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Wirtschaft Wirtschafts-Nobelpreis für Angus Deaton

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft geht in diesem Jahr an den britischen Ökonomen Angus Deaton. Der 69-jährige Forscher beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs- und Gesundheitsökonomie. Er lehrt – wie so viele Preisträger vor ihm – in den USA.

Legende: Video Nobelpreis für Helfer der Armen abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.10.2015.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft erhält dieses Jahr der britische Ökonom Angus Deaton. Das teilte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

Der 69-jährige gebürtige Schotte Deaton lehrt an der US-Eliteuniversität Princeton. Er beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Entwicklungs-, Wohlfahrts- und Gesundheitsökonomie.

«Meine Güte, ich war ganz schön verschlafen!»

Deaton bekommt den Preis «für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlfahrt», sagte Göran Hansson, Generalsekretär der Akademie. «Um eine Wirtschaftspolitik zu entwerfen, die das Wohlergehen fördert und Armut reduziert, müssen wir zuerst die individuellen Konsumentscheidungen verstehen», lobte das Komitee. «Mehr als jeder andere hat Angus Deaton dieses Verständnis verbessert.»

Den 69-Jährigen hatte der Anruf der schwedischen Jury regelrecht aus den Träumen gerissen, wie er erklärte. «Meine Güte, ich war ganz schön verschlafen!» Er sei überrascht und erfreut gewesen, «die Stimmen meiner Freunde vom Komitee zu hören». Er freue sich zudem darauf, im Dezember zur Preisverleihung nach Schweden zu kommen.

Letzter Preis ging an einen Franzosen

Die Auszeichnung ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 937'000 Franken) dotiert. Im vergangenen Jahr war der Franzose Jean Tirole für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung mit der Auszeichnung geehrt worden.

Die Auszeichnung geht – anders als die klassischen Nobelpreise – nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Den Preis stiftete die schwedische Reichsbank erst 1968. Er heisst deshalb auch nicht offiziell Nobelpreis.

Die Gründe

Einschätzung von Andreas Brandt, Wirtschaftsredaktor SRF

«Der Wirtschaftsnobelpreis für Angus Deaton ist keine Überraschung. Deaton wurde bereits im letzten Jahr als heisser Favorit gehandelt, da er sich mit der Ungleichheit auf der Welt beschäftigt, einem Thema, das in den letzten Jahren heiss diskutiert wurde. Damit beschäftigt sich der Brite nicht nur mit dem klassischen Kernthema der Wirtschaft – der Maximierung der Wohlfahrt – sondern auch mit der Verteilung derselben. Interessant ist, dass mit Deaton bereits zum zweiten Mal nacheinander ein Europäer (2014: der Franzose Jean Tirole) den Nobelpreis gewinnt.»

Legende: Video Angus Deaton: «Entwicklungshilfe ist zynisch» abspielen. Laufzeit 4:40 Minuten.
Aus ECO vom 21.09.2015.

Interview mit Angus Deaton

Vergangenen Monat sprach «ECO» mit dem frisch gekürten Nobelpreisträger Angus Deaton. Im Interview erklärte er, wie wirksame Entwicklungshilfe aussehen müsste. Seine Einschätzungen lesen Sie hier.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik (Bernd K.)
    PS: Entschulding! Im letzten Abschnitt steht ja doch, dass es kein "echter" Nobel-Preis ist. Diese Aussage fehlt meiner Erinnerung nach aber in den Nachrichten im TV. Dort wird der Preis sogar als "begehrteste Wissenschaftsauszeichnung" bezeichnet. Nunja, wer Wirtschafts-"Wissenschaft" für eine Wissenschaft hält, der glaubt wohl auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten … ;-)
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Endlich jemand der der Meinung der SVP folgen kann. Nachdem wir, die SVP und die einzelnen Mitglieder der SVP, nun jahrelang von den Linken und den Gutmenschen für diese Meinung bis zum "geht nicht mehr" verrufen und beleidigt wurden, wird diese Meinung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Vielleicht sollten all die "Verräter" auch andere Ansichten der SVP genauer hinterfragen (wenn möglich).
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    1. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Lesen Sie doch bitte erst einmal Näheres über Deaton, bevor Sie Vergleiche machen. Oder beschäftigen Sie sich schon länger mit Deaton, auch dann würde ich Ihre Meinung als absolut nicht vergleichbar bezeichnen.
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    2. Antwort von Bernd Kulawik (Bernd K.)
      Ich bin zwar kein Freund Ihrer SVP, aber ich wünsche Ihnen dann trotzdem mal "viel Glück": Die Preisträger des Jahres 1994 (?) waren die Erfinder der Derivate, die uns ja sooo viel Heil und Wohlstand gebracht haben – weltweit! Toll!! Im Übrigen vermisse ich den Hinweis, dass der "Wirtschafts-Nobelpreis" nichts mit den anderen zu tun hat, sondern von Banken (!!) vergeben wird. Und deren Urteilsvermögen … naja … Aber gut, den Friedensnobelpreis möchte man auch nicht mal mehr geschenkt bekommen.
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    3. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Im Übrigen glaube ich nicht, dass andere SVP Mitglieder andere Parteien Als..Verräter.. bezeichnen. Jede Meinung ist zu akzeptieren, Kritik ja und vertreten seiner eigenen Meinung, aber nicht auf diesem Niveau. Jede Partei hat das Recht , seine Meinung und seine Ziele in die Wahlpropaganda einzubringen.
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