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Finanzen im Alter Pensionierung: So vermeiden Sie finanzielle Engpässe

Früh planen, richtig vorsorgen: So sichern Sie Ihre Rente und nutzen alle Ansprüche im Alter optimal aus.

Die Pensionierung ist für jede Rentnerin und jeden Rentner ein Meilenstein – besonders finanziell. Zwar stehen rund drei Viertel der Seniorinnen und Senioren gut bis sehr gut da, aber etwa 20 Prozent der älteren Bevölkerung gelten als arm oder armutsgefährdet. Rund jede achte Person im Pensionsalter ist auf Ergänzungsleistungen (EL) angewiesen, viele andere leben knapp über der Armutsgrenze.

Damit der Übergang gelingt und existenzielle Sorgen ausbleiben, ist eine frühzeitige Planung das A und O.

Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung

Wichtigster Rat: Sich nicht erst kurz vor der Pensionierung Gedanken machen! «Wir empfehlen, sich in den letzten zehn Erwerbsjahren, also ab Mitte 50, intensiv damit zu befassen», sagt Peter Burri Follath, Sprecher von Pro Senectute Schweiz. Faustregel: Im Ruhestand stehen nur etwa 60 bis 70 Prozent des letzten Erwerbseinkommens zur Verfügung.

  • Fordern Sie frühzeitig bei Ihrer Ausgleichskasse eine AHV-Vorausberechnung und einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) an. So lassen sich allfällige Beitragslücken erkennen und bis zu fünf Jahre rückwirkend schliessen.
  • Studieren Sie Ihren Pensionskassenausweis. Ab 50 Jahren kann sich ein freiwilliger Einkauf lohnen, um Deckungslücken zu schliessen und Steuern zu sparen.
  • Achtung! Die AHV wird nicht automatisch ausbezahlt – Sie müssen sich einige Monate vor der Pensionierung aktiv bei der Ausgleichskasse anmelden.

Geld im Griff: Tipps für den neuen Lebensabschnitt

Viele frisch Pensionierte neigen anfangs dazu, zu viel Geld auszugeben: Die gewohnte Struktur fällt weg, man hat mehr Freiheit und Freizeit. Diese Erfahrung macht Matteo Rossier in seiner Tätigkeit als Sozialberater bei Pro Senectute Obwalden. «Führen Sie zumindest am Anfang genau Buch über Ausgaben und Einnahmen.» Das sei sehr aufschlussreich und könne sogar Spass machen, sagt Rossier.

  • Fixkosten nicht unterschätzen! Auch als Rentner oder Rentnerin zahlen Sie weiterhin Steuern.
  • Wer das Kapital aus der Pensionskasse statt einer Rente auszahlen lässt, trägt das Anlagerisiko komplett selbst.
  • Hüten Sie sich vor vermeintlichen Traumrenditen und spekulativen Geschäften an den Finanzmärkten.
  • Ganz wichtig: Lassen Sie sich nicht von Verwandten bezüglich Erbe oder Vorbezügen unter Druck setzen. Das Ersparte gehört Ihnen für Ihren Lebensabend – es gibt keine Pflicht zu vererben.

Engpass? Nutzen Sie Ihre Ansprüche

Wichtig ist: Altersarmut ist kein persönliches Versagen. Oft sind es Teilzeitarbeit, Betreuungspflichten, Krankheit oder andere Brüche im Lebenslauf, die zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

  • Suchen Sie rechtzeitig Hilfe bei Organisationen wie Pro Senectute oder Unternehmen wie Pensionskassen, Banken oder Beratungsfirmen.
  • Häufig werden berechtigte Ansprüche aus Unwissenheit nicht geltend gemacht.
  • Schätzungsweise 230'000 Menschen im AHV-Alter verzichten ungewollt auf Ergänzungsleistungen (EL).
  • Die EL deckt nicht nur laufende Lebenskosten, sondern ermöglicht auch die rückwirkende Erstattung von Krankheits- und Folgekosten.
  • Die EL ist keine Sozialhilfe, sondern eine reguläre Sozialversicherung, auf die ein rechtlicher Anspruch besteht. Sie springt ein, wenn die minimalen Lebenskosten durch AHV und Pensionskasse nicht gedeckt sind.

In vielen Fällen bringt schon eine Auslegeordnung spürbare Entlastung – und manchmal zeigt sich, dass mehr Unterstützung möglich ist, als man gedacht hat.

Beratung und Information zu AHV und Pensionskasse

Radio SRF 1. Ratgeber, Montag, 18.5.26, 11.10 Uhr

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