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Legende: Video Der Handelsstreit wird zum Währungsstreit abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.08.2019.
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Yuan gegen Dollar China entdeckt Währung als Waffe im Handelsstreit

China hat den Yuan unter eine wichtige Marke zum Dollar rutschen lassen: Eine klare Ansage an US-Präsident Trump.

Die Investoren sind alarmiert. Sollte sich bestätigten, dass China die eigene Währung ganz bewusst als Waffe im Handelsstreit mit den USA einsetzt, dann wäre eine Einigung in noch weitere Ferne gerückt – und Kollateralschäden für die Weltwirtschaft damit noch wahrscheinlicher.

Es spricht einiges dafür: Denn in den vergangenen Wochen hatte die chinesische Notenbank immer wieder interveniert, um den Kurs des Yuan im Vergleich zum Dollar stabil zu halten – trotz des Handelsstreits.

Klare Botschaft an die USA

Dass Peking den Yuan jetzt offenbar bewusst unter eine strategisch wichtige Grenze zum Dollar rutschen lässt, deutet auf einen Kurswechsel hin: Es ist eine klare Ansage in Richtung von US-Präsident Donald Trump. Die Botschaft ist klar: China ist nicht bereit, höhere US-Zölle auf Importe aus China klaglos zu akzeptieren. Deshalb schlägt Peking mit anderen Instrumenten zurück, sollte die US-Regierung nicht einlenken.

Für diese Auslegung spricht auch, dass die chinesische Regierung Unternehmen angewiesen haben soll, keine Agrarprodukte mehr aus den USA zu kaufen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Ein solches Importverbot dürfte vor allem Soja-Farmer in den USA verärgern, die zu den Stammwählern Trumps gehören. China ist ihr grösster Absatzmarkt.

USA schotten Markt für chinesische Produkte ab

Der US-Präsident hat auf den Kurswechsel prompt reagiert und China in einer ersten Reaktion der Währungsmanipulation bezichtigt, wie es später auch das US-Finanzministerium tat. Er wirft China schon länger eine unfaire Handelspolitik vor. Die Regierung verbillige die Preise chinesischer Waren künstlich, um Handelsvorteile gegenüber ausländischen Konkurrenten zu erlangen. Nach der trumpschen Auslegung verkauft China auch deshalb deutlich mehr Waren in den USA als umgekehrt die USA in China.

Der Präsident nimmt das Handelsdefizit als Vorwand, um den US-Markt mit immer neuen Zöllen auf chinesische Warenimporte abzuschotten. Es ist ein Druckmittel, um China zu Zugeständnissen zu bewegen: Das Land soll mehr US-Produkte kaufen und die Tür für US-Investoren weiter öffnen.

Nach ergebnislosen Verhandlungen in der vergangenen Woche hatte Trump angekündigt, ab September neue Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar zu erheben. In China produzierte Waren würden dann in den USA deutlich teurer – und damit unattraktiver.

Kurse an der Wall Street fallen

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Der Handelskrieg zwischen China und den USA lässt die Kurse am US-Aktienmarkt fallen. Am Montag gaben alle wichtigen Indizes deutlich nach. Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte zuletzt um 3.3 Prozent ab auf 25 613,57 Punkte. Dem marktbreiten S&P 500 erging es ähnlich mit einem Minus von 3.4 Prozent auf 2833.24 Punkte.

Noch schlimmer erwischte es den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100 mit minus 4.2 Prozent. Zyklische Technologie-Aktien reagieren in Phasen einer drohenden Konjunkturabkühlung für gewöhnlich besonders sensibel.

Dem aktuellen Absturz an den US-Börsen gingen im Juli noch Rekordstände voraus beim Dow, S&P und Nasdaq. Diese Euphorie ist nun vorbei. Allein der Dow-Index hat seit seinem Rekord bei 27'398 Punkten Mitte Juli nun schon sechseinhalb Prozent verloren. (dpa)

Risiken für Weltwirtschaft steigen

Sollten die USA ihre Drohung wahr machen, werde China gegensteuern, kommentierte die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums. China wolle keinen Handelskrieg. Komme es aber so weit, dann werde man ihn ausfechten.

Seit heute ist ein bisschen klarer, wie. Die Zeichen stehen auf Eskalation. Damit steigen die Risiken für die Weltwirtschaft.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Aeschlimann  (wernz)
    Das ist auch im Euro Raum so. Mit etwas Mut könnte Herr Maurer sich ähnlicher Mittel wie Trump bedienen. Wäre spannend das auszuhalten.
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    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Herr Aeschlimann, Sie verkennen die Grösse der Schweiz gegenüber der EU aber sehr. Ich weiss nicht, wie das Schweizervolk reagieren würde, wenn es auf alle Güter die aus der EU kommen einen grossen Zollzuschlag zahlen müssen. Dann würde noch mehr im nahen Ausland eingekauft. Ob dies dann für die Schweizer gut ist, wage ich zu bezweifeln.
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    2. Antwort von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
      Solange die Schweiz nicht als stimmberechtigtes Mitglied in der EU ist, solange muss sich die EU, weder im positiven noch im negativen, in irgendwelcher Weise um die CH irgendwelche Gedanken machen, da unser CH GDP tatsächlich nur 3.4% des GDP des Wirtschaftsraumes EU+EFTA+CH ausmacht, und das meiste unseres GDP aus der EU stammt. Netterweise behandelt die EU uns extrem freundlich und zuvorkommend, während wir uns fleissig bemühen, auf ihr herumzuschimpfen, während sie unseren Lohn bezahlt.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Zoelle auf chinesische Waren werden vom Ami Volk bezahlt. Waeren keine China Waren mehr in Amerika waeren die Regale leer in allen Supermarkten, Baumaekrten und Warenhaeusern. Das ist die Realitaet. Aber mit oder ohne Trump geht Amerikan Kopf voran in eine kaum vorstellbare Krise. Die wird auch an uns nicht schadlos vorbei gehen.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Eigentlich wollte ich nichts mehr schreiben. Aber: Amerika produziert nichts mehr. Es importiert alles. Amerika druckt Dollars aus Luft, schickt diese nach China um zu kaufen. China hat Luftdollars. China tut besser die Waren anderswo zu verkaufen oder im eigenen Land. Wegen Waehrungsmanipulation. China hat entschieden nicht mehr zu intervenieren. Die Waehrung floted. Wo ist die Manipulation? Das Thema Amerika/Wirtschaft ist weitlaeufig. Kann nicht so kurz gefasst werden.
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