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Auch UBS verspielt Hunderte Millionen Franken mit Archegos
Aus HeuteMorgen vom 27.04.2021.
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Zahlen des ersten Quartals UBS: Archegos-Pleite überschattet gutes Ergebnis

  • Die UBS hat im ersten Quartal 2021 von der guten Entwicklung an den Finanzmärkten profitiert.
  • Der Quartalsgewinn beläuft sich auf 1.8 Milliarden US-Dollar – das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Ein noch besseres Ergebnis wurde indes durch einen grossen Verlust im Zusammenhang mit dem US-Hedgefund Archegos verhindert.

Nun also auch die UBS. Wie bereits im Markt spekuliert, ist auch die grösste Schweizer Bank von der Pleite des US-Hedgefund Archegos betroffen. Der Verlust ist mit 774 Millionen US-Dollar beträchtlich, allerdings deutlich geringer als die 5 Milliarden bei der Credit Suisse. Den Reingewinn der UBS schmälert der Zusammenbruch von Archegos noch um 434 Millionen.

SRF-Kurzeinschätzung: «Archegos lässt auch die UBS nicht kalt»

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SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann: «An der UBS ist das Debakel um den US-Hedgefund Archegos im März nicht spurlos vorbeigegangen. Doch die grösste Schweizer Bank kommt relativ glimpflich davon: Rund 770 Millionen Dollar hat die UBS verloren wegen Archegos. Das drückte merklich auf das Quartalsergebnis. Aber dennoch hat die UBS im ersten Quartal gut verdient und 1.8 Milliarden Dollar Konzerngewinn erzielt.

Zum Vergleich: Die kleinere Rivalin Credit Suisse hat unlängst den Archegos-Schaden – allein im ersten Quartal – auf über 4 Milliarden Franken beziffert. Die CS rutschte in die Verlustzone und muss nun gründlich über die Bücher gehen.

Bei der UBS hingegen kann sich der neue Konzernchef Ralph Hamers – unbeirrt – auf die weiterte Digitalisierung des Geschäfts konzentrieren. Das Kapitel Archegos ist für die UBS finanziell ausgestanden. Strategisch drängen sich auch keine weitreichenden Massnahmen auf. Das liegt nicht zuletzt daran, dass riskante Geschäfte mit Hedgefunds wie Archegos für die UBS weniger Bedeutung haben als für die CS. Die klare Ausrichtung der UBS auf die Vermögensverwaltung als Kerngeschäft zahlt sich aus.»

CEO Hamers «tief enttäuscht» vom Verlust in den USA

Trotz dieses grossen Verlustes verdiente die UBS in der Periode von Januar bis März 1.8 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2.3 Milliarden nach 2.0 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Schätzungen von Analysten wurden damit nicht ganz erreicht, was angesichts des Verlustes in den USA allerdings nicht überrascht.

Alle Kundensegmente hätten rekordhohe Aktivitäten verzeichnet, zeigte sich der neue CEO Ralph Hamers grundsätzlich erfreut. Tief enttäuscht gab er sich zum Verlust in den USA. «Wir nehmen dies sehr ernst», so Hamers wörtlich. Die Bank führe eine detaillierte Prüfung der entsprechenden Prozesse im Riskmanagement durch und ergreife geeignete Massnahmen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.

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Aus dem Archiv: Kritik wegen Hedgefonds-Debakel
Aus Tagesschau vom 01.04.2021.
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SRF 4 News, 27.4.2021, 07:30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Waibel  (Rowa)
    1,8 Milliarden Gewinn
    14% mehr als im Vorjahr
    "Zu tiefst enttäuscht"
    Wie gross müsste der Gewinn sein, dass die UBS zufrieden ist? Hier läuft offensichtlich vieles falsch!
    1. Antwort von Peter Steiner  (pcsteiner)
      Wie krank sind wir mit solchen Aussagen....
  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Herr Hamers ist "tief enttäuscht" und man nehme dies "sehr ernst"...
    Die Enttäuschung liegt beim Bankkunden. Zeit zum Wechseln. Die Grossbanken sind mir zu anfällig für Gründe, es sich scheinbar doch immer wieder nicht so ernst zu nehmen. Tiefe Enttäuschung des CEO, hunderte Millionen Dollar in den Sand gesetzt, und wir einfachen Privatkunden bezahlen Gebühren, kriegen keine Zinsen und warten in der Telefonwarteschlange auf Godot und sind die Doofen. So kommt mir das vor.
    1. Antwort von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
      Zu welcher Bank soll man wechseln? z.B. Raiffeisen? Heute ein Skandal bei dieser Bank, morgen bei jener. Es braucht noch 2 oder 3 Finanzkrisen wie 2008, bis sich hier grundlegend etwas ändert. Aber auch die Kunden müssten mal merken, dass Zinserträge nur bezahlt werden können, wenn die Kreditzinsen entsprechend hoch sind. Das ganze Zins- und Börsensystem ist inzwischen völlig undurchschaubar. Wer nicht mit Hunderttausenden Franken spekulieren und einen Verlust verschmerzen kann, verliert immer.