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Zu viele Schlachtkühe Fleischpreise haben sich nach dem Dürresommer erholt

Der Schweizer Fleischmarkt ist wieder einigermassen im Gleichgewicht, nachdem er diesen Sommer wegen der grossen Trockenheit aus den Fugen geraten war. Ganz ausgestanden ist die Sache aber noch nicht.

Legende: Audio Fleischmarkt: Die Preise erholen sich abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 21.12.2018.

Die Situation spitzte sich im Sommer innert Tagen dramatisch zu. Immer mehr Bauern brachten ihre Kühe zu den Schlachthöfen, weil sie wegen der Trockenheit kein Futter mehr hatten. Der Fleischpreis sackte ab.

Die Schlachtbetriebe wurden effektiv überschwemmt.
Autor: Heinrich BucherDirektor Proviande

Dies brachte noch mehr Bauern dazu, ihre Tiere zum Schlachten zu bringen. Denn sie konnten nicht wissen, ob der Preis nicht noch tiefer fallen würde.

Es habe Panik geherrscht, sagt Heinrich Bucher, Direktor des Branchenverbands Proviande: «Plötzlich hatten die Bauern das Gefühl: ‹Ich kann meine Tiere nicht mehr abstossen›. Die Schlachtbetriebe wurden effektiv überschwemmt. Sehr kurzfristig waren plötzlich dreimal so viele Tiere angemeldet, wie eigentlich auf dem Schlaucht-Programm waren.» Kaum mehr jemand hatte den Überblick in dieser hektischen Lage.

Nach wie vor mehr Schlachtungen

Unterdessen hat sich die Lage beruhigt, aber das Angebot an Schlachtkühen ist nach wie vor gross. Auch jetzt sei noch festzustellen, dass vermehrt Tiere zur Schlachtung gebracht werden, so Bucher: «Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass effektiv zu wenig Futter vorhanden ist und die Bauern deshalb Tiere abstossen, die sie sonst noch in den Ställen behalten hätten.»

Das drückt weiterhin auf den Preis der Schlachtkühe. Sieben Franken pro Kilo Schlachtgewicht erhalten die Bauern derzeit. Anfangs Sommer – vor dem Marktzusammenbruch – waren es über acht Franken. Das sei allerdings ein sehr hoher Preis gewesen sagt Proviande-Direktor Bucher. Nun habe sich das Preisniveau normalisiert.

Theke mit Rindsfleisch
Legende: Für Kühe erhalten Bauern derzeit sieben Franken pro Kilo Schlachtgewicht. Keystone

Preise haben sich stabilisiert

Der Bauernverband spricht ebenfalls von einer Stabilisierung, auch wenn die Bauern freilich lieber mehr einnehmen würden. Dieser Wunsch könnte sich schon bald erfüllen. «Die Tiere, die jetzt alle geschlachtet wurden, sind im nächsten Jahr nicht mehr da», so Bucher, «da könnte es dann zu einer knappen Versorgung kommen» – mit entsprechend höheren Preisen.

Dann müsste Proviande wohl auch wieder mehr aus dem Ausland importieren, nachdem in diesem Sommer die Einfuhren aus Rücksicht auf die einheimischen Bauern vorübergehend gestoppt wurden. Allerdings gibt es in der Schweiz generell zu wenig Schlachtkühe; in normalen Jahren muss rund ein Fünftel importiert werden, um die Nachfrage hierzulande zu decken.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Der Absenkung der Fleischpreise wurde diesen Sommer durch mehr Importrestriktion aufgefangen. Ich dachte, wir hätten eine Marktwirtschaft in der CH.
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  • Kommentar von Nicola Harrison (Nicola Harrison)
    Das Klima ist menschgemacht. Machen Sie sich Gedanken, ob Sie sich bei diesem Treiben als Konsument mitschuldig machen möchten. Die schnellste Art, dem ganzen Elend auf dieser Erde ein Ende zu setzen, ist die Erhöhung des menschlichen Bewusstseins. Damit das Bewusstsein erhöht werden kann, spielt die Art und Weise, wie Sie sich ernähren, woher die Nahrungsmittel kommen und wie sie behandelt sind, eine absolut entscheidende Rolle.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Da mögen sie zwar nicht unrecht haben, trotzdem lege ich mein Veto ein: ich bin nicht bereit, die Dummheit der gesamten Menschheit bezügl. ihres eigenen sowie des einhergehenden Wirtschaftswachstums vorschreiben zu lassen, was ich zu futtern habe! Diese Erde hat grundsätzlich eine Kapazität, X Menschen zu ernähren und für sie einen Lebensraum zu bieten. Dieses X ist längst deutlich überschritten. Pflästerlipolitik und Technologiewahn als Zaumzeug lehne ich ab!
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Gottseidank hat sich der Fleischpreis erholt. Ich freue mich, endlich wieder XXL-Packungen und Berge von Fleisch zum Dumpingpreis kaufen zu können, wo ich weiss, dass der Grossverteiler einen Reibach macht und der Bauer am Hungertuch nagt. Ausserdem muss man ja etwas für die industrielisierte...äääh...nachhaltige...also... einfach Viehhaltung tun. Herrlich. So schön.
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