Zum Inhalt springen

Header

Audio
Pflegeberufe: Kommt jetzt die Kehrtwende bei der Unterstützung?
Aus HeuteMorgen vom 22.04.2020.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Inhalt

Pflegekräfte in Corona-Krise «Applaus ist schön» – Pflegende fordern jedoch Taten

Der Verband kritisiert die Arbeitsbedingungen und mangelnde Attraktivität des Pflegeberufs. Erhalten die Anliegen Gehör?

Taten statt Worte, fordert Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizerischen Berufsverbandes für Pflegefachpersonen. «Es ist schön, wenn applaudiert wird – das freut uns und das gibt uns Kraft und Mut für die tägliche Arbeit.» Dennoch mahnt Ribi, dass «wir nach wie vor zu wenig Pflegefachpersonen im System haben, dass zu wenig Pflegefachpersonen ausgebildet werden und dass die, die ausgebildet werden, aus dem Beruf aussteigen.»

Um dem entgegenzuwirken, fordert der Verband bessere Arbeitsbedingungen, mehr Ausbildung und mehr Kompetenzen. Dies soll mit der Pflegeinitiative geschehen, zu der der Nationalrat einen alternativen Vorschlag ausgearbeitet hat. Momentan befindet sich dieser Vorschlag in der Gesundheitskommission des Ständerats.

Bessere Chancen für Pflegeinitiative?

Die aktuelle Gesundheitskrise helfe der Pflegeinitiative, sagt CVP-Ständerat Erich Ettlin: «Die Chancen sind sicher gestiegen, weil der Druck steigt und weil man gesehen hat, wie wichtig die Pflegefachpersonen sind und ihre Anliegen eigentlich gerechtfertigt sind.»

Der Nationalrat ist dem Pflegepersonal in vielen Punkten entgegengekommen, nicht aber in der Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen. Das obliege den Kantonen, den einzelnen Heimen und Spitälern, befand die Grosse Kammer.

Zwei Pflegerinnen an einer Demo
Legende: Erhalten die politischen Anliegen der Pflegerinnen nun mehr Gehör? Keystone/Archiv

«Es ist klar, dass sie jetzt diese Ausgangslage für sich nützen wollen», sagt FDP-Ständerat Damian Müller zum Appell des Pflegefachverbandes. «Fakt ist, dass sich am Inhalt nichts verändert hat.» Im Ständerat wolle man die Ausbildung der Pflegefachleute entsprechend fördern, sagt Müller, «das tun wir und im Mai werden wir über die Lohnentwicklung sprechen.»

Es besteht Handlungsbedarf

Nur hat die ständerätliche Kommission die Beiträge für die Ausbildung um gut 40 Prozent gegenüber dem Vorschlag des Nationalrates gekürzt. Ob die Kommission an ihrer nächsten Sitzung im Mai den Forderungen des Pflegepersonals stärker entgegenkommt, ist möglich – aber nicht sicher.

Klar ist, dass Handlungsbedarf besteht. Es droht in den nächsten Jahren ein gravierender Mangel an Pflegepersonal in Heimen und Spitälern.

Heute Morgen, 22. April 2020, 6:00 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

51 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniel Schmidli  (Daniel Schmidli)
    Systemrelevant, hohes Ansteckungsrisiko, lausige Entlöhnung. Dank der Corona-Krise will man nun zumindest über den Lohn mal reden.... Kein Wunder, springen viele nach der Berufsausbildung ab. Übrigends auch in anderen systemrelevanten Berufen. Eine Schande für die reiche Schweiz, dass systemrelevante Berufe meist schlecht bezahlt sind!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Willi Meier  (wm)
      Die Entlöhnung mag nicht sehr hoch sein, aber "lausig" ist sie in der Schweiz auf keinen Fall.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Solange die Grenzen für billiges Arbeitspersonal in allen Berufsgruppen einfach weiter ungeschränkt offen sind, gibt es keinen Grund die Löhne zu erhöhen. Solange sich die Mehrheit in der Bevölkerung diesen Bären des Wohlstandsverlustes aufbinden lässt, der durch Einwanderungsbeschränkung für PFZler und Grenzgänger entstehen würde. Solange wird die Situation nicht besser, sondern sogar schlimmer, egal wie sozial oder grün ihr abstimmen geht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    Arbeitsbelastung, Präsentismus, Intension to leave, Fluktuation, Work-Privacy-Konflikte und andere Probleme sind nicht nur in der Pflege, sondern in allen Gesundheitsberufen ein Thema, das angegangen werden muss. Die Pflegeinitiative ist der erste Schritt, das kranke Gesundheitssystem auf den Weg der Besserung zu bringen. Gesetze reichen dazu nicht aus, solange die bestehenden nicht eingehalten werden. Es braucht ein Umdenken im Gesundheitswesen, besonders in den oberen Etagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen