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Gehen der Schweiz die Medikamente aus?
Aus Forum vom 12.03.2020.
abspielen. Laufzeit 54:51 Minuten.
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Medikamenten-Engpass Gehen dem Pharmaland Schweiz die Medikamente aus?

Schon seit mehreren Jahren gibt es in der Schweiz einen Medikamenten-Engpass. Mit Corona und den damit verbundenen Lieferschwierigkeiten aus China kann sich die Situation in Zukunft verschärfen. Warum eigentlich stellen wir in Europa nicht selbst Medikamente der Grundversorgung her?

In China sind zum Teil Lieferketten in der Herstellung von Wirkstoffen für Medikamente unterbrochen. Diese Wirkstoffe fehlen bei der Produktion von gewissen Antibiotika oder Medikamenten, die in der Krebstherapie, gegen Epilepsie oder Parkinson eingesetzt werden.

Abhängikeit von China

Schon bevor das Coronavirus Produktionsketten in China lahmlegte, war die Abhängigkeit von ein paar wenigen Wirkstoffherstellern in China immer wieder Thema. Wer in Spitälern und Apotheken arbeitet, wurde schon lange damit konfrontiert, dass man auf Ersatzprodukte ausweichen musste.

Video
Coronavirus verschärft Medikamentenmangel
Aus ECO vom 24.02.2020.
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Wirkstoffe wieder aus Europa

Nun wird der Ruf eindringlicher, dass Wirkstoffe wieder in Europa, gar in der Schweiz hergestellt werden sollen. So wie 1980, als rund 80 Prozent der Rohstoffe für Medikamente in Europa produziert wurden.

Die Schweiz und Europa müssen sich unabhängig machen und ihre Medikamente der Grundversorgung wieder hier herstellen.
Autor: Axel MüllerGeschäftsführer Intergenerika

Herzstück Pharmabranche

Warum kann die Pharmabranche, die in einer Studie zur «Bedeutung der Pharmaindustrie in der Schweiz» als «Herzstück der Schweizer Industrie» beschrieben wird, nicht selber wieder wichtige Medikamente des Grundbedarfs respektive deren Wirkstoffe herstellen?

So einfach sei es nicht, sagen alle Beteiligten. Und sie fordern einen Runden Tisch mit Herstellern, Politik, Behörden, Spitälern und Krankenkassen. Denn was auf den ersten Blick einfach wirkt, ist auf den zweiten Blick vielschichtig.

«Forum» Radio SRF 1

Die Gäste waren:

  • Ruth Humbel, Nationalrätin CVP, Präsidentin Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit
  • Axel Müller, Geschäftsführer Intergenerika
  • René Buholzer, Geschäftsführer Interpharma
  • Enea Martinelli, Chefapotheker, Spitäler fmi AG

Diskussion in der Sendung «Forum»

In der Sendung «Forum» diskutierten Fachleute folgende Fragen:

  • Warum kann man in der Schweiz nicht selbst Wirkstoffe und Medikamente herstellen für den Grundbedarf?
  • Kann man KMUs mit Bundesgeldern beauftragen, Medikamente für den Grundbedarf herzustellen?
  • Warum produzieren Pharmafirmen, die grosse Gewinne schreiben, nicht auch noch eine «Budget-Linie» für die medizinische Grundversorgung?

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Konrad Oehler  (Peter Konrad Oehler)
    Es zeigt sich exemplarisch, dass in den letzten Jahren so einiges falsch gelaufen ist. Auslagerung der Produktion ins Ausland, Ausverkauf von Schweizer Know-How, unethisch hohe Managerlöhne und Milliardengewinne in der Pharmaindustrie (und anderen Branchen). Die aktuelle Lage führt uns das glasklar vor Augen. Vielleicht kommt es ja zu einem Umdenken, dann hätte die Krise zumindest noch etwas Positives. Eine anderes Problem ist natürlich, dass überhaupt so viele Medikamente verabreicht werden...
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  • Kommentar von Christian Strahm  (seegurke)
    Zur Knappheit von Antibiotika fällt Frau Nationalrätin Ruth Humbel nichts Anderes ein, als darauf hinzuweisen, dass 4000 Tonnen Medikamente im Abfall landen. Ich erwartete mehr Einfühlungsvermögen für jene Leute, welche auf Antibiotika angewiesen sind und sie nicht wegwerfen, sondern ordnungsgemäss aufbrauchen. Das Gefühl zu vermitteln, man lebe in einer Komfortgesellschaft, wo sich jeder nur bediene, finde ich vorurteilsbeladen.
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  • Kommentar von Hans Peter Holzer  (hp.holzer@sensemail.ch)
    Die bisher tieferen Preise für Rohstoffe und Medikamente aus China und Indien scheinen wohl eher für die Gehälter der Maanager der Pharma Industrie verwendet worden sein. Ohne Korrektur dieser unethisch hohen Gehälter gilt wohl leider einmal mehr, dass Risiken auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, somit werden wohl die Preise für Medikamente aus der Schweiz steigen und ebenso die Gehälter und Aktienkurse.
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