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Die Suche nach Leben im All
Aus Treffpunkt vom 25.10.2021.
abspielen. Laufzeit 56 Minuten 51 Sekunden.
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Leben im All? Astrophysiker: «Wir sind die Ersten, die Aliens finden könnten»

Sind wir allein im Weltall? Es ist eine Frage, die die Menschheit schon seit eh und je beschäftigt. Daniel Angerhausen hat sich der Suche nach dem Leben im All verschrieben. Gemäss dem Astrophysiker sind wir die erste Generation, die ausserirdisches Leben finden könnte.

Daniel Angerhausen

Daniel Angerhausen

Astrophysiker

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Daniel Angerhausen forscht an der ETH Zürich im Bereich Exoplaneten und Leben im All. Davor arbeitete er fünf Jahre lang bei der NASA in den USA. Er kommt aus Köln und lebt in Bern. Zudem ist er Science-Fiction-Fan («als Inspiration»).

SRF: Was erwarten Sie zu finden?

Daniel Angerhausen: Mir ist eine kleine grüne Bakterie genau so lieb wie ein kleines grünes Männchen. Ersteres ist wohl wahrscheinlicher. Die Chance, dass unser erster Kontakt mit ausserirdischem Leben mit einem anderen Lebewesen ist, welches ähnlich aussieht wie wir, würde ich als gering einschätzen - wobei dies nur Spekulation ist.

Gibt es denn überhaupt Leben im All?

Jeder fünfte bis zehnte Stern hat einen ähnlichen Planeten hat wie die Erde, alles andere ist Spekulation. Wir müssen mit der Forschung weiterkommen und die benötigten Teleskope bauen, um diese Frage beantworten zu können. In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren haben wir zum ersten Mal in der Geschichte die Technologien in unserer Hand, um solche Teleskope zu bauen. Wir sind die Generation, die die Frage, ob es Leben im All gibt, beantworten könnte. Das möchte ich vor meiner Rente noch herausfinden.

Galaxie und Sterne
Legende: Sind wir die Einzigen? Womöglich braucht es nicht mehr lange, diese Frage zu beantworten. Unsplash/Raphael Nogueira

Sie suchen nach ausserirdischem Leben. Werden Sie deswegen als Spinner abgestempelt?

Es stört mich nicht, wenn das Leute sagen. Aber in den letzten Jahren gab es einen Denkwechsel. 2019 haben die Schweizer Wissenschaftler Michel Mayor und Didier Queloz einen Nobelpreis dafür gewonnen, dass sie den ersten Exoplaneten entdeckt haben, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Das schlug hohe Wellen. Die Frage, ob es Leben im All gibt, ist nicht mehr so verrückt, weil wir schon einiges in die Richtung entdeckt haben.

Lohnt es sich überhaupt, nach Leben im All zu suchen?

Diese Frage höre ich oft. Verschwendet ihr nicht Steuergelder? Was kommt dabei raus? In erster Linie ist es eine philosophische Frage, ob wir allein im All sind. Die einen argumentieren, dass das eine wichtige Frage für die Menschheit ist. Andere sagen, man sollte lieber den Klimawandel angehen oder Krebs heilen. Aber das schliesst sich ja nicht aus.

Aber was ist der Nutzen Ihrer Forschung?

Wenn wir eine Weltraummission entwickeln, geht die Hälfte der Gelder in die Ausbildung von beispielsweise Doktoranden, die dann raus in die Wirtschaft gehen und Probleme der Gesellschaft lösen. Oder wir entwickeln Technologien, die auch in anderen Bereichen angewendet werden können. Das erste Ziel, Leben im All zu finden, ist eher abstrakt und philosophisch, aber dabei kommt viel Praktisches raus. Jeden Franken, den man in wissenschaftliche Forschung investiert, fliesst drei bis vier Mal in die Staatswirtschaft zurück.

