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Superfood aus der Schweiz Das steckt in den Trendsamen Chia und Lein

Leinsamen und Chia sind kleine Kraftpakete: reich an Ballaststoffen, wertvoll für die Verdauung und ideal für einen inneren «Frühlingsputz». Was viele nicht wissen: Beide Samen werden mittlerweile auch in der Schweiz angebaut.

Chiasamen haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Immer wieder ist von Lieferengpässen die Rede, da die kleinen Samen häufig aus Südamerika importiert werden und die Nachfrage stark gestiegen ist.

Doch inzwischen wächst Chia auch hierzulande. Seit einigen Jahren liefern Schweizer Chia-Kulturen stabile Erträge.

Der Weg dahin war nicht einfach: Als Christoph Gämperli von der St. Gallischen Saatzuchtgenossenschaft vor rund zehn Jahren erstmals Chia aussäte, entwickelten sich zwar Pflanzen, doch sie bildeten keine Samen – bis auf eine einzige. Diese eine Pflanze wurde zur Grundlage für die heutige Schweizer Chia-Produktion. Über Jahre hinweg wurde das Saatgut gezielt an das hiesige Klima angepasst.

Namensgeber von «Fahrt ins Blaue»

Noch etwas früher, im Jahr 2004, begann die bäuerliche Genossenschaft Biofarm, den Leinanbau in der Schweiz wiederzubeleben. Lein wurde hierzulande über Jahrhunderte kultiviert, geriet jedoch in Vergessenheit. Zu Unrecht, wie Brigit Brunner von Biofarm betont: «Lein ist eine wertvolle einheimische Omega-3-Quelle, fördert die Vielfalt auf dem Acker und sieht zudem wunderschön aus.»

Nahaufnahme von violetten Blumen auf einem Feld mit unscharfem Bauernhaus im Hintergrund.
Legende: Lein ist seit Jahrtausenden als Heil- und Lebensmittel bekannt und in der Schweiz heimisch, wie auf diesem Feld in der Nähe von Gossau. Keystone/Regine Kuehne

Tatsächlich beeindruckt die Pflanze mit ihren zarten blauen Blüten, allerdings nur am Morgen. Die blühenden Leinfelder sollen sogar dem Ausdruck «Fahrt ins Blaue» ihren Namen gegeben haben.

Blau blühende Blumen in einem Garten.
Legende: Die Mexikanische Chia gehört zur Pflanzengattung des Salbei und kam ursprünglich nur in Mexiko und Zentralamerika vor. Depositphotos/sherjaca

Nicht nur optisch haben Chia und Lein etwas zu bieten: Als Blühpflanzen sind sie auch ökologisch wertvoll und bieten Nahrung für Insekten. Der Anbau ist allerdings anspruchsvoll. Beide Kulturen erfordern Erfahrung, Geduld und eine gewisse Leidenschaft seitens der Landwirtinnen und Landwirte.

«Fibermaxxing» mit Chia- und Leinsamen

Mit dem Trend «Fibermaxxing», der eine ballaststoffreiche Ernährung in den Fokus stellt, ist das Interesse an Chia- und Leinsamen nochmals gestiegen. Ballaststoffe fördern die Verdauung und tragen zu einem langanhaltenden Sättigungsgefühl bei.

Wichtig ist jedoch die richtige Anwendung: Chia- und Leinsamen sollten entweder eingeweicht oder stets mit ausreichend Flüssigkeit konsumiert werden. Da sie stark quellen, kann eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zu Verdauungsproblemen führen.

Glas Chia-Pudding mit Minzblatt, Holzlöffel und Glas Wasser.
Legende: Legt man Chiasamen in Wasser ein, bilden sie eine halbe bis eine Stunde später ein nährstoffreiches Gel. Depositphotos

Beide Samen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, allerdings nur, wenn der Körper sie auch aufnehmen kann. Dafür gilt: Samen sollten leicht angedrückt oder geschrotet konsumiert werden. Stéphanie Bieler von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) erklärt das so: «Ist die Samenhülle intakt, kann die Verdauung die wertvollen Fettsäuren kaum verwerten.» Geschrotete Varianten sind daher besonders praktisch.

Schale mit gemahlenen Leinsamen auf Holztisch.
Legende: Mehl aus gemahlenen Leinsamen wird oft für die kohlenhydratarme Zubereitung von Backwaren verwendet. Depositphotos/ildi_papp

Auch Mehl aus Chia oder Lein, ein Nebenprodukt der Ölpressung, ist eine gute Option, da die Inhaltsstoffe darin für den Körper besonders gut verfügbar sind.

Trendsamen im Alltag

Regelmässig kleine Mengen von Chia- und Leinsamen zu essen, ergibt Sinn. Sie lassen sich etwa gut in Kerne-Crackern verarbeiten.

Einen regelrechten Hype in den Sozialen Medien hat es in den letzten Jahren rund um Chia-Pudding gegeben: Dafür werden die Samen mit Milch oder einem Pflanzendrink vermischt und über Nacht im Kühlschrank quellen gelassen. Die Fasern saugen sich voll und bilden eine Art Pudding. Darüber hinaus können die Samen problemlos ins Müesli, in den Quark oder in Salate integriert werden.

A Point, Radio SRF 1, 18.3.2026, 9:20 Uhr

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