Wie wird ein Einsatz ausgelöst? Die Hundeführerinnen und -führer werden umgehend über das Ereignis informiert und müssen sich bereithalten. Gemeinsam mit der Rettungskette entscheidet das Redog-Team, ob ein Einsatz vor Ort notwendig ist. «Sie machen die ganzen Einsätze in Venezuela möglich, indem sie alles rundherum organisieren», erklärt Linda Hornisberger, Zentralpräsidentin des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde Redog.
Wie ist Redog vorbereitet? Die Rettungsteams von Redog verpflichten sich, im Ernstfall ins Katastrophengebiet zu reisen. Die Hunde werden laufend in einer der Regionalgruppen ausgebildet. Ausserdem unterschreiben auch die Arbeitgeber der Hundeführerinnen und -führer die Einsatzverpflichtung: Sie garantiert im Ernstfall eine reibungslose Freistellung der Freiwilligen.
Was erwartet das Team vor Ort? Das Redog-Team trifft gestaffelt in Venezuela ein und fährt so schnell wie möglich in die betroffenen Gebiete. «Auch wenn man sich darauf vorbereitet, ist es jedes Mal überwältigend», sagt Linda Hornisberger. Der Fokus auf die bevorstehende Aufgabe helfe dabei: «Man ist froh, dass man weiss, welchen Job man hat – und dass wir ihn als grosse Gruppe gemeinsam erfüllen können.»
Was macht das Redog-Team als Erstes? Nach der Ankunft unterschreiben die Hundeführerinnen und Hundeführer die notwendigen Dokumente und übernehmen ihre Ausrüstung. Anschliessend werden sowohl die Einsatzkräfte als auch die Hunde medizinisch untersucht. «Wir achten darauf, dass die Hunde nicht zu lange im Einsatz stehen, genügend Ruhe bekommen und gesund bleiben», erklärt Hornisberger.
Danach folgen ausführliche Briefings mit den wichtigsten Informationen: Was ist passiert? Wie ist der Umgang mit der betroffenen Bevölkerung? Und welche Besonderheiten müssen vor Ort beachtet werden?
Wie wird ein Rettungshund trainiert? Ein Hund muss ein angeborenes Talent mit sich bringen und ein intensives Training durchlaufen, um später als Suchhund arbeiten zu können. Mehrere hundert Stunden Freiwilligenarbeit leisten Mensch-Hund-Teams bei Redog pro Jahr. Suchhunde müssten bereits im Welpenalter gut sozialisiert werden, sagt Redog-Zentralpräsidentin Hornisberger.
Das wichtigste Instrument von Suchhunden sei ihre Nase, die gut auf ein Geruchsprofil trainiert worden sei, erklärt Hornisberger. Ebenso wichtig sei, dass ein Hund sich längere Zeit konzentrieren könne. Sie erinnert sich etwa an eine Übung, bei der Hunde an einem geöffneten, gefüllten Kühlschrank vorbei mussten – die gesuchte Person lag dahinter. Kein einziger Hund liess sich ablenken, alle zeigten die Person korrekt an. «Die Hunde waren völlig auf den Job fokussiert», sagt Hornisberger anerkennend.
Wie läuft eine Rettung ab? Reisen Mensch-Hund-Teams in ein Rettungsgebiet, arbeiten sie mit anderen Schweizer Rettungskräften zusammen. Denn bei der Suche nach Verschütteten werden Technik und Hundenase kombiniert eingesetzt. Bellt ein Hund, zeigt er damit menschliche Witterung an, erklärt Hornisberger. Ein zweiter Hund bestätige die Anzeige, dann versuche man mit Kameras und Kontaktversuchen, eine lebende Person zu lokalisieren. «Während unsere Sucharbeit relativ schnell gehen kann, können Bergungsarbeiten viele Stunden in Anspruch nehmen.» Umso wichtiger sei es, keine falschen Anzeigen zu machen.