Mich persönlich hat bisher keines dieser Ufo-Videos überzeugt.
Autor: Daniel Angerhausen Astrophysiker an der ETH

Woran arbeiten sie aktuell?

Ich arbeite an der sogenannten «LIFE»-Weltraummission. Das ist momentan noch ein Konzept für ein zukünftiges Weltraumteleskop, für dessen Planung wir an der ETH die Führung übernommen haben. Einfach gesagt: Es ist eine Reihe von Teleskopen, die zusammen gestartet werden und miteinander kommunizieren. Durch eine bestimmte Technologie wären wir in der Lage, «spektroskopische Fingerabdrücke» von Planeten in unserer Nachbarschaft zu nehmen. So könnten wir tatsächlich zum ersten Mal in der Geschichte die Frage beantworten, ob es auf einem Planeten Wasser, Sauerstoff oder sogar Leben gibt.

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Die Suche nach Leben im All
aus Treffpunkt vom 25.10.2021.
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Was sagen Sie zu vermeintlichen Ufo-Sichtungen?

Ich glaube nicht, dass Piloten, die etwas Auffälliges gesehen haben, Halluzinationen hatten. Sie sind trainiert, fliegende Objekte zu identifizieren. Mich persönlich hat bisher keines dieser Videos überzeugt. Ich spekuliere nur, aber es gibt so viele Phänomene in der Atmosphäre und Fehler von Kameras, die gleichzeitig geschehen könnten. Man sollte es aber nicht tabuisieren oder für verrückt erklären. Wir sollten das wissenschaftlich angehen, ohne Voreingenommenheit.

SRF 1, Morgensendung, 25. Oktober, 5:00 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Jungblut  (DaYoungblood)
    Aliens gefunden, Menscheit ausgerottet, Klimaproblem gelöst.
  • Kommentar von Daniel Jungblut  (DaYoungblood)
    Niemand wird jemals Aliens finden, deswegen ist diese Suche rausgeschmissenes Geld. Fermis "Where is everybody?" lässt sich erweitern. Jede nur ein wenig fortschrittlichere Wissenschaft als die unsere sollte in der Lage sein Krankheiten auszurotten, und mit ein wenig mehr Entwicklung, auch Altern und Tod. Wenn es sie gäbe müsste das Universum angefüllt sein. Das ist nicht der Fall, also gibt es keine.
  • Kommentar von Jean-Pierre Schibich  (spectator)
    Angesichts der seit 50 Jahren oder mehr bestehenden globalen Probleme, die die Menschheit partout nicht wirklich lösen will, stellt sich eher die Frage: Gibt es intelligentes Leben auf der Erde? Im Ernst: Ausserirdische Zivilisationen, die gleich oder weniger weit entwickelt sind als wir, werden dieselben Probleme bei der Kontaktaufnahme mit uns oder mit interstellaren Reisen haben. Sind sie aber intelligenter, werden sie kaum mit uns Kontakt aufnehmen -wozu auch?
    1. Antwort von Michael Fuchs  (mfuchs)
      Das erklärt wieso ich nie mit jemandem sprechen will... ;).

      Stellen Sie sich mal vor, wir entdecken intelligentes Leben, das aber scheinbar etwas weniger intelligent ist als wir (wie auch immer die Kriterien dafür sind). Denken Sie im Ernst, wie würden keinen Kontakt suchen?
    2. Antwort von Daniel Jungblut  (DaYoungblood)
      @Michael Fuchs(mfuchs)
      "weniger intelligent als wir"? Hö? Wie soll das denn gehen? Der Mensch an sich ist eine weitgehend totalverblödete blutdürstige Bestie. Spätestens seit dem Bürgerkrieg in Sierra Leone müsste das jedem klar sein, wenn die letzten 5000 Jahre an Greueltaten noch nicht gereicht haben. Syrien, Afghanistan, Äthiopien, usw.usf. führen blos eine lange Tradition des Stumpfsinns im Namen irgendwelcher Götter fort.