Schon früh am Morgen füllt sich das Gelände rund um die Stadthalle Sursee. Jägerinnen und Jäger bringen ihre sauber präparierten Felle mit: Vom Fuchs, teils Marder oder Dachs. Händler bauen ihre Stände auf, es riecht nach Kaffee – und ein bisschen nach Stall und Wald. Am sogenannten «Jägersonntag» zieht es nicht nur Leute vom Fach in die Halle, immer mehr komme man hier auch mit der nicht jagenden Bevölkerung in Kontakt, sagt Fabian Stadelmann, Präsident vom Verband Revierjagd Luzern.
Impressionen vom «Fäälimärt» in Sursee
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Bild 1 von 9. Ein ausgestopfter Wolf wird anlässlich des jährlichen «Fäälimärt» der Revierjagd Luzern RJL in der Stadthalle Sursee präsentiert. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 9. Reporter Raphael Wallimann im Gespräch mit Fabian Stadelmann, Präsident Verband Jagdrevier Luzern. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 9. Der grosse Teil der Felle, die am «Fäälimärt» in Sursee angeboten werden, sind vom Fuchs. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 9. Thomas Emmenegger, Präsident der «Fäälimärt»-Kommission geht selber gerne auf die Fuchsjagd. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 9. Am Morgen früh ist schon reges Treiben in der Markthalle Sursee. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 9. Ein Fuchsfell kostet rund 50 Franken. Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 9. Auch Schaffelle werden angeboten. Es wird betont, dass es Sinn mache, alles vom Tier zu verwenden. Bildquelle: SRF.
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Bild 8 von 9. An rund 20 Ständen werden auch Jagdgewehre, Optiken und Accessoires ausgestellt und angeboten. Bildquelle: SRF.
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Bild 9 von 9. Murmeli-Kräutersalbe soll entspannend wirken. Bildquelle: SRF.
Faszination Fuchsjagd
Während die Fuchsjagd im Februar noch im Gang ist, dominieren die Fuchsfelle auf dem Markt in Sursee. Für Thomas Emmenegger, Präsident der «Fäälimärt»-Kommission hat die Fuchsjagd eine besondere Faszination. Es sei die Freude an der Natur und das Erlebnis im Winter bei Minustemperaturen und Vollmond unterwegs zu sein.
Heutzutage trägt man Funktionswäsche und kein Fell mehr.
Ob ein Fuchs vor die Flinte läuft, sei zweitrangig, beschreibt er seine Motivation als Jäger. Felle hätten in der heutigen Wohlstandsgesellschaft eine andere Bedeutung. Während nach den zwei Weltkriegen der Rohstoff noch geschätzt und gebraucht wurde, «trägt man heutzutage Funktionswäsche und kein Fell mehr», so Emmenegger.
Gesprächstoff – Abschaffung der Fuchsjagd
Während die einen von der Jagd schwärmen, wollen sie andere abschaffen. Am «Fäälimärt» sorgt aktuell eine entsprechende Petition für Gesprächsstoff, sagt Fabian Stadelmann vom Verband Revierjagd Luzern.
Dass sich der Fuchs selber reguliert und es die Jagd gar nicht braucht, negiert Stadelmann. «Der Fuchs hat einen Feind und das sind die Krankheiten». Die Tollwut hat man ausgerottet, geblieben sei die Staupe, welche auch auf Hunde übertragen werde und die Räude. Jägerinnen und Jäger würden dafür sorgen, dass sich solche Krankheiten nicht weiter ausbreiten und sich der Bestand dadurch reguliert. Sie würden auch dafür sorgen, dass die Füchse nicht Stadtbewohner werden, sondern Waldbewohner bleiben.
Ist Pelz tragen wirklich out?
Während das Pelztragen lange chic war und jedes Jahr die neuste Mode präsentiert wurde, sind Trägerinnen und Träger von echtem Fell über die Jahre rarer geworden.
Auch wenn heute mehr Kunstpelz getragen wird, sieht Fabian Stadelmann die Branche nicht totgesagt. Das Fell des Fuchses sei die einzige Ressource, die nicht aus der Tierhaltung stammt sondern aus der freien Wildbahn kommt. «Wieso sollen wir alle Füchse in die Kadaverstelle bringen, wenn man die Felle brauchen kann?» fragt Stadelmann.
Es gibt keine Lehrstellen und keine Lernenden mehr.
Letzte Kürschnermeisterin der Schweiz
Trotzdem schwimmen den Kürschnern die Felle davon. Der Beruf von Anja Marquardt ist vom Aussterben bedroht. Sie ist Kürschnermeisterin und eine der letzten in der Schweiz. «Es gibt keine Lehrstellen und keine Lernenden mehr», sagt die Kürschnerin.
Früher sei der Kürschnerberuf eine Männerdomäne gewesen, da das Handwerk anspruchsvoll sei. Alles werde von Hand hergestellt. Ob Handschuhe, Mützen, fellüberzogene Bettflaschen oder Decken.
Zu ihrer Kundschaft gehören Jäger, die ihre Felle als Jagdtrophäe sehen und etwas daraus machen lassen. Dann gebe es ganz viele Erbinnen, die einen Mantel nicht schön finden und ihn abändern lassen oder Frauen, die einen Mantel aus natürlicher Wärme und kein Fake wollen. «Kunstfell ist nicht biologisch abbaubar – Pelz verrottet mit der Zeit».