SRF News: Wie funktioniert eine Steuergutschrift?
Manuel Rentsch: Eine Steuergutschrift ist eine Art Rabatt. Wenn eine Firma grosse Verluste macht, dann bekommt sie von den Steuerbehörden in den nachfolgenden Jahren sozusagen eine Steuergutschrift. Die Spezialisten sprechen dabei auch von einem Verlustvortrag.
In der Schweiz ist dies über das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer geregelt. Eine Firma kann diese Steuergutschriften sieben Jahre lang geltend machen.
Im Falle der UBS ist es ja so, dass sie in der Finanzkrise fast zusammen gebrochen ist und in den Jahren von 2007 bis 2009 Verluste von insgesamt fast 30 Milliarden Franken gemacht hat. Aufgrund dieser Verluste kann die UBS nun solche Steuergutschriften verbuchen. Idee des Gesetzgebers ist, dass man damit eine Firma unterstützen will, die Schwierigkeiten gehabt hat, was bei der UBS definitiv der Fall war.
Auffallend ist, dass die UBS erst jetzt von diesen Gutschriften profitieren kann. Warum?
Es ist nicht ganz so, dass die UBS erst jetzt davon profitiert. Sie hat bereits im vergangenen Geschäftsjahr solche Steuergutschriften verbucht. Die Beträge waren aber weniger hoch, als jetzt im laufenden Jahr.
Letztlich bedeutet es – wenn man den Gewinn einer Firma anschaut – muss man immer genau schauen, wie dieser Gewinn zustande gekommen ist.
Die Steuergutschrift hat der UBS das Quartalsergebnis um 1,3 Milliarden Franken aufpoliert. Kann die Bank auch in Zukunft darauf hoffen?
Ja, bereits im nächsten Quartal wird die UBS voraussichtlich nochmals solche Steuergutschriften verbuchen. Die UBS spricht selber von einer halben Milliarde Franken im laufenden Quartal.
In den USA sind diese Fristen wesentlich länger. Dort kann die UBS noch länger profitieren. Die UBS schreibt selber, sie könne in den USA noch 14 Jahre lang solche Steuergutschriften verbuchen. Wir sprechen hier von mehreren Milliarden Franken, die sie sich noch anrechnen kann.