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Legende: Video Zehntausende Wohnungen stehen leer – wird Mieten endlich günstiger? abspielen. Laufzeit 49:46 Minuten.
Aus ECO Talk vom 15.04.2019.
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Wohnen als teures Gut Jacqueline Badran: «Die Mieten steigen, obwohl sie nicht dürften»

Häuser und Wohnungen waren 2018 die erfolgreichste Anlage. Dabei sind hohe Renditen auf Immobilien nicht rechtens.

Wer in der Stadt eine Mietwohnung sucht, muss oft viel Geld auf den Tisch legen. Gleichzeitig zahlen jene, die seit Langem in derselben Wohnung wohnen, heute weniger als vor 10 Jahren. «Das sind die Leute, die ihre Senkungsansprüche geltend gemacht haben», sagt Immobilien-Analyst Donato Scognamiglio.

Der Referenzzinssatz in der Schweiz ist seit 2008 kontinuierlich gesunken, von 3.45 auf heute 1.5 Prozent. Vermieter sind verpflichtet, die Mieten zu senken, wenn der Bewohner darum bittet. Die Kluft zwischen Bestandes- und Angebotsmieten ist in den letzten Jahren stetig grösser geworden.

Legende: Video Angebots- und Bestandsmieten entwickeln sich auseinander abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus ECO Talk vom 15.04.2019.

In den Augen von SP-Nationalrätin Jacqueline Badran läuft etwas gehörig falsch im Immobilienmarkt. «Die Angebotsmieten steigen, obwohl sie nicht dürften», sagt sie, und zitiert im «ECO Talk» aus dem Zivilgesetzbuch.

Dort heisst es im Artikel 569 des Obligationenrechts: «Mietzinse sind missbräuchlich, wenn damit ein übersetzter Ertrag aus der Mietsache erzielt wird oder wenn sie auf einem offensichtlich übersetzten Kaufpreis beruhen.»

Gesetzlich beschränkte Rendite

Laut Bundesgericht darf die Rendite, die der Besitzer einer Immobilie erzielt, nur ein halbes Prozent über dem Referenzzinssatz liegen. Das sind beim heutigen Zinssatz von 1.5 Prozent also 2 Prozent.

Legende: Video Jacqueline Badran: «Der Markt existiert nicht.» abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus ECO Talk vom 15.04.2019.

Gleichzeitig weist Donato Scognamiglio Immobilien als lukrativste Anlage im letzten Jahr aus. Im Durchschnitt wurden mit Immobilien-Direktanlagen 5.3 Prozent Rendite erzielt. Zum Vergleich: Schweizer Aktien lagen 8.6 Prozent im Minus.

Ein Glück für Stefan Mächler. Er ist Konzernleitungsmitglied von Swisslife, und Swisslife ist mit 35'000 Wohnungen die grösste Immobilien-Besitzerin der Schweiz. 1 Milliarde Franken hat sie in Liegenschaften investiert.

Legende: Video Stefan Mächler, Swisslife: «Wir haben Verpflichtungen» abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus ECO Talk vom 15.04.2019.

Hans Egloff, SVP Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbands, relativiert den Artikel 269: «Das kommt aus einer Zeit, in der wir noch sehr viel höhere Hypothekarzinsen hatten, beispielsweise in den 1990er-Jahren mit 7 Prozent oder noch höher.»

Man habe damals nicht daran gedacht, dass die Zinssätze einst so tief sein könnten wie heute. Jetzt gehe die Rechnung nicht mehr auf.

Die beste Altersvorsorge sind tiefe Mieten.
Autor: Jacqueline BadranSP-Nationalrätin

Donato Scognamiglio ist froh, dass Investoren wie Swisslife noch Geld mit Immobilien verdienen. «Sonst arbeiten wir bis 90.» Ein Argument, das Jacqueline Badran nicht gelten lässt. «Die beste Altersvorsorge sind tiefe Mieten. Wenn ich pro Monat nicht 500 Franken zu viel bezahle, weil ich die Rendite bedienen muss, habe ich ein Arbeitsleben lang eine Viertel Million zusammengespart.»

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Angebot-Nachfrage. Simpel. Wenn alle Anzeichen auf eine baldige 10Mio. hindeuten, steigen die Mieten jetzt schon, in der 8.5 Mio.-Schweiz weiter. Dieses Wachstum pusht die Partei von Frau Badran. Also ganz-ganz glaubwürdig ist ihr Anliegen so nicht.
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  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Der einzige Grund, warum die Mieten in den Städten so hoch sind ist der massive Wohnungsmangel. Wenn man mehr Wohnungen bauen würde, auch mehr in die Höhe bauen würde, dann wäre die Wohnungsnot gelindert und die Mieten würden sinken. Und nebenbei kann man so auch noch die Zersiedelung stoppen und die Pendlerwege verkürzen.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Mehr, das lehrt uns die kapitale Logik täglich und für einige schmerzhaft, bringt nicht weniger .... sondern noch mehr ...
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    2. Antwort von Arno Zingg (Arno Zingg)
      Die knappen Wohnungen in der Stadt können ein Mitgrund sein. Aber ist es nicht eher das Problem, dass alles dem Markt unterworfen wird? Dass die Nachfrage grösser ist als das Angebot und deshalb die Preise steigen?
      Wobei ich der Überzeugung bin, dass es nicht so sein muss. Denn die Mieten werden nicht nach Marktregeln kalkuliert, sondern nach Bau- und Unterhaltskosten. Kein Vermieter wird gezwungen, die Mieten anzuheben, nur weil die Wohnungen knapp werden. Gewinnmaximierung ist das Problem.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    @brauchli: Das eine sind die Menschen, die 'zuwandern', wie das auf gute Art zu lösen ist, weiss ich nicht. Das andere, ist die massive 'Zuwanderung' von ex nihilo geschaffenem Finanzkapital, das die Immobilenmärkte überschwemmt. Das zu lösen, wäre mit einem Staat, der wirklich die demokratische Kontrolle will, einfach zu lösen: Boden gehört in die Hand und Verwaltung des lokalen Gemeinwesens und dieser darf nur im Bau- oder Nutzungsrecht vergeben werden + Menschen vor Ort haben Priorität.
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