Trockene Heizungsluft und Lichtmangel im Winter stressen Zimmerpflanzen. Fünf Wellness-Tipps für gesunde Pflanzen.
Sprühen, Giessen, Baden
Bei trockener Heizungsluft leiden viele Pflanzen: Blätter werden braun, junge Blätter und Blütenknospen fallen ab.
-
Bild 1 von 4. Bogenhanf erträgt trockene Heizungsluft gut. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 2 von 4. Die Schusterpalme ist robust und pflegeleicht, selbst trockene Heizungsluft schaden ihr nicht. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 3 von 4. Bei zu trockener Zimmerluft bekommt der Elefantenfuss braune Blattspitzen. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 4 von 4. Der Zimmerhafer schätzt ab und zu ein Bad in lauwarmem Wasser. Bildquelle: Silvia Meister.
- Luftbefeuchter aufstellen (ideale Luftfeuchtigkeit ca. 50%), zugluftempfindliche Pflanzen wie Birkenfeige oder Efeutute geschützt stellen.
- Pflanzen täglich mit kalkarmem Wasser besprühen – das Wasser sollte zimmerwarm sein.
- Bei ausgetrockneter Erde hilft ein wöchentliches Wasserbad: Topf für eine Stunde in Schüssel mit lauwarmem, weichem Wasser stellen. Besonders blühende Orchideen profitieren davon.
- Leitungswasser unter 15°fH verwenden, sonst Wasser abkochen oder filtern (Infos auf trinkwasser.ch).
Sanftes Reinigen
Staub und Kalkablagerungen auf den Blättern schränken die Photosynthese ein – Pflanzen kümmern und verlieren an Glanz. Eine sanfte Reinigung kann helfen, dass die Zimmerpflanzen unbeschadet durch den Winter kommen.
-
Bild 1 von 5. Zimmerpflanzentopf in einen Plastiksack einpacken. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 2 von 5. Mit eingepacktem Topf lässt sich eine Zimmerpflanze einfach duschen. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 3 von 5. Grosse Blätter, wie beim Fensterblatt, werden mit einem feuchten Tuch von Staub befreit. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 4 von 5. Bei Kletterpflanzen, wie dem Baumfreund, die Blätter mit einem feuchtem Tuch abwischen. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 5 von 5. Bei der gestreiften Begonie werden die samtigen Blätter mit einem Pinsel von Staub befreit. Bildquelle: Silvia Meister.
- Kleinere Zimmerpflanzen mit glatten Blättern (Baumfreund, Glücksfeder) in die Dusche stellen.
- Topf mit Plastiksack einpacken und zuschnüren, dann mit lauwarmem Wasser abspülen.
- Grosse Pflanzen (Fensterblatt) feucht abwischen.
- Pflanzen mit samtigen, weichen Blättern wie Usambaraveilchen oder Zimmer-Alpenveilchen vertragen keine Dusche: Hier mit feinem Pinsel abstauben. Bei Schädlingsbefall durch sanftes Abduschen Insekten wegspülen und klebrige Blätter säubern.
Lichtmangel, Zugluft und kalte Füsse
Die meisten unserer Zimmerpflanzen sind in tropischen oder subtropischen Breitengraden heimisch, wo es keine so kalten und düsteren Winter gibt wie bei uns in der Schweiz. Da lohnt es sich, die Pflanzen während den Wintermonaten ans Fenster zu rücken und vor kalter Zugluft zu schützen.
-
Bild 1 von 4. Der Geldbaum braucht einen ganzjährig hellen bis sonnigen Standort. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 2 von 4. Zyperngras braucht viel Licht, sonst werden die Stängel lang und kippen um. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 3 von 4. Birkenfeigen, hier eine Sorte mit gelbgrün panaschierten Blättern, sind empfindlich auf Zugluft. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 4 von 4. Flamingoblumen mögen keine kalten Füsse, deshalb auf warmen Standort achten. Bildquelle: Silvia Meister.
- Lichtmangel: Junge Triebe werden dünn, lang und heller als die übrigen Blätter. Stängel beim Zyperngras knicken. Tipp: Pflanze heller stellen und auf Schädlingsbefall kontrollieren: Dünne Triebe werden gerne von Blattläusen befallen. Erst Ende Februar zurückschneiden.
- Zugluft: Die Birkenfeige lässt bei Zugluft und Temperaturwechseln viele grüne Blätter fallen. Tipp: An geschützten Ort stellen.
Fliegende Schädlinge wegfangen
Schädlinge werden vom Sommeraufenthalt eingeschleppt, beim Lüften hereingeweht oder mit Erde eingebracht. Es ist wichtig, dass man sie frühzeitig bekämpft.
-
Bild 1 von 4. Blattläuse können sich schnell vermehren. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 2 von 4. Trauermücken legen ihre Eier in die Erde, die Larven fressen an den Wurzelspitzen. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 3 von 4. Adulte Trauermücken und Blattläuse fliegen auf die gelben Leimfallen. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 4 von 4. Adulte Thripse fliegen auf blaue Leimfallen. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
- Blattläuse: Saugen Pflanzensaft, sondern klebrigen Saft ab. Tipp: Pflanzen abduschen, gelbe Klebefallen aufhängen – erwachsene Insekten fliegen darauf.
- Trauermücken: Schwarze Mücken legen Eier in feuchte Erde, Larven fressen an Wurzeln. Tipp: Gelbe Klebefallen aufhängen, Erdschicht 3 cm hoch mit Steinchen abdecken.
Nützlinge aussetzen
Bei starkem Befall mit gut versteckten Schädlingen helfen Raubmilben. Diese winzigen Helfer suchen aktiv nach ihrer Beute und saugen sie aus. Raubmilben brauchen über 60 Prozent Luftfeuchtigkeit – deshalb alle zwei Tage die Pflanzen mit kalkarmem, zimmerwarmem Wasser besprühen.
-
Bild 1 von 5. Spinnmilbenbefall – die Blätter sind silbrigweiss gesprenkelt. Bildquelle: Silvia Meister.
-
Bild 2 von 5. Phytoseiulus-Raubmilben bekämpfen Spinnmilben in Innenräumen effektiv. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 3 von 5. Thrips-Larven verstecken sich auf den Blatt-Unterseiten. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 4 von 5. Amblyseius-Cucumeris-Raubmilben bekämpfen wirkungsvoll den Thripsbefall. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
-
Bild 5 von 5. Die Nützlinge werden in Körbchen an die Zimmerpflanze gehängt. Bildquelle: Andermatt Biogarten.
- Spinnmilben: Nur als winzige Punkte erkennbar, verursachen silbrigweisse Sprenkel auf Blättern. Tipp: Pflanzen erst abduschen, dann spezielle Raubmilben gegen Spinnmilben aussetzen.
- Thripse: Gegen Thrips-Larven helfen ebenfalls Raubmilben. Tipp: Gartencenter und Onlineshops bieten verschiedene Arten von Nützlingen an.