Ob Expertinnen und Korrespondenten aus aller Welt, Frauen und Männer aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Das Tagesgespräch auf SRF 1 zeigt verschiedene Perspektiven auf aktuelle Themen.
Dabei geht es um fundierte Hintergründe, lebhafte Schilderungen, um Sichtweisen und persönliche Meinungen.
Echte Menschen im Mittelpunkt
«Wenn im Gespräch etwas entsteht und man so richtig in ein Thema eintauchen kann, ist es für mich ein gutes Gespräch», sagt Simone Hulliger. Caroline Arn fügt an: «Wenn ich am Ende der Sendung ein Leuchten in den Augen des Gastes feststelle, ist das ein spezieller Moment.»
Die Macherinnen und Macher des Tagesgesprächs
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Bild 1 von 3. Karoline Arn. Bildquelle: Copyright SRF/Gian Vaitl.
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Bild 2 von 3. David Karasek. Bildquelle: Copyright SRF/Gian Vaitl.
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Bild 3 von 3. Simone Hulliger. Bildquelle: Copyright SRF/Gian Vaitl.
Für David Karasek sind jene Gespräche am besten, bei denen «im Verlauf der Sendung ein echter Mensch fernab von Floskeln spürbar wird.»
Spezielle Gespräche, herausfordernde Momente
Eindrücklich war für Simone Hulliger beispielsweise das «Tagesgespräch» mit dem Walliser Kulturwissenschaftler Werner Bellwald, der über den Felssturz von Blatten spricht. «Da hatte ich eine Person vor mir, die bei dieser Naturkatastrophe alles verloren hat – solche Momente gehen einem nah», erinnert sich Simone Hulliger.
David Karasek beschreibt ein Gespräch mit Schriftstellerin Milena Moser, die mit ihrer Familie seit über zehn Jahren in San Francisco wohnt. Im Gespräch ging es unter anderem darum, wie sie die Trump-Administration erlebe.
Moser fällt es schwer, die Umstände in den USA zu akzeptieren, in denen gewisse Bevölkerungsgruppen schlecht behandelt würden. «Ihr Mann ist mexikanischer Abstammung und habe immer wieder Angst vor einer Abschiebung», erinnert sich Karasek an das Gespräch. «Sie hat sehr offen über ihre Situation gesprochen – das hat uns beeindruckt.»
«Kurz angebundener» Nationaltrainer
Weniger zugänglich zeigte sich etwa Fussballnationaltrainer Murat Yakin, der die Fragen eher knapp beantwortet hat. «Er hatte wohl einfach keine Lust auf dieses Gespräch», sagt Simone Hulliger – schliesslich stand auch die nächste Endrunde an. «Das kann mal vorkommen, ist aber nicht angenehm.»
Etwas anderes löst bei den Macherinnen ebenfalls ungute Gefühle aus: «Wenn einem nach dem Gespräch Fragen in den Sinn kommen, die man eigentlich hätte stellen müssen», sagt Caroline Arn. «Vielleicht war man einen Moment unkonzentriert oder mit den Notizen beschäftigt und verpasst deshalb eine gute Gelegenheit nachzuhaken – das ist im Nachhinein ärgerlich.»
Sendung als «Spitze des Eisbergs»
Hinter 25 Jahren «Tagesgespräch» mit 5000 Gästen steckt viel Arbeit. «Die Sendung ist sozusagen nur die Spitze des Eisbergs», sagt Simone Hulliger. Gäste suchen, organisieren, terminieren, inhaltliche Vorbereitung – das alles sei aufwändig, aber irgendwie scheint es zu gelingen. Die Leute kämen in der Regel sehr gerne in die Sendung, sagen die Machenden unisono. Und: Mitten im Gespräch rausgelaufen sei noch niemand.
Aber es kam einmal vor, dass ein Gast seinen Termin beim Tagesgespräch verpasst hat. «Musiker Pepe Lienhard hätte im Rahmen des ESC live und vor Publikum in Basel zum Gespräch erscheinen sollen», sagt David Karasek.
«Allerdings hatte er den Termin falsch in der Agenda eingetragen.» Zum Glück hatte man ein bereits aufgezeichnetes Ersatzgespräch zur Hand.