für die Jahre 2025 und 2026 erzielt. In beiden Jahren werden Sparbillette mit Rabatten auf den Normalpreis im Umfang von jährlich mindestens 50 Millionen Franken angeboten.
Keine Einigung gab es hingegen mit der Hotelbuchungsplattform Booking.com. Nach gescheiterten Verhandlungen erliess der Preisüberwacher eine Verfügung, die eine Senkung der als missbräuchlich eingestuften Kommissionssätze um durchschnittlich knapp einen Viertel vorsieht. Das Unternehmen hat gegen diesen Entscheid Berufung eingelegt, weshalb der Ausgang des Verfahrens offen ist.