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Bauzonen einfrieren – die Lösung im Kampf gegen die Zersiedelung?
Aus Forum vom 10.01.2019.
abspielen. Laufzeit 54:45 Minuten.
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Wachstum Siedlungsflächen Baulandstopp – die Lösung im Kampf gegen die Zersiedelung?

Die Schweiz wächst. Unübersehbar. In den Jahren 1985 bis 2009 wuchs die Siedlungsfläche um die Grösse des Genfersees. Sollte dieses Wachstum begrenzt werden?

Wachstum der Siedlungsfläche

Vor allem im Mittelland sticht das Wachstum ins Auge. Am Rande der Dörfer reihen sich Einfamilienhäuser aneinander, auf Feldern künden weisse Stangen geplante Bauprojekte an, entlang der Autobahnen schiessen Hallen für das Gewerbe aus dem Boden.

Müssen die grünen Wiesen in der Schweiz noch strikter geschützt werden? Ist dabei das «einfrieren» der Bauzonen das richtige Mittel? Oder wird so die Entwicklung der Schweiz beeinträchtigt?

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Wachstum begrenzen – aber wie?

Damit kein weiteres Kulturland verbaut wird, haben die Jungen Grünen die Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» lanciert. Die Initiative kommt am 10. Februar 2019 zur Abstimmung.

In der Sendung «Forum» diskutierten folgende Gäste mit Hörerinnen und Hörern:

  • Pro: Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne
Wir müssen Sorge tragen zum Boden. Deshalb braucht es strikte Lösungen, um die Zersiedelung zu stoppen.
Autor: Luzian FranziniCo-Präsident Junge Grüne
  • Contra: Ueli Strauss, langjähriger Leiter Amt für Raumentwicklung SG

Auch ich will die Landschaft schützen. Die Initiative ist aber viel zu starr und nimmt den Kantonen den Handlungsspielraum.
Autor: Ueli StraussLeiter Amt für Raumentwicklung St. Gallen

Sünden der Vergangenheit

In vergangenen Jahren haben viele Gemeinden grosse Gebiete als Bauland eingezont. Teilweise zu grosse Gebiete – Bauzonen auf Vorrat sozusagen.

Im Kampf gegen die Zersiedelung trat deshalb 2014 das revidierte Raumplanungsgesetz in Kraft. Dieses wurde vom Schweizer Stimmvolk an der Urne mit 63 Prozent der Stimmen klar angenommen. Es verlangt von den Kantonen, ihre Baulandreserven zu beschränken und zu grosse Bauzonen zu verkleinern.

Das revidierte Raumplanungsgesetz habe ein Umdenken bewirkt, sagt Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE):

Das Gesetz wirkt. Zu grosse Bauzonen müssen zurückgezont werden. Das findet statt.
Autor: Maria LezziDirektorin des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE)

Im Waadtland beispielsweise seien über die Hälfte der Gemeinden gezwungen, zurückzuzonen.

Bundesrat und Parlament lehnen die Zersiedelungs-Initiative der Jungen Grünen ab. Bei einem Bauzonen-Stopp wachse die Gefahr, dass die Wohnungspreise steigen.

Die Jungen Grünen widersprechen. Die Reserven im bestehenden Siedlungsgebiet sowie in den noch nicht überbauten Bauzonen seien gross genug für mehr als genug Wohnraum. Deshalb seien steigende Mietpreise nicht zu befürchten.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Franz von und zu Obwalden  (pingu123)
    Meiner Meinung nach sollen mehr Wasserflächen genutzt werden. Konkret meine ich damit, dass man schwimmende Böden auf schweizer Seen baut. So würde das Problem der Zersiedelung gelöst werden. Die einzig leidtragenden wären die am-See-Wohnenden und ein paar Fische, von denen es jedoch sowieso zu wenig gibt.
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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Diese Zersiedelungsinitiative ist das Scheinheiligste was den Grünen, wenn auch dieses X durch die Jungen Grünen, und der SP Schweiz einfallen konnte. Diese Abstimmung würde es nicht brauchen, hätte die Grünen und die SP damals die MEI oder die Ecopop Abstimmung unterstützt. Weniger Einwanderung weniger Wohnungen oder Grünflächen würden zerstört. Scheinheiligkeit pur. Jeder Arbeitgeber, von links bis rechts, haben es in der Hand, die Zuwanderung zu stoppen. Gebt die Arbeitsstellen den CHern.
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Nicht nur Baulandstopp sondern auch viel mehr Grünfläche pro Haus +Wohnung. So könnten wir ganz nette Quartiere bauen. Wenn alte Gebäude nicht mehr renoviert würden, könnte man abreissen +doppelt so grosse Gärten mit viel Bäumen + Pflanzen um kleinere Häuser erstellen. Das wäre ein Zeichen gegen die Erderwärmung. Denn es werden überall viel zu viele Bäume gefällt, anstatt gepflanzt. Man merkt das, wenn man im Sommer unter einem Baum sitzen darf. ZB. könnte das Wallis mit Bäumen bepflanzt werden.
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