Er sehe zwar den Unterschied aber Farben bennen, das könne er nicht. Das ist nur ein Schwank aus dem Leben des 54-jährigen Seeländers Sascha Ruefer. Doch es gibt noch mehr. Etwa, wie ein portables Radiogerät den Grundstein für seine Karriere legte.
Wenn Reporter Chasper Stupan aus Arosa berichtete, hatte ich das Gefühl, ich sitze auf dem Pug.
Mit dem Transistorradio unter der Bettdecke
Der Transistorradio war ein Geschenk seines Vaters, als Sascha Ruefer acht Jahre alt war. Damit zog er sich jeweils am Dienstagabend unter dem Vorwand «ich bin müde, ich gehe ins Bett» in sein Zimmer zurück. In Wahrheit lief im Radio die Eishockeyberichterstattung. «Wenn Reporter Chasper Stupan aus Arosa berichtete, hatte ich das Gefühl, ich sitze auf dem Pug.» Stupans Beschreibung von Bildern aktivierte beim jungen Sascha das Kopfkino. Ein Anstoss für Ruefers Werdegang.
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Bild 1 von 10. Sascha Ruefer bezeichnet sich als tierliebend – sein erster Berufswunsch war Tierarzt. Bildquelle: SRF / Screen.
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Bild 2 von 10. Weil Tiere nicht sagen können, was ihnen fehlt, hat er den Berufswunsch Tierarzt verworfen und wurde Journalist und Sportreporter. Bildquelle: SRF Screen.
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Bild 3 von 10. Sascha Ruefers erstes Grossereigniss als Sportreporter beim Schweizer Fernsehen war die Fussball-WM 1998 in Frankreich. Bildquelle: SRF/Screen.
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Bild 4 von 10. Hier am Schwing und Älplerfest 2013 in Burgdorf im Einsatz. Bildquelle: Keystone/Urs Flüeler.
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Bild 5 von 10. Sascha Ruefer an seinem Platz auf der Journalistentribühne im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Lugano, am Sonntag, 5. Juli 2020 im Stadion Wankdorf in Bern. Bildquelle: Keystone/Peter Klaunzer.
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Bild 6 von 10. Ruefer ist die SRF-Stimme an den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft. Bildquelle: SRF/Oscar Alessio.
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Bild 7 von 10. Die Moderatoren Sascha Ruefer und Francine Jordi am Grand Prix der Volksmusik 2008 im Hallenstadion in Zuerich. Bildquelle: Keystone/Ennio Leanza.
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Bild 8 von 10. Sascha Ruefer und die Musikerin Eliane Müller sind seit 2022 ein Paar. 2025 kam ihre gemeinsame Tochter Elisa auf die Welt. Bildquelle: SRF Screen.
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Bild 9 von 10. Der finnische Skispringer Matti Hautamäki hat ihn für den Namen seines Sohnes Matti Petter inspiriert. Hautamäki stürzte, stand wieder auf und sprang gleich nochmal. Wenn man umfällt, sei es wichtig im Leben, immer wieder aufzustehen, sagt Sascha Ruefer. Bildquelle: Keystone/Uwe Lein.
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Bild 10 von 10. Der norwegische Skilangläufer Petter Northug ist der zweite Namensgeber von Sascha Ruefers Sohn. Für den Sportreporter ist Petter Northug der beste in seinem Fach. Er gehe seinen Weg und lasse sich nicht verbiegen. Bildquelle: Keystone/Gian Ehrenzeller.
Die Mutter habe ihm früh lesen und schreiben beigebracht. Bereits als 12-Jähriger durfte er für den FC Lengenau, den heimischen Fussballclub, kleine Matchberichte schreiben. Das sei der Einstieg in den Journalismus gewesen. Zwei Jahre später sass er bereits beim Lokalradio Canal 3 am Mikrofon.
Social Media – die Büchse der Pandora
Heute ist Sascha Ruefer die Stimme an den Spielen der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Der Job als Kommentator sei im Verlauf der Zeit härter geworden. Mit Social Media habe sich die Welt komplett verändert. Es sei wie die Büchse der Pandora. «Jeder darf seine Meinung äussern und dabei werden die Regeln von Anstand komplett missachtet», stellt Ruefer fest.
Früher habe er Leserbriefe oder Faxe gelesen und zurückgeschrieben. Dadurch sei ein Dialog entstanden. Man habe sich verstanden. So etwas sei heute nicht mehr möglich. «Der einzige Schutz ist, dass man die Kommentare nicht liest.» Wenn 50 Leute schreiben, man sei der grösste «Pflock», dann glaube man das irgendwann, so Ruefer. Heute wisse er, wem er zuhören will und wessen Meinung er abholen will.
Späte Vaterschaft und neue Prioritäten
Im letzten Jahr wurde Ruefer zum zweiten Mal Vater. Mit 53 Jahren sei das eine ganz neue Erfahrung. Im Gegensatz zur ersten Vaterschaft könne er sich heute voll und ganz auf seine Familie konzentrieren.
«Ich weiss wo ich arbeite, ich habe meine Karriere gemacht und weiss wo ich wohne». Das erlaube ihm, sich voll und ganz auf seine Vaterrolle zu konzentrieren.
Das habe nicht nur Einfluss auf seine Tochter Elisa, sondern auch auf seinen 12-jährigen Sohn Matti aus einer früheren Beziehung. Die Zeit, die er heute ohne Druck mit den Kindern verbringen kann, sei ihm enorm wichtig.
Aus Hassliebe wird Liebe
Denkt der Sportreporter an seine Eltern zurück, war ihm in den 1980er-Jahren eines peinlich, die Liebe seines Vaters zum Schlager und Andy Borg. Bei offenem Fenster liess er «Adios Amor» laufen und sang dazu. Sehr zum Leidwesen des jungen Sascha, dessen Klassenkameraden auf dem Weg zur Schule am Haus vorbeikamen. «Ich fand den Vater nicht so cool, wenn der das machte», sagt Ruefer.
Was ihm als Kind furchtbar peinlich war, hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Durch seine Arbeit beim Fernsehen begegnete er Schlagergrössen wie Andy Borg. Aus der anfänglichen Abneigung entwickelte sich ein Zugang zum Schlager und es entstanden sogar Freundschaften.
Sascha Ruefer sieht den Schlager als eine Musikrichtung, die sich oft rechtfertigen muss, im Gegensatz zu anderen Genres. Auch wenn er nicht alles mag, sieht er sich als Verteidiger dieser Musikszene.