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Legende: Video SNB mit grossem Minus abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.01.2019.
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Zahlen 2018 Nationalbank schreibt hohen Verlust

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2018 wie erwartet tiefrote Zahlen geschrieben.
  • Unter dem Strich resultierte gemäss provisorischen Zahlen ein Verlust von 15 Milliarden Franken.
  • Bund und Kantone sollen dennoch eine Ausschüttung von zwei Milliarden Franken erhalten.

Der Verlust auf den Fremdwährungspositionen belief sich im vergangenen Jahr auf rund 16 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilt. Auf dem Goldbestand resultierte derweil ein Bewertungsverlust von 0,3 Milliarden Franken, der Erfolg auf den Frankenpositionen belief sich auf zwei Milliarden Franken.

Zwei Milliarden für Bund und Kantone

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Nach Berücksichtigung der vorhandenen Ausschüttungsreserve von 67,3 Milliarden resultiert ein Bilanzgewinn von rund 47 Milliarden. Dies ermöglicht der SNB eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie, was dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht, sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von einer Milliarde Franken.
Bund und Kantonen steht zudem eine Zusatzausschüttung von einer weiteren Milliarde zu, da die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung den Betrag von 20 Milliarden übersteigt. Der auszuschüttende Betrag von insgesamt zwei Milliarden Franken geht zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone. Nach diesen Auszahlungen wird die Ausschüttungsreserve laut den SNB-Angaben rund 45 Milliarden Franken betragen.

Im Jahr 2017 hatte die SNB noch einen Rekordgewinn von 54,4 Milliarden Franken erzielt. Das Ergebnis der Nationalbank ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen sind deshalb die Regel.

Verlust ist keine Überraschung

Der klare Verlust für das abgelaufene Jahr kommt nicht überraschend. In den ersten neun Monaten hatte die Nationalbank bereits einen Verlust von 7,8 Milliarden Franken ausgewiesen. Zudem dürfte auch die SNB nicht von den Aktien-Kursstürzen zu Jahresende verschont gewesen sein. Für das vierte Quartal resultiert damit nun ein Minus von gut sieben Milliarden Franken.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktorin Stefanie Knoll

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15 Milliarden Franken Verlust hören sich gewaltig an. Setzt man den Verlust aber in Verhältnis zu den SNB-Devisenanlagen von zuletzt 775 Milliarden Franken, relativiert sich das Bild. Deutlich zu Tage treten lässt der Verlust aber die Folgen der interventionistischen Geldpolitik der letzten Jahre. Denn es ist eben das in den letzten Jahren angehäufte, riesige Anlagevolumen der SNB, das in Zeiten aufgewühlter Finanzmärkte zu hohen Verlusten führen kann.

Nicht vergessen werden darf, dass das Pendel in guten Anlagezeiten auch in die andere Richtung ausschlägt: 2017 verbuchte die SNB einen Rekordgewinn von 54,4 Milliarden Franken. Der letztjährige Verlust der SNB ist weder Überraschung, noch Katastrophe – sondern vielmehr Ausdruck der speziellen Situation, in die sich die Notenbank seit Ausbruch der Finanzkrise begeben hat.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Endlich mal weg von Negativzinsen und die SNB ist wieder menschenwürdig.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Es ist nicht von ungefähr, dass Religionen das Zinsnehmen verboten. Denn Zinsen sind ein perfider Ausbeutungsmechanismus der zur Umverteilung von unten nach oben führt. Zinsen sind leistungslose Einkommen, von denen vor allem die Reichen profitieren zu Lasten derjenigen, die weniger besitzen. Das Zinseszinssystem ist es, das menschenunwürdig ist.
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      H. Bernoulli bin mir nicht so sicher betreffend "nur" die Reichen verdienen. Denn wer zu hohe Schulden eingeht, geht vielleicht Konkurs, ist Pleite, oder es kommt zur Verpfändung, was schon oft vor kam, ob da alle Schulden zurück gezahlt werden und gedeckt wurden? Das traurige finde ich aber, dass Banken in Milliardenhöhen Bussen bezahlen mussten, durch Verantwortungslosigkeit und oft auch Fahrlässigkeit.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Was hat die SNB am Aktienmarkt verloren ? Das Geld dass die SNB erwirtschaftet ist nicht dazu da am Börsenkasino teil zu nehmen. Und wer natürlich mit dem harten Franken den lausigen Dollar-und Euro stützt, anstatt den sicheren Hafen mit Gold anstrebt, der muss sich über Verluste nicht wundern. Dazu wird der Arbeiter und Mittelstand mit 0 -Zins bestraft, weil ein paar Grossspekulanten in die harte Fr.-Währung flüchten, anstatt diese mit 30% Minus-Kurs zu betrafen. Was ist das für ein Schwindel.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Schon die Annahme ist grundfalsch: die SNB erwirtschaftet kein Geld, sie "druckt" Geld - so viel sie will bzw. so viel, wie volkswirtschaftlich nötig, um die Preisstailität zu erhalten. - Eine Notenbank kann durch stützen fremder Währungen die eigene abwerten. Das führt zur Geldmengenausweitung. Negative Zinsen auf Liquidität ist da eine weit bessere Lösung um die Flucht in den CH-Franken zu verringern. Die CH-Notenbank benutzt ein Mix aus versch. Massnahmen.
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    2. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Herr Bernoulli, es steht doch im Bericht: "Zudem dürfte auch die SNB nicht von den Aktien-Kursstürzen zu Jahresende verschont gewesen sein". Also hat die SNB an der Börse Geld verloren, im Weiteren ein Verlust von 16 Milliarden Fr. auf den Fremdwährungspositionen . Ihre Behauptung -Die SNB erwirtschaftet kein Geld, ist grundfalsch- Es gibt ohne Geldwerte keinen Gewinn oder Verlust. Wenn SNB Devisen kauft und diese dann am Markt abstürzen, dann haben sie Verlust eingefahren-so einfach ist das.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      "Wenn SNB Devisen kauft und diese dann am Markt abstürzen, dann haben sie Verlust eingefahren" - Nur, dass die SNB das Geld "aus heisser Luft" erschaffen hat, welches sie zum Kauf der Devisen eingesetzt hat! Das einzige Problem: Wenn die Besände der SNB zu stark abnehmen, könnte sie zu wenig zum verkaufen haben um bei Bedarf die Geldmenge zu reduzieren, z.B. um den CHF-Kurs zu stützen. Aber Buchverlust hat für die Notenbank nicht dieselbe Bedeutung wie Buchverluste in der Wirtschaft.
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  • Kommentar von Christoph Fischer (Christoph Fischer)
    nur ein paar zahlen: die SNB hält 800 Mia. devisenkapital, davon 200 Mia aktien. 2008 waren es 80mia devisen. für jeden schweizer wurden in 10 jahren 100000 fr geld erfunden, und als zahlungsverpflichtung ins ausland verkauft. die SNB hat mehr facebook aktien als zuckerberg. auch amazon alphabet apple starbucks mc donalds gehören dazu. so ist die schweiz mit riesen risikopositionen untrennbar mit der amerikanischen finanzpolitik verknüpft und profitiert von der steuervermeidung dieser konzerne
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