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Zalando rechnet mit roten Zahlen im ersten Quartal
Aus SRF 4 News aktuell vom 31.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:52 Minuten.
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Zalando in der Corona-Krise Im Homeoffice braucht niemand glänzende Schuhe

Warum neue Jeans oder Schuhe bestellen, wenn man nicht ausgehen kann? So denken offenbar viele – und lassen es bleiben.

Der Onlinehandel boomt in der Corona-Krise. Viele kaufen vermehrt im Internet ein, weil sie sich beim Gang ins Lebensmittelgeschäft nicht anstecken wollen. Detailhändler wie Migros oder Coop und viele andere Onlinehändler werden mit Aufträgen überschwemmt und bitten um Geduld bei den Lieferfristen.

Zalando warnt vor rot

Bei Europas grösstem Online-Modehändler Zalando ist es genau umgekehrt. Der Konzern mit Sitz in Berlin warnte kürzlich vor roten Zahlen im ersten Quartal.

Das erstaune, allerdings nur auf den ersten Blick, stellt SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann fest: «Die Pandemie verdirbt offensichtlich vielen Menschen die Lust aufs Online-Shoppen.»

Ähnlich formulierte es Zalando selbst: «Grund sind geringere diskretionäre (d.h. nach freiem Ermessen getroffene, Anm. d. Red.) Ausgaben europäischer Konsumenten in Folge der seit dem 9. März bestehenden Massnahmen europäischer Regierungen gegen die Verbreitung des Coronavirus», schreibt Zalando in einer Medienmitteilung.

Menschen setzen andere Prioritäten

Das leuchtet auch ein, denn wer ohnehin nicht ins Restaurant, Kino oder sonst an öffentliche Anlässe darf, braucht auch nicht dringend neue Schuhe oder Kleider von Zalando. Denn wer zu Hause im Homeoffice arbeitet, kann gerade so gut anziehen, was er oder sie noch im Kleiderschrank hat.

Diese Überlegung machen sich zurzeit anscheinend viele Konsumentinnen und Konsumenten. Die Menschen seien jetzt in Krisenstimmung, viele sorgten sich um ihren Arbeitsplatz und hätten Zukunftsängste, schätzt Baumann.

Viele sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und haben Zukunftsängste.
Autor: Jan BaumannWirtschaftsredaktor SRF

Langfristig dürfte der Trend zum Online-Einkauf aber anhalten. Laut Baumann könnte sich der Strukturwandel auf Kosten des stationären Handels gar noch verschärfen, denn ob alle jetzt geschlossenen Läden je wieder auf einen grünen Zweig kommen, ist ungewiss. «Niemand weiss, wie gross der Andrang bei den Geschäften sein wird, wenn sie wieder öffnen dürfen», so Baumann.

Niemand weiss, wie gross der Andrang bei den Geschäften sein wird, wenn sie wieder öffnen dürfen.
Autor: Jan BaumannWirtschaftsredaktor SRF

So rechnet auch Zalando mit weiterem Wachstum. Bereits 2019 verkaufte der Riese Schuhe, Kleider und Kosmetika für über acht Milliarden Euro. Das war ein Viertel mehr als im Vorjahr.

SRF 4 News, 31.03.2020, 09:54 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die Entwicklung im Detailhandel verschiebt sich massiv ins Internet. Bedingt dass die meisten Läden jetzt ganz geschlossen sind, kann eine Chance sein für Schweizer Detailhändler. Jetzt bräuchte es eine Schweizer Plattform, auf der alle Händler Produkte anbieten können, Versand, Retouren Kaufabwicklung läuft über diese zentrale Plattform. Ein Schweizer Amazon Marketplace quasi, mit top Service, gratis Versand und Retouren und günstigen Preisen. Leider wird diese Chance wohl nicht gepackt.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Zalando. Mir kommen die Tränen. Was sollen denn all die Restaurantbesitzer und deren Zulieferer sagen?
    Bei mir stimmt vermutlich etwas nicht, aber ich musste noch nie vor einem Kino- oder Restaurantbesuch dringend neue Schuhe kaufen...
  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    Zalando rechnet mit weiterem Wachstum?
    Wenn sich Homeoffice so allmählich etabliert, dann muss ich zu Hause mit keinen Markenkleider glänzen. Früher? Da hatte ich einen Kleiderschrank der war proppenvoll. Vor 3,4 Jahren habe ich mehr als die Hälfte verspendet. Gut so.