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Braucht es höhere Löhne für eine gute Pflege?
Aus Forum vom 30.04.2020.
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Wegen Corona im Dauerstress Brauchen die Pflegenden mehr Lohn?

Die Coronakrise hat es gezeigt: Die Pflegenden sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Ohne sie wäre das Gesundheitswesen zusammengebrochen. Schon lange beklagen sie sich über schlechte Arbeitsbedingungen und zu tiefe Löhne. Sollten sie jetzt besser bezahlt werden?

Wir erinnern uns an jenen Freitag vor ein paar Wochen: Die Schweizer Bevölkerung klatschte laut auf Balkonen und Plätzen. Sie bedankte sich beim Gesundheitspersonal, insbesondere bei den Pflegerinnen und Pflegern, für den mutigen Einsatz gegen das Coronavirus.

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Die Schweiz sagt Danke
Aus News-Clip vom 20.03.2020.
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Klatschen ist nicht genug

Diese Zustimmung freute die Pflegenden natürlich. Aber das genüge nicht, fand darauf der Pflegefachverband: Deshalb wandte er sich letzte Woche mit einem offenen Brief ans Parlament – mit der Forderung, endlich für bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegenden zu sorgen.

Denn das Schweizer Gesundheitswesen funktioniere nur, weil sehr viele Pflegefachpersonen aus dem Ausland kämen. Die Schweiz müsse selbst genügend Pflegende ausbilden. Doch es gebe noch ein weiteres Problem: Da die Arbeitsbedingungen schlecht seien, verlasse fast die Hälfte der Fachkräfte den Beruf wieder.

Druck durch Initiative

Der Pflegefachverband betont, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Und er hat auch ein Druckmittel in der Hand: die Pflegeinitiative. Diese verlangt eine Ausbildungsoffensive im Pflegebereich. Die Initiative ist momentan in der parlamentarischen Beratung. Voraussichtlich im nächsten Jahr kann die Bevölkerung darüber abstimmen.

Gegenargumente

Doch das Powerplay der Pflegenden kommt nicht überall gut an: So lehnen der Bundesrat und die bürgerlichen Parteien die Initiative ab. Sie halten sie für übertrieben und zu teuer. Sie befürchten einen Kostenschub bei den Krankenkassenprämien, sollte die Pflegeinitiative angenommen werden.

Gäste im «Forum»

Lange Schichten, eine hohe Belastung, mittelmässige Löhne: Über die Situation der Pflegenden haben wir am Donnerstag, 30. April 2020, in der Sendung «Forum» gesprochen. Die Gäste in der Sendung waren:

  • Yvonne Ribi, Pflegefachfrau und Geschäftsführerin des Schweizerischen Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Sie kämpft für die Pflegeinitiative und für bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen.
  • Alex Kuprecht, SVP-Gesundheitspolitiker und Vizepräsident des Ständerats. Er bekämpft die Pflegeinitiative.

In der aktuellen Coronakrise haben wir alle gesehen, wie wichtig ein gutes Gesundheitssystem und kompetentes Personal sind. Ist damit der Moment gekommen, dieses Personal auch besser zu entschädigen? Oder ist das unnötig? Im Vorfeld wurde bereits online über diese Frage diskutiert.

Hier können Sie die Kommentare der Online-Diskussion nachlesen.

Forum, 30. April 2020

13 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Schumache  (Jo S)
    Die Politiker sagen, wir haben das Geld nicht!
    Wenn 's dann um die Steuern geht, dann sind es die gleichen Politiker oder die aus den gleichen Parteien, die sagen; "Man kann den Aktionären und den grossen Einkommen so viel nicht abverlangen."
    Also, Höchsteinkommen - über 500'000/Jahr - sollten einer extremen Progression unterliegen, und Höchstvermögen - über 200 Millionen - ebenso. Wer eine Milliarde hat, soll 5% p.a. an Steuern zahlen. Auch die Erbschaftssteuer sollte sehr hart sehr.
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  • Kommentar von Bruno Facci  (Bruno Facci)
    Die Pflegenden brauchen nicht nur mehr Lohn und eine Verbesserung der Arbeitsumgebungsqualität, sondern auch die rechtliche Anerkennung ihrer Kompetenzen im eigenständigen Bereich. Weiter muss eine genügende Anzahl von Pflegefachpersonen ausgebildet und entsprechende Ausbildungsplätze bereit stehen. Das alles fordert die Pflegeinitiative. Der SBK täte besser daran, alles auf die Karte Pflegeinitiative zu setzen, statt die Coronakrise als Aufhänger für Lohnverbesserungen zu nutzen.
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  • Kommentar von Hélène von Aesch  (Hélène von Aesch)
    Die Pflegenden beklagen sich, dass ihnen die Anerkennung und Wertschätzung fehlen. Wo ist ihre Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit der anderen Abteilungen wie Hausdienst und Hotellerie ?
    Die Bereitstellung für den Transportdienst wird vernachlässigt, Informationen für die Hotelleriemitarbeitenden, die Essensbestellung aufnehmen müssen erfolgen nicht. Diese Arbeiten sind anscheinend für die Pflegenden nicht wichtig.
    Diese Mitarbeitenden fürchten um ihre Stellen und sagen nichts.
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    1. Antwort von Riitta Bislimi  (ribi)
      Diese Dienste, die alle wichtig und wertvoll sind, bitte nicht gegeneinander spielen und Pfelegenden böse Abschichten unterstellen! Wenn Pflegene unter Druck dauernd priorisieren müssen (Patientensicherheit hat oberste Priorität), vergessen sie auch mal eine Essensbestellung. Das liegt nicht daran, dass sie die Arbeit anderer Dienste nicht schätzen würden. Es tut mir leid, dass Ihr Arbeitgeber anscheinend nicht für ein wertschätzendes Miteinander unter allen Mitarbeitenden sorgt.
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