Zum Inhalt springen
Inhalt

Spitzenmedizin Teure Medikamente für alle – oder bald nur noch für wenige?

Gesundheit hat einen hohen Preis. Medikamente und Therapien verschlingen teils horrende Summen. Unser Gesundheitssystem gerät an Grenzen. Die Debatte über besonders teure Medikamente lässt die Frage aufkommen: Wieviel ist uns ein Menschenleben wert?

Legende: Audio «Forum» – die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 56:37 Minuten.
56:37 min, aus Forum vom 15.11.2018.

Ein Medikament macht Schlagzeilen

Eine Gentherapie von Novartis für eine schwere Muskelkrankheit soll vier Millionen Franken kosten. Es ist noch nicht zugelassen. Es soll das Leben von betroffenen Kindern, die mit der Erbkrankheit geboren werden, um durchschnittlich 13 Jahre verlängern.

Diese hochspezialisierte Anwendung mag bezüglich Kosten ein Ausreisser sein – und dennoch zeigt sie eines: Medikamente kosten viel – teilweise sehr viel. So können Krebstherapien schon mal mit mehreren hunderttausend Franken zu Buche schlagen.

Pharmafirmen forschen und entwickeln lange an heilbringenden Präparaten. Es sei ein risikoreiches Geschäft, sagt die Branche und rechtfertigt so Preise und Gewinne. Kritiker werfen den Medikamentenherstellern Intransparenz der Kosten vor. Sie verlangen neue Regeln im Umgang mit teuren Eingriffen.

Legende: Video Wie viel ist uns ein Leben wert? abspielen. Laufzeit 51:16 Minuten.
Aus DOK vom 24.05.2018.

Druck auf solidarisches Gesundheitssystem

Die Kosten vom Bund zugelassener Medikamente trägt unsere Gesellschaft solidarisch. Das heisst: unser Gesundheitssystem finanziert die Behandlungskosten jener, die es nötig haben. Aber wie lange ist das noch möglich? Können weiterhin alle Kranken versorgt werden oder können wir uns künftig gewisse Medikamente nicht mehr leisten? Soll man den Preis eines Medikaments gegen die Gesundheit eines Patienten abwägen oder stehen bestimmte Präparate oder Therapien künftig nur finanziell Bessergestellten zur Verfügung?

In der Sendung «Forum» diskutierten Gäste mit Hörerinnen und Hörern, warum sind Medikamente so teuer und darüber, was die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sind.

Gäste in der Sendung sind:

  • René Buholzer, CEO von Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz
  • Thomas Cerny, ehem. Chefarzt Onkologie/Hämatologie am Kantonsspital St. Gallen und Präsident Krebsforschung Schweiz

Die Meinungen von SRF 1-Hörerinnen und -Hörern aus der Online-Diskussion sind in die Live-Sendung eingeflossen.

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Edwin Pfenninger (E. Pfenninger)
    Dass Pharmafirmen Jahr für Jahr Milliardengewinne verbuchen können, auch dass bei solchen Gewinnen jegliches „Unternehmer-Risiko“ entfällt, sei hier nur nebenbei erwähnt und ein Tropfen auf einen heissen Stein. Was ist mit all den Anderen die sich via Krankenkassengelder laben können so dass, Krankenkassenprämien Jahr für Jahr ansteigen und bis ins Unbezahlbare gelangen? Da ist der Sozialgedanke längstens auf der Strecke geblieben und natürlich auch eine effiziente Preisüberwachung! Oh.....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Wenger (Daniel Wenger)
    Die Welt verbraucht 10 Milliarden Versuchstiere. Im Monat sind das 27 Millionen Tiere. Da sollten wir anfangen. Ein Sprichwort sagt, so wie man in den Wald ruft kommt es zurück.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was ist wessen "Leben" wert? Es geht im Menschen ausbeuterischen "Gesundheits-Un-Wesen" um Millionen/Milliarden - ein äusserst lukratives Geschäft auf Kosten von "Menschen"! Dasselbe gilt für die ebenso florierende - angeblich humane - "Tier-Medizin"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen